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Auf dem Oktoberfest wurde für Frauen, Mädchen und weiblich gelesene Personen wieder ein Safe Space eingerichtet.Bild: www.imago-images.de / imago images / Future Image

Sexuelle Belästigung auf dem Oktoberfest: Andrang im "Safe Space" gestiegen

27.09.2022, 13:07

Auch in diesem Jahr kommen auf dem Münchner Oktoberfest wieder viele Menschen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Und auch diesmal ist die Aktion "Sichere Wiesn für Mädchen* und Frauen*" wieder auf dem Festgelände präsent. Die Aktion gibt es bereits seit 2003 und richtet sich gezielt an Frauen, Mädchen und alle weiblich gelesenen Personen. Sie soll das individuelle Sicherheitsgefühl erhöhen und Hilfe anbieten.

Dazu hat die Initiative vor Ort einen Safe Space eingerichtet, eine Anlaufstelle für Frauen und Mädchen in Not. Dort finden Wiesn-Besucherinnen einen ruhigen Ort, um herunterzukommen. Der Safe Space bietet auch einen Schutzraum und Hilfe, wenn sie sich zum Beispiel bedroht fühlen oder sexuell belästigt wurden.

Mehr Fälle von sexueller oder körperlicher Gewalt auf den Wiesn

Im Vergleich zu 2019 haben sich dieses Jahr dort mehr Frauen und Mädchen gemeldet. Mindestens 21 Besucherinnen des Oktoberfestes haben in der ersten Wiesn-Woche sexuelle oder körperliche Gewalt auf dem Festgelände erlebt, wie aus einer am Montag veröffentlichten Zwischenbilanz der Aktion hervorgeht. In der ersten Festwoche 2019 hatten hier nur 14 Frauen und Mädchen Unterstützung wegen Gewalterfahrungen gesucht.

Auf dem Oktoberfest kommen wieder viele Menschen zusammen, um zu feiern.
Auf dem Oktoberfest kommen wieder viele Menschen zusammen, um zu feiern.Bild: www.imago-images.de / imago images / Future Image

Der Andrang im Safe Space ist in diesem Jahr insgesamt gestiegen. 228 Besucherinnen, das sind 50 Prozent mehr als 2019, kamen in der ersten Festwoche. Die jüngste Klientin sei 14 gewesen, die älteste 62. Die meisten seien unter 30 Jahren. 69 von ihnen konnten den Angaben zufolge ihre Begleitung nicht mehr finden oder hatten Wertgegenstände wie Handy, Schlüssel oder Geldbeutel verloren. 21 Besucherinnen hätten wegen psychischer Krisen um Rat gebeten, 15 wegen Alkohol- oder Drogenmissbrauchs.

43 Prozent der Ratsuchenden kamen aus sonstigen Gründen, etwa um das Handy aufzuladen oder Freundinnen in Not zu begleiten. Andere hätten Gewaltvorfälle direkt miterlebt. Im Zweifel bekommen die Klientinnen auch Hilfe bei der Heimfahrt, etwa wenn sie ihr Geld verloren haben.

Verantwortliche sehen keinen generellen Gewaltanstieg

Das vergangene Wochenende sei "unsagbar aufregend" gewesen, erzählt Organisatorin Kristina Göttlober laut "Bayerischem Rundfunk". "Ich weiß nicht, ob wir noch so ein Wochenende stemmen können."

Einen generellen Anstieg der Gewalt auf dem Münchner Volksfest sehen die Verantwortlichen aber nicht. Die vermehrte Nachfrage sei auf den wachsenden Bekanntheitsgrad der Aktion zurückzuführen und auf gesellschaftliche und politische Debatten rund um das Thema.

(Mit Material von dpa)

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