Es ist ja so: Des einen Freud, ist häufig des anderen Leid. In Deutschland sind dieser Tage etwa teils traumhafte Temperaturen zu beobachten, die diesig-düstere Winter-Tristesse weicht allmählich dem Frühlingserwachen. Allerdings auf Kosten unserer südeuropäischen Nachbarn.
Denn während die ersten überambitionierten Highperformer hierzulande in ihre kurzen Hosen schlüpfen, wird insbesondere der Süden Spaniens von heftigen Regenfällen heimgesucht. In den Regionen Andalusien und Murcia waren etliche Straßen nicht mehr befahrbar, zudem war der Zugverkehr stellenweise unterbrochen. Die Pegelstände vieler Flüsse sind in der Zwischenzeit bedrohlich angestiegen, sodass Hunderte Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht worden sind.
In den Tagen zuvor waren es vor allem diverse italienische Städte, Pisa, Florenz und die Region Emilia-Romagna, die von dem Starkregen betroffen waren.
Grund dafür ist das Hoch Konstantina, das in Mitteleuropa derzeit für das gute Wetter sorgt, wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung von "wetter.net" erklärt: "Das Hoch Konstantina blockiert Tiefdruckgebiete vom Atlantik. Diese finden keinen Weg zu uns und werden nach Süden abgedrängt."
Das hat zur Folge, dass die Tiefdruckgebiete, die in der Regel hoch nach Mitteleuropa ziehen würden, im Süden hängenbleiben. Dort kommt es nun zu Gewittern, heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und gar Erdrutsche – nicht nur in Spanien und Norditalien, auch in Portugal, Südfrankreich und auf Korsika. In den Regionen sind bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter möglich.
Auch in der Türkei werden in den Regionen am Schwarzen Meer starke Regenfälle erwartet, in Istanbul könnte es sogar schneien.
Für alle, die eigentlich geplant hatten, in diesen Regionen Urlaub zu machen, hat Dominik Jung einen klaren Ratschlag: "Bleiben Sie besser daheim." Wetter und Temperaturen sind in Mitteleuropa und Deutschland aktuell erheblich besser als in vielen beliebten Urlaubsorten im Süden Europas.
Auch auf Mallorca, das gemeinhin als beliebtesten Urlaubsort der Deutschen gilt, ist das Wetter derzeit ungewöhnlich schlecht. Schon jetzt hat es auf der Insel doppelt so viel geregnet wie normalerweise im gesamten Monat – und eine Besserung ist nicht in Sicht.
Wie die staatliche Wetteragentur Aemet warnt, könnte es noch drei weitere Wochen regnen, wobei solch langfristige Prognosen naturgemäß Schwankungen unterliegen.