Wirtschaft
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Das sind die größten Plastikabfall-Sünder weltweit

11.10.18, 08:20

lars wienand

Im angespülten Abfall an den Stränden der Welt findet sich am häufigsten Plastik-Müll von Coca-Cola. Greenpeace hat nachgezählt und eine Pranger-Liste erstellt, auf der auch deutsche Firmen stehen.

Mindestens acht Millionen Tonnen Plastikmüll landen Jahr für Jahr im Meer – und Coca-Cola, Pepsi und Nestlé lassen sich am häufigsten als Urheber feststellen. Zu diesem Schluss kommt eine Allianz zur Vermeidung von Plastik. Für die Auswertung wurde gesammelter Müll gezählt.

Plastikabfall an einem Strand im Libanon – Der Wind weht einen Großteil der Abfälle hierher.  bild: Marwan Naamani/dpa

An 239 Orten auf allen Kontinenten außer der Antarktis haben Tausende Freiwillige Müll aufgelesen und katalogisiert, was sie dabei gefunden haben. Das Ergebnis ist der Marken-Bericht der Initiative "Break free from Plastic", an der neben Greenpeace weitere Organisationen beteiligt sind.

Fast 200.000 Stück Müll kamen zusammen, für 33.613 Plastik-Flaschen, -Verpackungen, -Becher und -Tüten ließen sich Firmen zuordnen. Coca-Cola war fast immer darunter, in 40 von 42 Ländern war Abfall dabei, der auf den Getränkegiganten zurückgeht.

Neben Müll von Nahrungsmittelkonzernen fand sich auch oft der von Herstellern von Kosmetik und Haushaltsprodukten. Unter den 35 Firmen mit den häufigsten Funden waren aber auch Lidl und Haribo – allerdings in viel geringerem Umfang. 

Auf eine aufgesammelte Gummibärchentüte kamen:

Pepsi war nicht nur für viele Plastikflaschen verantwortlich, sondern auch für Chips-Tüten von Marken des Konzerns.

bild: t-online.de

Müllstrudel aus dem All zu sehen

Die Anti-Plastik-Allianz wirft den Firmen vor, dass sie keine oder zu wenig Verantwortung übernehmen, was mit ihren Verpackungen wird, dass sie sich nicht ausreichend um Kreislaufwirtschaft kümmern und zu wenig zur Vermeidung von Plastik tun. Die Verantwortung für das globale Problem könne man nicht nur den "Schmutzfinken" zuweisen, die etwas achtlos wegwerfen.

Plastik in den Meeren hält sich dort bis zu 450 Jahre und zerfällt in Mikroplastik, das über die Nahrungskette in Tiere gelangt und so auch wieder auf unseren Tellern landet. Gewaltige Müllstrudel sind inzwischen vom All aus zu erkennen. In diesen Ozeanregionen sollen nach Hochrechnungen sechsmal mehr Plastikteile als Planktonorganismen schwimmen, sagt die deutsche Umweltschutz-Organisation BUND. Weltweit würden jährlich eine Million Vögel und 100.000 Meeressäuger an Müll sterben. Manchmal werden Fälle bekannt wie der eines in Spanien angespülten Pottwals, der 28 Kilo Plastikmüll im Magen hatte.

Müllsammler an einem Strand in Indonesien mit Massen von Plastikstrohhalmen. Diese Funde lassen sich keinem Unternehmen zuordnen, zeigen aber den Sinn von Verboten wie die EU gerade eines beschlossen hat. bild: Greenpeace

Die Allianz "Break free from Plastic" will mit einer Kampagne "#Isthisyours" ("Ist das Deines?") auch Verbraucher dazu bringen, den Unternehmen in sozialen Netzwerken ihre Hinterlassenschaften vorzuhalten, um den Druck zu erhöhen. Die Resonanz darauf ist bisher jedoch vergleichsweise gering.

Unternehmen versprechen Reaktionen

Die drei Firmen, die das Plastikmüll-Ranking anführen, haben sich der Nachrichtenagentur Reuters zufolge alle verpflichtet, ihre Verpackungen bis 2025 wiederverwendbar, wiederverwertbar oder kompostierbar zu machen.

Ähnliche Absichten gab Mondelez (Milka, Jacobs, Oreo) bekannt. Der US-Nahrungsmittelhersteller will alle seine Verpackungen bis 2025 wiederverwertbar machen. Bereits bis 2020 sollen alle Papier-Verpackungen aus nachhaltigen Quellen beschafft werden.

Haribo hat gegenüber t-online.de erklärt, dass das Unternehmen an einer komplett neuen CR-Strategie arbeitet, also am Umgang mit Unternehmensverantwortung. "Die definierten Handlungsfelder werden alle wesentlichen nachhaltigen Themen abdecken" – demnach auch die Frage der Verpackungen. Konkret werden will Haribo, wenn die Strategie verabschiedet ist.

Lidl rühmt sich damit, als erster Discounter in Deutschland Abschied von auf Standard-Plastiktüten genommen zu haben. Man verzichte bereits vielfältig auf Verpackungen oder setze alternative Packungen ein. Bis Ende 2019 sollen zudem viele Einwegartikel aus Plastik komplett aus dem Sortiment genommen werden. Dabei geht es aber nur um den deutschen Markt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf t-online.de 

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