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Keine Tierversuche: USA revolutionieren Arzneimittel-Entwicklung

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In den USA sollen Tierversuche kein notwendiger Schritt mehr bei der Arzneimittel-Entwicklung sein.Bild: WATSONCH Shutterstock
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Keine Tierversuche: USA revolutionieren Arzneimittel-Entwicklung

27.01.2023, 11:1727.01.2023, 15:14
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In den USA müssen neue Medikamente seit Kurzem nicht mehr an Tieren getestet werden, um von der US-Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassen werden zu können.

US-Präsident Joe Biden hatte im Dezember ein entsprechendes Gesetz unterschrieben, das Tierversuche in der Arzneimittelentwicklung zwar nicht verbietet, aber auch nicht mehr vorschreibt. Damit ist es nicht mehr vorgeschrieben, dass alle Arzneimittel an Tieren getestet werden müssen, bevor sie an Menschen erprobt werden.

Menschliche Mini-Organe statt Versuchstiere

Stattdessen können künftig Mittel wie menschliche Mini-Organe (Organoide), Multiorganchips oder computerbasierte Verfahren genutzt werden. Internationale Tierschutzorganisationen hatten das Gesetz begrüßt.

Für Europa sieht die zuständige Arzneimittelbehörde EMA die Zeit für einen solchen Schritt noch nicht gekommen. Noch könne nicht vollständig auf Tierversuche verzichtet werden, teilte die EMA der Deutschen Presse-Agentur in Amsterdam mit.

Neue alternative Methoden, die stattdessen benutzt werden können, müssten erst überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie verlässlich sind. Im vergangenen Jahr hatte die EMA aber eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um diesen Prozess zu beschleunigen.

Einige Methoden bereits als zuverlässiger erkannt

Im Schnitt würden mehr als 90 Prozent der Medikamentenkandidaten, die alle Tierversuche erfolgreich durchliefen, später während der klinischen Studien an Menschen aussortiert, hieß es in einer Reaktion des Vereins Ärzte gegen Tierversuche. Grund seien oft eine mangelnde Wirkung oder erhebliche Nebenwirkungen. Dabei hätten sich bestimmte tierversuchsfreie Methoden bereits als genauer und zuverlässiger als Tierversuche erwiesen.

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EU geht nach den drei "V"s vor

In der Europäischen Union werden in Arbeitsgruppen, die mit Expert:innen besetzt wurden, Verfahren der Arzneimittelentwicklung geprüft. Um die Bedingungen von Tierversuchen innerhalb der EU zu verbessern, wird nach den international geltenden Grundsätzen der "3 Vs" vorgegangen: Vermeidung, Verminderung und Verbesserung von Tierversuchen. Zusammen mit EU-Risikomanagern sollen die bestehenden Verfahren und Leitlinien auf ihre Optimierung geprüft und alternative Methoden entwickelt werden.

(sp/dpa)

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