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Aldi Süd, Aldi Nord und Lidl überarbeiten aktuell ihre Strategie bei der Vermarktung von bestimmten Produkten. Bild: www.imago-images.de / Michael Gstettenbauer
Supermarkt

Supermarkt: Aldi macht großen Schritt für gesunde Ernährung – und übertrumpft Rivalen Lidl

13.01.2023, 09:44

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts, die zwischen 2014 und 2017 durchgeführt wurde, sind über 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig. Fast sechs Prozent von ihnen sind demnach sogar adipös. Aktuellen Beobachtungen nach hat sich Situation in den vergangenen Jahren auch durch die Pandemie weiter stark zugespitzt. Demnach sei inzwischen jedes fünfte Kind übergewichtig.

Der Kaufmännischen Krankenkasse KKH zufolge zählt Adipositas so zu den häufigsten chronischen Erkrankungen Minderjähriger. Die gesundheitlichen Folgen, etwa Diabetes oder eine Fettleber, sind verheerend. Die Gründe für Übergewicht im Kindesalter sind dabei genauso vielseitig wie die Auswirkungen auf den Körper. Zum einen mangelt es jungen Menschen zunehmend an Bewegung, zum anderen spielt die Ernährung eine große Rolle.

Supermarkt-Kinderprodukte in der Kritik: Aldi zieht Konsequenzen

Nun scheinen Supermärkte und Discounter langsam Verantwortung übernehmen zu wollen. Nachdem Lidl bereits angekündigt hatte, seine Werbung zu verändern, ging Konkurrent Aldi Süd jetzt noch einen Schritt weiter. So teilte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, bis Ende 2025 sämtliche Rezepturen seiner Kinderprodukte zu verändern. Darunter zählen etwa Cerealien, Joghurts und Softdrinks, deren Inhaltsstoffe sich jetzt nach den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) richten sollen. Außerdem wolle das Unternehmen Werbung von gesunder und nachhaltiger Nahrung an Kinder fördern.

Schon seit längerem wird von der WHO bemängelt, dass verarbeitete Lebensmittel zu viel Salz, Zucker und Fett beinhalten. Zudem stehen auch alternative Süßstoffe und der allgemein hohe Kaloriengehalt vieler Produkte in der Kritik. Als besonders problematisch gilt in diesem Zusammenhang auch die Werbung, die teilweise direkt auf Kinder abzielt.

Lidl reagiert auf Vorwurf und ändert Werbe-Strategie

Wie Lidl zuletzt ankündigte, werde der Konzern seine Werbung diesbezüglich nun anpassen und ungesunde Lebensmittel nicht mehr an Kinder vermarkten. Ausnahmen, etwa zu Weihnachten, Ostern oder Halloween, soll es allerdings geben. Zusätzlich gab Lidl an, bis Ende 2025 auch das Produktdesign seiner Eigenmarke verändern zu wollen. Demnach sollen nur Produkte, die die Kriterien der WHO erfüllen, künftig eine für Kinder ansprechende Verpackung erhalten.

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Nestlé bewirbt seine Cerealien mit abgedruckten Tieren etwa direkt an Kinder.Bild: imago images/UIG

Aldi Nord will, ähnlich wie das Schwesterunternehmen Aldi Süd, sogar dauerhaft an seinen Rezepturen arbeiten und dabei die Empfehlungen der WHO berücksichtigen. Darüber hinaus bewerbe der Konzern eigenen Angaben zufolge schon länger kaum noch ungesunde Lebensmittel an Kinder.

Rewe-Werbung für ungesunde Snacks unter Beschuss

Das Umdenken im Einzelhandel wird womöglich auch direkt auf die Kritik zurückzuführen sein, die verschiedene Händler in der Vergangenheit erhielten. So missbilligten etwa viele im vergangenen Sommer ein Prospekt von Rewe, der Chips und Schokolade als "leckere Begleiter für den Schulalltag" anpries.

Auch in der Politik ist das Thema angekommen. So haben die Verbraucherschutzminister:innen der Länder im vergangenen Jahr ein Junkfood-Werbeverbot für Kinder gefordert. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung heißt es außerdem, dass es eine "an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt" in Zukunft "bei Sendungen und Formaten für unter 14-Jährige nicht mehr geben" dürfe.

Supermarkt: Rewe-Chef spricht Klartext über leere Regale

Erst die Pandemie mit Hamsterkäufen und Masken, nun eine Energiekrise und Inflation, die die Preise für sämtliche Lebensmittel steigen ließ: Für Supermarkt-Kunden waren die vergangenen Monate alles andere als leicht. Während besonders Menschen mit niedrigem Einkommen unter den gestiegenen Kosten an der Kasse leiden, profitieren der Handel und Hersteller von den Preissteigerungen – zumindest teilweise.

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