Christin Okpara sorgte mit ihrem ungeklärten Impfstatus für Chaos beim Dschungelcamp.
Christin Okpara sorgte mit ihrem ungeklärten Impfstatus für Chaos beim Dschungelcamp.Bild: imago images / Gartner
Dschungelcamp

Medienexperte erklärt: Warum das Dschungelcamp vom Impfchaos um Christin Okpara profitieren könnte

18.01.2022, 08:57

Welche Auswirkungen hat dieser Skandal auf das diesjährige Dschungelcamp? Eigentlich gehörte die ehemalige "Are You The One?"-Kandidatin Christin Okpara zu den zwölf Kandidaten und Kandidatinnen, die an der 15. Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" in Südafrika teilnehmen sollten. Nun wird die 25-Jährige aber doch nicht mit von der Partie sein.

Den Grund dafür erklärte ein RTL-Sprecher gegenüber watson: "Es geht darum, dass der berechtigte Verdacht besteht, dass sie gegenüber der Produktion falsche Aussagen hinsichtlich der Impfung gegen das Coronavirus getroffen hat." Und weiter: "Die Information wurde im Rahmen der Evaluierung der für die Produktion und den Produktionsort geltenden Hygienevorschriften bei allen Promis abgefragt."

Einen Ersatz für Christin gibt es auch bereits: An ihrer Stelle wird nun Jasmin Herren am Lagerfeuer des TV-Camps teilnehmen. Damit folgt die Party-Sängerin auch auf ihren verstorbenen Mann Willi Herren, der 2004 bei der zweiten Staffel des Formats mitmachte und den dritten Platz belegte.

Impf-Chaos, ein Rausschmiss vor der Show und eine Ersatz-Kandidatin – klingt zunächst so, als stünde die diesjährige Dschungelcamp-Ausgabe unter keinem guten Stern. Doch gerade diese Komponenten könnten sich positiv auf die Show auswirken, die am Ende von dem ganzen Wirbel womöglich doch noch profitiert.

Mitten im Impf-Chaos: Das hat RTL richtig gemacht

Watson hat Medienexperten Ferris Bühler zu den jüngsten Entwicklungen rund ums Dschungelcamp befragt. Er erklärt, welche Vorteile das Impfchaos für die RTL-Show hat:

"Kurzfristig erhält das Dschungelcamp mit dem Skandal natürlich zusätzliche Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, worüber sich RTL freuen dürfte."

Positiv bewertet Bühler zudem die Tatsache, dass der Sender die Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit Christins Impfstatus nicht für sich behielt, sondern die Fans noch vor Beginn des Dschungelcamps darüber in Kenntnis setzte und rasch handelte. "Auch wenn die Ermittlungen erst gestartet und die Details noch unklar sind, wollte der Sender kein Risiko eingehen und hat die Kandidatin deshalb ersetzt – das war kommunikativ sicherlich die richtige Entscheidung", so Bühler. "Welche Auswirkungen der Skandal auf Christin Okpara haben wird, wird das Ergebnis der Ermittlungen zeigen."

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Ferris Bühler ist PR- und Medienexperte und Host des Marketing-Podcasts "StoryRadar".Bild: Thomas Buchwalder

Dass es im Vorfeld der aktuellen Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" überhaupt erst zu so einem Chaos kommen konnte, überrascht Bühler allerdings nicht – und zwar aus einem bestimmten Grund, wie er gegenüber watson näher erläutert:

"Das Casting von Teilnehmenden für Reality-Shows ist auch ohne Corona-Bestimmungen äußerst aufwändig, da viele dieser Personen während des Castings-Prozesses oft mehrmals ihre Meinung für eine Zu- oder Absage ändern oder plötzlich doch noch andere Vertragsinhalte oder Konditionen wünschen."

Und aktuell komme noch ein zusätzlicher Aufwand dazu aufgrund der erforderlichen medizinischen Dokumente und Informationen, die vom Sender eingeholt werden müssen. Bühler ergänzt: "Da ist es absehbar, dass der eine oder andere Kandidat ungenügende oder mangelhafte Informationen liefert, was schließlich zu Stress oder Problemen für die Produktionsfirma führen kann."

Sorgt Jasmin Herren für bessere Quoten?

RTL löste das Problem nun für sich so, dass der Vertrag mit Christin Okpara gekündigt wurde, wie ein Sprecher gegenüber watson bestätigte. Von Anfang an dabei ist nun Jasmin Herren, die als Ersatz-Kandidatin vom Sender engagiert wurde und nun direkt mit ins Dschungelcamp einziehen darf. Ihre Teilnahme könnte für den Sender ebenfalls von Vorteil sein, findet Bühler:

"Das Nachrücken von Jasmin Herren dürfte sich positiv auf die Quoten auswirken, da sie durch ihren verstorbenen Mann, der 2004 ebenfalls im Dschungelcamp dabei war, bereits einen direkten Bezug zur Sendung hat. Nachdem Jasmin Herren bereits angekündigt hat, dass sie mit der Teilnahme im Dschungelcamp zeigen werde, wer sie wirklich sei."

Das dürfte seiner Meinung nach durchaus für zusätzliches Interesse und höhere Quoten sorgen. Außerdem stellt der Experte fest, dass mit Jasmin Herren und Lucas Cordalis "dieses Jahr gleich zwei Kandidatin auf den Spuren ihrer verstorbenen Familienmitglieder im Dschungel wandeln – das interessiert das Publikum." Lucas' Vater Costa Cordalis, der 2019 verstarb, hatte an der erste Staffel des Dschungelcamps teilgenommen und war sogar Dschungelkönig geworden.

Willi Herren starb im vergangenen Frühjahr – kaum ein Jahr später macht seine Witwe nun beim Dschungelcamp mit. Doch Bühler glaubt nicht, dass sich diese Tatsache für Jasmin Herren nachteilig auswirken wird. Seine Ansicht begründet er so: "Jasmin Herren konnte meiner Meinung nach im Vorfeld der Sendung den Zuschauenden glaubhaft vermitteln, dass sie den Tod ihres Mannes verarbeitet hat, aber noch immer stark mit ihm verbunden ist und deshalb bereit ist, erstmals ohne ihn in einem Reality-Format mitzumachen." Aus diesem Grund ist er überzeugt:

"Das Publikum dürfte sie daher bei diesem Neustart unterstützen und sie gerne dabei verfolgen, wie sie sich im Vergleich zu ihrem verstorbenen Mann im Dschungel schlägt."

Im Dschungelcamp-Podcast sprach Jasmin Herren auch über ihre Teilnahme an dem Trash-Format und erzählte, dass diese ganz im Sinne ihres verstorbenen Mannes sei: "Ich weiß, dass er es sich gewünscht hat", erklärt Jasmin – "klar haben wir da mal drüber geredet". Gleichzeitig stellte sie klar: "Ich muss mich nicht auf meinem Mann ausruhen, ich bin ein eigenständiger Mensch. Ihr habt keine Ahnung, wer ich bin."

Christin Okpara bricht ihr Schweigen

Aber wie geht es nun für Christin Okpara weiter? Gegen sie wird aktuell ermittelt. Der Grund: Sie soll einen gefälschten Impfnachweis vorgelegt haben. Bereits vergangene Woche soll sie am Frankfurter Flughafen bei einer Ausreisekontrolle nach Südafrika aufgefallen sein, wie die Bundespolizei in Frankfurt/Main am Wochenende mitteilte. Der mitgeführte Impfnachweis habe – die Corona-Schutzimpfungen betreffend – "Unregelmäßigkeiten" aufgewiesen.

Man habe daher ein Verfahren wegen des dringenden Tatverdachts des "Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse" gegen sie eingeleitet. Es wurden auch Beweismittel sichergestellt. Bis die Ermittlungen jedoch abgeschlossen sind und es zu einer rechtskräftigen Verurteilung gekommen ist, gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung.

Christin Okpara soll eine gefälschten Impfnachweis mit sich geführt haben.
Christin Okpara soll eine gefälschten Impfnachweis mit sich geführt haben.Bild: imago images / Gartner

Christin meldete sich inzwischen selbst zu Wort. Auf Instagram richtete sie eine kryptische Nachricht an ihre Follower: "Jetzt beruhigen wir uns erstmal. Für bestimmte Sachen gibt es eine ganz plausible Erklärung." Sie bedauere ihr Ausscheiden, sie habe eine Pechsträhne gehabt. Zu den Vorwürfen äußerte sie sich allerdings nicht direkt, stattdessen führte sie aus: "Ich bin halt eine Persönlichkeit – ich kann sehr gut austeilen. Man muss mit so einer Persönlichkeit auch gut einstecken können. Und das kann ich sehr gut." Abschließend richtete sie noch eine Warnung an ihre Kritiker: "Ich verspreche euch, dass war für mich noch lange nicht das Ende."

(mit Material von dpa)

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