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Rollen-Klischee: Typische Frauen- und Männerberufe nehmen ab

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Immer mehr Frauen beweisen ihr Können in typischen Männerberufen.Bild: getty images / monkeybusinessimages
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Geschlechterunterschiede in "klassischen" Frauen- und Männerberufen nehmen ab

23.04.2024, 14:34
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Frauen suchen sich einen Job als Erzieherin oder Krankenschwester und Männer werden im Baugewerbe oder technischen Sektor tätig. Das sind klassische Stereotype, die früher galten und auch heute noch teilweise in den Köpfen der Menschen verankert sind.

Vor einigen Jahren wäre es für eine Frau noch unmöglich gewesen beispielsweise als Mechatronikerin zu arbeiten und ein Mann wäre verspottet worden, wenn er sich für einen Pflegeberuf entschieden hätte. Diese Denkweise hat sich zum Glück in der letzten Zeit gewandelt und die Geschlechterverteilung in den jeweiligen Berufen balanciert sich langsam, aber sicher aus.

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Diese positive Entwicklung beweist zuletzt das Statistische Bundesamt: In einer Reihe von "klassischen" Frauen- und Männerberufen nehmen die Geschlechterunterschiede allmählich ab. Es trauen sich also immer mehr Frauen in männerdominierte Jobs und Männer versuchen sich in Berufsfeldern mit einem höheren Frauenanteil.

Young female cafe worker indoors. Conception of business and service.
Der Job im Café ist mittlerweile bei beiden Geschlechtern sehr beliebt.Bild: getty images / standret

Womenpower: In diesen Bereichen arbeiten zunehmend mehr Frauen

  • Technischen Forschung und Entwicklung: Der Frauenanteil stieg im vergangenen Jahr mit 42.000 weiblichen Beschäftigten auf 18 Prozent – zehn Jahre zuvor waren es noch elf Prozent.
  • Informatik: Im vergangenen Jahr arbeiteten dort 64.000 Frauen, das war ein Anteil von knapp 18 Prozent, nach 14 Prozent im Jahr 2013.
  • Forst- und Jagdwirtschaft sowie Landschaftspflege: Der Frauenanteil stieg von zehn auf 19 Prozent, wie die Statistiker in Wiesbaden weiter bekannt gaben.
  • Polizei, Kriminaldienst, Gerichts- und Justizvollzug: Hier gab es ein saftiges Plus von zuvor knapp 20 auf zuletzt gut 28 Prozent.

Diese Berufsfelder sind für manche Frauen oft noch ein klares No-Go, da sie einen schlechten Ruf tragen: Dort soll ein schlechtes Frauenbild herrschen und man soll ungerecht behandelt werden. Doch das ist in zahlreichen Unternehmen nicht der Fall. Deshalb ist es wichtig, dass mit steigenden Frauenquoten ein Zeichen gesetzt wird.

Diese Sektoren freuen sich über mehr männliche Unterstützung

  • Körperpflegeberufe: Der Anteil von Männern vergrößerte sich mit 56.000 auf 18 Prozent. Im Jahr 2013 waren es noch zehn Prozent.
  • Altenpflege: In der Altenpflege arbeiteten zuletzt 103.000 Männer – das waren 17 Prozent, nach 13 Prozent zehn Jahre zuvor.
  • Lebensmittelverkauf: Auch hier nahm der Anteil der tätigen Männer deutlich zu, nämlich von 14 auf zuletzt 23 Prozent.

Vor allem in der Pflege, aber auch im Lebensmittelhandel herrscht ein großer Personal- und Fachkräftemangel. Diese essenziellen Bereiche sind besonders auf mehr Unterstützung angewiesen – jede helfende Hand ist herzlich Willkommen.

Girls'Day und Boys'Day: Diese Aktion stärkt den wachsenden Trend

Trotzdem sind Frauen in der IT, Forschung oder Polizei nach wie vor unterrepräsentiert und für Männer gilt dasselbe in Pflegeberufen oder beim Lebensmittelverkauf. Doch das ändere sich zunehmend. Ein Grund dafür ist der Girls'Day und Boys'Day.

Dieser Aktionstag findet einmal im Jahr statt, 2024 spielt sich die Veranstaltung am 25.04. ab. Das Event soll Mädchen dazu animieren, technische und naturwissenschaftliche Berufe auszuüben und Jungs dürfen in klassische Frauenberufe schnuppern.

Viele verschiedene Unternehmen öffnen an diesem Tag ihre Türen und verschaffen jungen Leuten einen Einblick in den Arbeitsalltag. Da die jungen Menschen gerade vor der Entscheidung für eine passende Ausbildung oder ein Studium stehen, kann das nochmal zum Umdenken anregen und neue Impulse setzen.

Der Weg zu einer Arbeitswelt ohne Geschlechterunterschiede ist zwar noch lang, doch dieser wachsende Trend macht Hoffnung. Der Markt der Möglichkeiten wird für junge Menschen immer größer – sie müssen sich nur trauen.

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