Leben
 02.03.2020, Berlin, Deutschland - Pressekonferenz: Unterrichtung des Bundesministeriums fuer Gesundheit zum Umgang mit dem Coronavirus. Foto: Prof. Dr. Christian Drosten, Direktor Institut fuer Virologie, Charite Berlin. *** 02 03 2020, Berlin, Germany Press conference Briefing of the Federal Ministry of Health on handling the coronavirus Photo Prof Dr Christian Drosten, Director Institute of Virology, Charite Berlin

Christian Drosten verspricht sich viel von der App. Bild: imago images / Reiner Zensen

Das hält Virologe Drosten von der Corona-Warn-App

Ab Dienstag dieser Woche ist die Corona-Warn-App zum Download verfügbar und viele Deutsche sind noch skeptisch: Nützt die App überhaupt noch etwas? Oder steckt dahinter nur Datenklau?

Christian Drosten äußert sich dazu in der aktuellen Folge seines NDR-Podcasts "Coronavirus-Update" und erklärt, warum er die App für wichtig hält und sie selbst ebenfalls installieren möchte.

App downloaden, um den zweiten Lockdown zu vermeiden

Gerade jetzt, wo die Infektionszahlen so niedrig sind, halten viele eine Installation für überflüssig. Doch der Virologe entgegnet entschieden: "Wir müssen GERADE bei den derzeit niedrigen Inzidenzen besonders gutes Kontakt-Tracing machen."

Nur, weil wir vergleichsweise wenige Corona-Fälle gehabt hätten, sei ein so gelockertes Leben überhaupt wieder möglich, sagt er weiter. Mithilfe einer App könnte im Falle eines Ausbruchs schnell gehandelt und damit der Ist-Zustand gehalten werden. Drosten sagt dazu: "So hält man die R-Ziffer im niedrigen Bereich."

"Je besser das Tracing funktioniert, desto länger können wir das durchhalten, auch zum Herbst und Winter hin. Und da ist natürlich so eine Tracing-App ein entscheidend wichtiges Werkzeug, weil wir ja wissen, dass die Übertragung so schnell ist, (...) dass wir mit konventionellem Kontakt-Tracing bei vielen Fällen einfach zwangsläufig zu spät kommen und dass es vor allem auf Geschwindigkeit ankommt."

Christian Drosten quelle: "Coronavirus-update"

Zwar hatten Forscher aus Oxford geschätzt, dass mindestens 60 Prozent der Bevölkerung die App downloaden müssten, um einen Effekt zu erzielen. Doch Drosten glaubt das nicht: "Wenn da erst die Telefonketten losgehen, dann verliert man die wichtigste Zeit und da kann natürlich – auch wenn nur wenige Personen diese Kontakt-App laden – dennoch an vielen Stellen ein entscheidender Unterschied erzielt werden."

Superspreader-Events könnten so schnell erkannt und zurückverfolgt werden und der Sommer könnte ohne weiteren Lockdown auskommen.

Übrigens: Drosten hat die App noch nicht installiert, obwohl er es noch vorhat:

"Mein Handy war aber auch heute Morgen leer, das muss jetzt erstmal geladen werden."

(jd)

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