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In Berlin haben Abtreibungsgegner demonstriert
quelle: imago stock&people / christian ditsch
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Streit um das Recht auf Abtreibung – Tausende demonstrieren in Berlin

22.09.2018, 19:1022.09.2018, 19:42

Begleitet von Gegenprotesten haben mehr als tausend Abtreibungsgegner am Samstag in Berlin bei einem "Marsch für das Leben" gegen Schwangerschaftsabbrüche protestiert.

"Jeder Mensch, ob geboren oder ungeboren, hat das Recht auf Leben und Achtung seiner Würde", hieß es in dem Demonstrationsaufruf.

Dagegen wandte sich ein Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, das sich für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen einsetzt, über die Fortsetzung einer ungewollten Schwangerschaft zu entscheiden.

Bild: imago stock&people

CDU-Politiker und Kirchenvertreter unterstützen die Abtreibungsgegner

Die vor allem von konservativen Kreisen getragene selbsternannte "Lebensschutzbewegung" ist auch in den christlichen Kirchen umstritten. Unterstützung erhielt der "Marsch für das Leben" von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, aber auch von einigen evangelischen Landesbischöfen. Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx sprach sich in einem Grußwort zugleich für konkrete Unterstützung für Schwangere aus, um betroffenen Frauen Alternativen zu einer Abtreibung aufzuzeigen.

Auch der Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) stellte sich in einem Grußwort gleichfalls hinter die "Lebensschutzbewegung":

"Sie setzen ein Zeichen für Menschen – geboren oder ungeboren, jung oder alt, gesund oder krank – deren uneingeschränktes Recht zu leben bedroht ist."
Unions-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder.
Unions-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder.
Bild: dpa

Ein breites Bündnis protestierte gegen Kriminalisierung von Abtreibungen

Ebenfalls mehr als tausend Menschen beteiligten sich an den Gegenprotesten, zu denen ein breites Bündnis von Frauenorganisationen, Atheisten, Grünen, Linken, der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen und Gewerkschaftern aufgerufen hatte.

Sie wandten sich gegen eine Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und drängten auch auf die Abschaffung des Paragrafen 219a, der Informationen von Ärzten über Abtreibungsangebote unter Strafe stellt.

Bei den Gegenprotesten wurde unter anderem die Abschaffung des Paragrafen 219a gefordert.
Bei den Gegenprotesten wurde unter anderem die Abschaffung des Paragrafen 219a gefordert.
Bild: imago stock&people

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws sagte der Nachrichtenagentur AFP:

"Für mich ist die Veranstaltung der Abtreibungsgegner und Abtreibungsgegnerinnen kein 'Marsch für das Leben', sondern ein Marsch gegen das Recht von Frauen über ihr eigenes Leben und ihren eigenen Körper selbst zu bestimmen."

Sie äußerte sich überzeugt, dass betroffene Frauen mit der Entscheidung über die Fortsetzung einer Schwangerschaft "verantwortungsvoll umgehen" würden.

Diese Frauen müssten "eine solche höchstpersönliche Entscheidung" aber "ohne Druck, selbstbestimmt und bestmöglich informiert treffen können", forderte Schauws weiter. Diese Informationsmöglichkeiten würden durch den Strafrechtsparagrafen 219a "auf inakzeptable Weise eingeschränkt". Dessen von SPD, Linken, Grünen und FDP geforderte Abschaffung stößt in Teilen der Union auf Widerstand.

(fh/afp)

Erst vor wenigen Tagen sorgten radikale Abtreibungsgegner in Köln für Aufregung:

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