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Asiatischer Marienkäfer, Orang-Utan und Tiger Bild: Getty Images/picture alliance/Montage: watson

Gut gemeint, leider versagt – 3 Naturschutz-Projekte, die Tiere bedrohen

23.04.18, 17:29
Saskia Gerhard
Saskia Gerhard

Tiere und Pflanzen schützen ist super – keine Frage. Manche Aktionen sind aber nicht ganz zu Ende gedacht und machen am Ende alles nur schlimmer. Hier kommen 3 Tierschutz-Ideen, die am Anfang gut klangen, aber am Ende nichts gebracht oder alles nur schlimmer gemacht haben.

Tiger töten sich gegenseitig

Dieser Fall ist noch frisch: In Nepal sind innerhalb eines Monats vier seltene Königstiger gestorben. Warum, ist unklar, aber ein Sprecher des Chitwan-Nationalpark – dort wurden die Tiger gefunden – spekulierte, dass die Tiere im Kampf um Territorium oder Beute gestorben sein könnten.

In der Gegend steige die Zahl der Tiger, sagte der Sprecher. Das ist eigentlich gut. Seit Jahren versuchen die Länder, in denen die Tiere frei leben, die Zahlen zu steigern.

Doch in vielen Regionen gibt es inzwischen zu wenig Lebensraum für Tiger. Wege kreuzen sich, die Tiere geraten aneinander (wissenschaft.de)

Das könnte noch kein Schutzprogramm verhindern:

Marienkäfer verdrängen Marienkäfer

Der asiatische Harlekin-Marienkäfer stammt eigentlich aus Japan und China. In den 80er Jahren wurde er unter anderem nach Europa geholt, als natürlicher Schädlingsbekämpfer.

Eigentlich eine gute Idee: Er sollte Blattläuse fressen, das macht er nämlich viel exzessiver als unsere heimischen Arten. Das Ergebnis seiner zudem explosionsartigen Vermehrung: Weniger Futter für andere Marienkäfer.

Sind keine Blattläuse mehr da, steigt der Käfer außerdem auf Schmetterlingseier- und Raupen um, vertilgt den Nachwuchs von Gallmücken und sogar von anderen Marienkäferarten (NABU).

Orang-Utan-Populationen mischen sich und bekommen kranken Nachwuchs

Unter Orang-Utans gibt es verschiedene Arten, die sich vor Jahrtausenden auseinander entwickelt haben. Bekommen genetisch unterschiedliche Tiere Nachwuchs, sind zwei Szenarien möglich:

Der zweite Fall tritt häufiger ein, wie führende Orang-Utan-Forscher herausgefunden haben (Max-Planck-Gesellschaft). 

Sie geben folgendes Beispiel:

Zwei Orang-Utan-Weibchen waren vor Jahren aus dem Haustier-Handel befreit und später in einer Region ausgewildert worden, aus der sie ursprünglich nicht stammten. Ihre Namen waren Rani und Siswoyo.

So lief es für Rani:

Sie hatte eine außergewöhnlich große Familie – mit mindestens 14 Nachkommen über drei Generationen. Zwei starben zwar als Kinder, die restlichen wuchsen auf und  blieben nach aktuellsten Erkenntnissen gesund.

Und so lief es für Siswoyo:

Sie hatte weniger lebende oder gesunde Nachkommen als jedes andere Weibchen in ihrer Umgebung. Forscher nennen das "Auskreuzungs-Depression". Zwei ihrer Nachkommen starben im Kindesalter. In der ersten Generation überlebten fünf, in der zweiten nur drei ihrer Kinder. Siswoyo selbst starb zehn Tage nach Geburt ihres letzten Kindes. Sie hatte nur eine Tochter, Siswi. Die bekam wiederum eine Totgeburt sowie eine Tochter, die als Kind starb, und einen Sohn, der häufig krank war. Siswi selbst war gesundheitlich angeschlagen und wurde wegen eines Darmdurchbruchs operiert.

Nicht falsch verstehen: Naturschutz ist grundsätzlich richtig!

Am besten wäre es aber für alle Arten, der Mensch würde sie gar nicht erst an den Rand ihrer Ausrottung treiben.

Machen wir aber leider sogar mit unseren Lieblingstieren:

Wie mich die Klimaignoranz ankotzt

Video: watson/Saskia Gerhard, Lia Haubner

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