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Drug-Checking in Thüringen: Projekt soll vor gefährlichen Drogen schützen

Young girl buying drugs inside of night club at party time.
Was drinsteckt, zeigt erst der Test.Bild: Getty Images / standret
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Drug-Checks in Thüringen sollen vor Überdosis schützen

Im vergangenen Jahr lag die offizielle Zahl der Drogentoten in Thüringen laut dem Gesundheitsministerium bei 49 Menschen. Das war der höchste Wert seit Beginn der Erfassung 2006. Das Land setzt Maßnahmen.
29.08.2025, 16:3629.08.2025, 16:36
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In Thüringen läuft seit einigen Jahren ein innovatives Präventions‑Projekt: mobiles Drug‑Checking. Konsumierende können ihre Substanzen vor Ort analysieren lassen und erfahren so, welche Wirkstoffe tatsächlich enthalten sind und ob gefährliche Streckmittel oder überdosierte Substanzen im Spiel sind.

Nun erfolgte die Auswertung von über 600 Proben aus den letzten fünf Jahren auf Festivals und Partys. Dabei wurden verunreinigte oder besonders hoch dosierte Drogen identifiziert.

"Die Erkenntnisse aus den Tests können auch genutzt werden, um vor besonders gefährlichen Substanzen oder Chargen zu warnen", erklärte Patrick Krauße, Projekt-Koordinator der Suchthilfe Thüringen. "Solche Warnungen gelten dann nicht nur für die jeweilige Party, sondern werden bundesweit verbreitet."

Niedrigschwellige Beratung

Partygänger:innen gelten als schwer erreichbare Zielgruppe in der Suchtprävention. Durch das Angebot auf Festivals und ähnlichen Veranstaltungen erhalten sie einen niedrigschwelligen Zugang zur Suchtberatung. Gleichzeitig liefern die vor Ort analysierten Substanzen Einblicke in den Drogen-Schwarzmarkt.

Die Tests zeigen: Immer häufiger wird Kokain analysiert und etwa die Hälfte der Proben ist verunreinigt, teils mit giftigen Substanzen. Auch der Wirkstoffgehalt bei MDMA steigt. Die gefährliche Ecstasy-Pille "Blue Punisher", die mit Todesfällen in Verbindung gebracht wurde, tauchte mehrfach auf.

Immer wieder zeige sich, dass Menschen auf den Konsum verzichten, wenn die Analyse ergibt, dass ihre Substanz verunreinigt oder besonders hoch dosiert ist, heißt es. Teil des Projekts ist außerdem, Konsumierende umfassend über die allgemeinen gesundheitlichen Risiken des Drogenkonsums aufzuklären.

Konsumenten testen selbst

So funktioniert das Ganze: Vor Ort erhalten Konsumierende eine Anleitung zur eigenständigen Anwendung der Test-Kits, bei der ein kleiner Abrieb der Substanz genügt, berichtete die "Ärzte Zeitung" schon 2023. Da die Tests von den Nutzer:innen selbst durchgeführt werden, bleibt das Drug-Checking-Team rechtlich auf der sicheren Seite.

Das Land unterstützt das Projekt seit 2021. Für das Drug-Checking hat Thüringen 120.000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt. Die aktuelle Förderung durch das Thüringer Gesundheitsministerium läuft bis Ende des Jahres.

Das Team der Suchthilfe Thüringen hofft darauf, dass das mobile Angebot künftig durch eine stationäre Anlaufstelle ergänzt werden kann. Wie lange das Drug-Checking so weitergehen kann, ist jedoch noch unklar.

(mit Material der dpa)

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