Nachdem bereits Rapsöl in Supermärkten rationiert wurde, werden nun auch andere Ölsorten knapp.
Nachdem bereits Rapsöl in Supermärkten rationiert wurde, werden nun auch andere Ölsorten knapp.Bild: Screenshot Twitter
Ukraine-Krise

Nach Rapsöl: Nächstes Produkt wegen Ukraine-Krieg im Supermarkt rationiert

16.03.2022, 16:33

Wer Pflanzenöl im Supermarkt kaufen möchte, muss sich auf höhere Preise, Rationierungen und teilweise leere Regale gefasst machen. Nachdem bereits Rapsöl in Supermärkten rationiert wurde und Kunden maximal vier Flaschen pro Person kaufen durften, geht es nun auch mit anderen Öl-Sorten weiter. Auch Sonnenblumenöl soll jetzt zur Rarität werden. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch vor allem der Krieg in der Ukraine ist für die Einschränkungen verantwortlich.

Die russischen Angriffe und die beschlossenen Sanktionen haben unmittelbar Einfluss auf die Produktion und Logistik von Ölsaaten im ganzen Land – und demnach auch auf das Angebot in deutschen Supermärkten. Statistiken des Verbands der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) zufolge, sind die Ukraine nämlich mit 51 und Russland mit 27 Prozent die weltweit wichtigsten Exportländer für Sonnenblumenöl. Deutschland deckt seinen Bedarf an Sonnenblumenöl zu 94 Prozent über Importe.

Ukraine-Krieg hat Einfluss auf Öl-Bestände im Supermarkt

"Noch ist in den Lagern Ware für etwa vier bis sechs Wochen vorhanden", sagt Maik Heunsch, Pressesprecher des OVID, gegenüber der "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". Wie es dann weitergehe, sei unklar. Die Ukraine hätte noch 2,5 Millionen Tonnen Rohöl, die jedoch wegen blockierter Lieferwege und Arbeitermangel nicht aus dem Land kommen.

"Der Konflikt wird auch Einfluss auf die heimische Versorgung mit Eiweißfuttermitteln aus Sonnenblumen, Raps oder Soja für Rind, Schwein und Geflügel haben", heißt es in einer Pressemeldung des OVID-Verbandes. Mehr als zwei Drittel des europäisch erzeugten Sojas stammt aus Russland und der Ukraine – eine kurzfristige Kompensation aus alternativen europäischen Herkünften stehe nicht zur Verfügung.

Supermärkte rationieren Sonnenblumen-, Raps- und Olivenöl

Im Netz berichten Leute davon, dass in einigen Supermärkten, darunter auch Aldi, Lidl, Rewe und Edeka, das Sonnenblumenöl bereits komplett ausverkauft sei. Um Hamsterkäufen entgegenzuwirken, haben viele Filialen bereits damit angefangen, die Ausgabe von Pflanzenölen zu beschränken. Auf Twitter berichtete ein Aldi-Kunde: "Kein Sonnenblumenöl. billiges Oliven/Rapsöl ist auch weg. Auf dem gelben Zettel steht: nur eine Flasche pro Person."

Auch bei Edeka wird der Verkauf von Pflanzenöl eingeschränkt. Ein Twitter-User teilte zuletzt das Foto eines leeren Ölregals, an dem ein Zettel mit dem Hinweis "nur 2 Flaschen Öl pro Haushalt" hängt.

Irre Twitter-Theorie: Pflanzenöl statt Sprit?

Angesichts der immer weiter steigenden Spritpreise, haben einige Twitter-User die Theorie aufgestellt, dass sich Leute das Speiseöl ins Auto schütten und es deshalb zur Ölknappheit kommt. "Tanken die Leute jetzt eigentlich mit Sonnenblumenöl oder warum sind die Supermärkte leergeräumt?", schrieb eine Nutzerin verwundert.

"In unserem Edeka ist das Öl aus. Klopapier, Nudeln, Reis, Seife – alles da, nur Öl ist weg", erstaunte sich ein weiterer User. "Fahren nun die Hochtaunus-SUVs mit Raps- und Olivenöl statt Diesel?"

(fw)

Coca-Cola und Co.: Kunden müssen sich auf große Änderung einstellen

Flasche in die Hand und Deckel ab – so einfach war es bisher. Doch damit ist bald Schluss. Verbraucher:innen müssen sich auf eine große Änderung bei Getränken einstellen. Während Liebhaber:innen von Coca-Cola oder anderen Softgetränken mit der Neuerung bereits konfrontiert worden sein könnten, wird sie bei so manch einem noch gänzlich unbekannt sein: die sogenannten "Tethered Caps".

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