Deutschland
23.10.2020, Rheinland-Pfalz, Mainz: Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, lernt mit einer Sch

Vor allem die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern leidet während der Corona-Pandemie. Bild: dpa / Andreas Arnold

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Um Schüler und Eltern zu entlasten: Lehrerpräsident fordert zusätzliches Schuljahr

Wie sollen die deutschen Schulen mit der Corona-Pandemie umgehen? Sind Schulen wirklich Infektionsherde? Und wie kann das Recht auf Bildung sichergestellt werden? Mit diesen Fragen muss sich momentan die deutsche Politik befassen. Eine allgemeine Maskenpflicht in Schulen gibt es noch nicht. Ebenso wenig eine einheitliche Regelung für den Fernunterricht oder das Halbieren von Klassen. Die Bund-Länder-Konferenz am Montag brachte kein nennenswertes Ergebnis.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, kritisiert die Uneinigkeit zwischen Bundesregierung und Ministerpräsidenten. "Die Corona-Schulpolitik fast aller Bundesländer ist gekennzeichnet durch Hektik, Planungslosigkeit und fehlende langfristige Konzepte", erklärt Meidinger gegenüber watson. Einen langfristigen Masterplan brauche es aber, "um Eltern, Lehrer und Schüler nicht tagtäglich durch neue kurzfristige Maßnahmen zu verunsichern". Vor allem über die Zurückhaltung bei der allgemeinen Maskenpflicht wundert er sich:

"Warum es nicht einmal gelungen ist, eine bundesweit geltende Maskenpflicht – zumindest für Schüler an weiterführenden Schulen, unserer Ansicht nach auch für Grundschüler – in den Maßnahmenkatalog von Bund und Ländern aufzunehmen, ist völlig unerklärlich und geradezu verantwortungslos."

Lehrerpräsident: Zusatzjahr würde Druck reduzieren

Doch selbst diese kurzfristigen Maßnahmen gehen Meidinger nicht weit genug. Denn es zeichne sich bereits ab, "dass auch dieses Schuljahr kein normales Schuljahr werden wird" und es nicht gelingen werde, die Lehrpläne zu erfüllen. Die Lücken des vergangenen Schuljahres würden somit noch größer. Daher plädiert Meidinger für die Möglichkeit eines Zusatzjahres. Dieses würde für viele Eltern und Schüler den "enormen Druck aus der jetzigen Situation herausnehmen" und auch das Problem des Notendrucks entschärfen.

ARCHIV - 05.02.2018, Bayern, Deggendorf: Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. (Zu dpa

Heinz-Peter Meidinger ist Lehrer, Schulleiter und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL). Bild: dpa / Armin Weigel

Dazu seien verschiedene Modelle vorstellbar, erklärt der Lehrerpräsident. Folgende Regelungen hält er für denkbar:

Zusätzlich seien weiterhin Lernangebote am Nachmittag ohne Verlust eines Schuljahres weiter anzubieten, erklärt Meidinger. Er weiß aber auch: "Wenn viele ein Zusatzjahr machen, erhöht sich allerdings der Lehrerbedarf, jedoch nicht von heute auf morgen, sondern verteilt auf mehrere Jahre."

"Ich bin es leid": Virologin Brinkmann mit leidenschaftlichem Appell

Auf der Bundespressekonferenz am Dienstag sprachen unter anderem Jens Spahn und der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, Lars Schaade. Spahn sprach im Zusammenhang mit Corona von einer "Mammutaufgabe" für Regierung und Gesellschaft.

Zu Gast auf der Bundespressekonferenz war auch Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. Sie kam erstmal einige Minuten zu spät, weil ihr Zug Verspätung hatte. Dafür legte sie dann umso vehementer los.

"Ich habe kein Skript …

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