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Supermarkt: Preise für Bio-Lebensmittel überraschen – Experte klärt auf

Ransbach-Baumbach Themenfoto: Konsum, Versorgung, Nahrungsmittel, Supermarkt, Einkauf, Versorgung, Lebensmittel, 12.12.2023 Regal mit BIO Gemuese in einem REWE-Supermarkt Themenfoto: Konsum, Versorgun ...
Bio gleich teuer: Stimmt diese Annahme wirklich?Bild: iMAGO images / Augst / Eibner-Pressefoto
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Preise für Bio-Lebensmittel überraschen – Experte klärt auf

20.01.2025, 19:1420.01.2025, 19:14
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Bio-Lebensmittel sind immer teurer, oder? Wer beim Einkaufen und Stöbern durch die Supermarktregale einen genauen Blick auf die Preise wirft, dem dürfte aufgefallen sein, dass diese Annahme so nicht stimmt. Zumindest nicht mehr. Manche Bio-Produkte kosten mittlerweile genauso viel wie Nicht-Bio-Produkte.

In den vergangenen Jahren ist der Preisunterschied zunehmend kleiner geworden. "Das ist beispielsweise bei Nudeln, Tomaten, Äpfeln, Bananen, Möhren und einigen Milchprodukten der Fall", sagt Peter Röhrig vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gegenüber dem rbb.

Der Experte weiß auch, warum Verbraucher:innen die genannten Lebensmittel in Bio-Qualität zu einem ähnlichen oder sogar zum gleichen Preis wie Produkte aus konventionellem Anbau bekommen.

Supermarkt: Bio-Landwirtschaft macht laut Experte "unabhängiger"

Es kommen verschiedenen Punkte zusammen. Da sind zum einen die durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine gestiegenen Energiekosten, was auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft hat. Konkret betrifft das die Herstellung von synthetischen Düngern, für die viel Energie benötigt wird. Auch der Import von fertigem Kunstdünger aus Russland konnte keine Kosten senken, heißt es.

Landwirt:innen, die Bio-Produkte anbauen, haben das Problem der hohen Düngekosten nicht. "Die Bio-Bauern bauen Pflanzen an, die den Stickstoff eigenständig aus der Luft holen, in den Boden bringen und dadurch ihre Ernten sichern. Insofern macht Bio-Landwirtschaft auch unabhängiger", erklärt Röhrig dem rbb.

Bio-Landwirt:innen profitieren außerdem davon, dass unter anderem der Einzelhandel langfristige Verträge mit ihnen eingeht. Im Bio-Bereich hätten diese oftmals eine Laufzeit von mehreren Jahren.

Die Supermärkte und Discounter können so die Preise für ihre Bio-Eigenmarken über einen langen Zeitraum stabil halten, erklärt der Experte. Hohe Preissteigerungen bleiben – ganz zum Vorteil der Verbraucher:innen – aus.

Bio-Fleisch weiterhin teurer als konventionelles Fleisch

Die wirtschaftlichen Änderungen der vergangenen Jahre und die langen Verträge: Es gibt zwei entscheidende Gründe, für die preislichen Annäherung von Bio-Lebensmitteln an Produkte aus dem konventionellen Anbau. Für ein Produkt gilt das jedoch nicht: Fleisch.

Wer beim Fleisch wert auf Bio-Qualität legt, zahlt immer noch deutlich drauf. Wie der rbb berichtet, liegt das laut dem Deutschen Bauernverband unter anderem an den höheren Weide- und Stallflächen und an dem zusätzlichen Weidegang. Das Öko-Futter sei außerdem sehr teuer.

Peter Röhrig vom BÖLW wirbt bei Verbraucher:innen trotzdem darum, Bio-Fleisch zu kaufen. In einem Bio-Landwirtschaftsbetrieb würden die Kapazitäten für die Flächen und dementsprechend auch der benötigte Dünger genau berechnet werden. Laut Röhrig würde das "irre Folgekosten" ersparen. "Pestizid- und Düngerrückstände aus dem Grundwasser zu reinigen, das bezahlen wir alle."

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