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Dating mit Mono-Braue und Frauenbart: Frau verweigert Rasur für Traum-Mann

Augenbrauen Gesichtshaare Eldina Jaganjac
Eldina hat Pinzetten und Rasierer aus ihrem Leben verbannt.Bild: eldina_jaganjac
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Frauenbart und Mono-Braue: Dänin verweigert Rasieren – um Mann zu finden

04.03.2024, 11:07
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Seit Jahrhunderten ist es für Frauen üblich, Körperbehaarung zu entfernen. Nicht nur in der neueren Geschichte sind glatte Beine Thema: Es gibt etwa Belege dafür, dass sich bereits 10.000 vor Christus das weibliche Geschlecht in Ägypten aus ästhetischen Gründen rasierte. Sie verwendeten hierfür Bimssteine, Bienenwachs und Pinzetten aus Muscheln. Später und in anderen Kulturen verlor die Haarentfernung wieder an Bedeutung.

Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen Rasier-Unternehmen, ordentlich die Werbetrommel zu schlagen. Die Botschaft für mehr Profit: Körperbehaarung von Frauen sei unweiblich, unattraktiv und sogar schmutzig. Diese Kampagnen markierten den Beginn des langandauernden Trends für glatt rasierte Frauenbeine, -gesichter sowie haarfreier Vaginas und sogar Pos.

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Glattrasiert gilt noch immer in den Augen der meisten Menschen als schön.Bild: giphy / giphy

Aktuell deutet sich erneut ein Wandel an. Eine Pädagogin aus Kopenhagen setzt sich für "Rasier- und Zupffreiheit" ein. Sie weigert sich, die Haare zu entfernen, um ein Schönheitsideal zu bedienen. Stattdessen tritt sie selbstbewusst mit Frauenbart und Mono-Braue auf. Ihre Botschaft: "Nimm diese Pinzette und steck sie dir sonst wohin."

Dänin verweigert Rasieren und setzt auf Frauenbart und Mono-Braue

Eldina Jaganjac ist es leid, sich zu rasieren, um einem von der Gesellschaft festgelegten Schönheitsstandard gerecht zu werden. Die 31-jährige Dänin empfand die Erwartungen im Körperhaar-Management als unrealistisch. "Bevor ich meine Mono-Braue wachsen ließ, hatte ich das Gefühl, dass es extrem begrenzte Optionen dafür gab, wie eine Frau aussehen sollte", zitiert "Thoughtnova" die Frau.

Zudem sei es teuer. Aus diesem Grund hat sie beschlossen, die Haarentfernung einfach ganz sein zu lassen.

Im März 2020 verbannte Eldina schließlich Pinzetten und Rasierer aus ihrem Badezimmer. Denn sie glaubt, dass sie mit ihrer Mono-Braue und ein wenig Haar auf ihrer Oberlippe genauso weiblich ist wie andere Frauen.

Früher habe sie sich übermäßig Sorgen gemacht, bevor sie vor die Haustür ging. Bevor ihre Augenbrauen nicht perfekt gepflegt waren, ging sie einfach nicht raus. Auch das Fitnessstudio mied sie, wenn ihre Beine nicht frisch gewaxt waren. Jetzt konzentriert sie sich also auf ihre Ambitionen statt auf ihr Aussehen.

Frau will sich nicht für Männer rasieren

Ihre selbstbewusste Art kommt offenbar gut an. Auf Instagram postet die 31-Jährige regelmäßig Fotos von sich sowie empowernde Botschaften unter den Hashtags #unibrow oder #unibrowmovement. Bei der Plattform hat sie bereits über 24.000 Follower:innen, die sie inspiriert. Auch auf Youtube veröffentlicht sie Videos. Das gefällt aber offenbar nicht allen, wie "Thoughtnova" weiter schreibt.

Die Entscheidung der Frau, ihre natürliche Schönheit zu akzeptieren, stieß bei einigen Personen auf weniger freundliche Bemerkungen. Doch Eldina betrachtet die negativen Kommentare als Beweis dafür, dass es sich bei den Kritiker:innen ohnehin nicht um Menschen handelt, mit denen sie in Kontakt stehen will. Das gilt erst recht für Männer. Sie sieht nach eigener Aussage nicht ein, sich die Haare zu entfernen, nur um dem anderen Geschlecht zu gefallen.

Eldina weist in ihren Beiträgen auch auf Ungerechtigkeit hin: Männer können sich demnach das Rasieren der Beine ersparen, ohne dass sie dafür verurteilt werden. Zudem hätten Haare einen Zweck.

Haare einfach stehen lassen? Laut Experten ein Vorteil

Der menschliche Körper ist mit über fünf Millionen Haarfollikeln bedeckt. Während viele Frauen Körperbehaarung vor allem an den Beinen und im Gesicht eher als überflüssig und lästig betrachten, spielt sie tatsächlich eine wichtige Rolle. Sie hilft uns etwa, warm zu bleiben, indem sie unsere Temperatur reguliert. Zudem hat sie einen schützenden Effekt gegen Krankheitserreger und Schmutz.

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Laut dem Haptikforscher Marin Grunwald entfalten Haare sogar eine ganz besondere Wirkung, wie er gegenüber SWR verrät: "Der Haarfollikel ist von einem sehr feinen dichten Netzwerk von Rezeptoren umgeben, sodass jegliche Bewegungen, jegliche Stauchungen und Veränderungen am Haar, auch sensorisch registriert werden können." Heißt: Wer die Haare stehen lässt, spürt eine Brise Wind, eine Fliege auf der Haut und Berührungen intensiver.

Bildnummer: 52391401 Datum: 14.01.2008 Copyright: imago/imagebroker
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