Leben
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Watson/montage

Emma Amour

Wie ich mich bei meinem ersten und einzigen Dreier für immer blamierte

Es war eine dieser Sommernächte, die perfekt begann. Ich, damals Mitte 20, lag im luftigen Kleid auf einer Wiese am See. Um mich herum meine Freundinnen, mein bester Freund, Kumpels – und er. Er, Lukas. 28 Jahre pure Schönheit. Wir dateten schon eine Weile. Sex hatten wir noch keinen.

Wir grillten, hörten Musik, tranken Bier. Gegen 22 Uhr zogen wir uns aus. Splitterfasernackt sprangen wir ins Wasser. Für zehn Minuten ließen wir die Hippie-Bewegung aufleben. Wir waren Woodstock in Zürich. Wir waren "Hair" im real Life. Wir waren die echte Antwort auf jedes Aerosmith-Video.

Sex kann man auch verschieben, denk ich – und bin nackt!

Zwei Stunden später nahm ich meinen Schwarm mit zu mir. Wo ich aufs Ganze gehen wollte. All in. Wie es kam, dass mein bester Freund ebenfalls bei mir landete, weiß ich nicht mehr. Der Alkohol.

Wir tranken weiter. Tanzten zu Bravo-Hits durch meine Wohnung und wurden etwas touchy. Ich dachte mir nichts dabei. Mit meinem besten Freund habe ich nach seiner letzten Trennung schon wochenlang mein Bett geteilt und bei meinem Schwarm fühlte ich mich auch sehr wohl.

Den Sex verschieb ich halt, dachte ich, während ich zu Loonas "Bailando" meine Hüften kreisen ließ. Noch während ich am Gedanken rumstudierte, spürte ich Lukas’ Mund am Hals und die Hände meines besten Freundes auf meinem Po. Sieben Sekunden später war ich nackt.

Vier Hände und ein Dämon in meinem Kopf

Wir landeten in meinem Bett. Der Schwarm links, ich in der Mitte, der beste Freund rechts. Bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte, waren vier Hände und zwei Zungen auf meinem Körper zugegen.

Schon klar. Das klingt super. Wer jetzt aber auf eine Fortsetzung der Geschichte in bester Pornhub-Manier prangt, kann hier mit dem Lesen aufhören.

Was jetzt kommt, ist nämlich das pure Leben, wie es mich all die Frauenmagazine wie "Elle", "Cosmopolitan", "Joy" und wie the Fuck die auch immer heißen, lehrten.

Lasst mich zum Punkt kommen. Also zum Höhepunkt. Den ich den Männern vorgespielt habe. Nicht, weil ich nicht fähig zu echten Orgasmen bin. Sondern weil mich die Situation überforderte. Und der Dämon in meinem Kopf im Eifer des Gefechts – und im Suff – nicht wusste, wie ich sonst möglichst schnell aus dieser Nummer rauskomme.

In your face, Sexgöttin!

Eine Rechnung, die ich ohne meinen besten Freund gemacht habe. Während ich Meg Ryan in "When Harry met Sally" machte und mir einen abstöhnte, brach er in schallendes Gelächter aus: "Emma, das ist die schlechteste Vorstellung ever!"

Der Schwarm erstarrte kurz, bevor auch er einem Lachflash verfiel.

Nur ich fand die Situation maximal semi-lustig. Wobei nein, ich fand sie nicht lustig. Kein bisschen. Im Gegenteil. Ich wollte mich in Luft auflösen. Wollte weg, konnte aber nicht, da ich ja daheim war.

Die Erotik war weg. Danke, Magazine, die ihr mich alle lehrtet, wie die perfekte Sexgöttin in mir einen Orgasmus vorspielt und dabei nicht auffliegt. Mein Glück war, dass die Jungs tolle Männer sind. Sie nahmen es mit Humor. Und nach rund sieben Jahren kann heute auch ich mitlachen.

Mein bester Freund ist immer noch mein bester Freund. Wir hatten nie wieder was miteinander.

Aus dem Schwarm und mir wurde nichts.

Orgasmen spiele ich keine mehr vor. Außer dieses eine Mal…neulich … ach, dieses Kapitel schlage ich ein anderes Mal auf.

Adieu,

Bild

Bild: watson.ch

Emma Amout ist...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons neue Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch jeden Freitag deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Straße hoppeln zu können.

Hast du eine Frage?

Dann schick sie per Mail an Emma: emma.amour@watson.ch

Dr. G-Punkt über Periodensex:

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Video: watson/Gunda Windmüller, Lia Haubner

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