Für Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer war es ein kurzes Ausflug aufs Spielfeld.
Für Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer war es ein kurzes Ausflug aufs Spielfeld.
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Analyse

Olympia: Sekunden-Auftritt bringt DHB-Star Uwe Gensheimer unter Druck

26.07.2021, 13:38
Felix Graf
Felix Graf
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Ein Jubiläum zum Vergessen: Bei seinem 200. Spiel im Trikot der Handball-Nationalmannschaft musste Kapitän Uwe Gensheimer im zweiten Vorrundenspiel gegen Argentinien schon nach ein paar Sekunden auf dem Spielfeld wieder vom Parkett.

Nachdem der Linksaußen die ersten 46 Minuten auf der Ersatzbank geschmort hatte und mit angesehen hatte, wie Vertreter Schiller sieben Tore erzielte, wurde Gensheimer für einen Sieben-Meter von Bundestrainer Gislason eingewechselt.

Gensheimer trat an und warf: Nur nicht ins Tor, sondern in das Gesicht der argetinischen Torhüters. Bei Kopftreffern während eines Sieben-Meter-Wurfes sieht das Regelwerk im Handball eine rote Karte wegen grober Unsportlichkeit vor. Und auch hier machten die Unparteiischen keine Ausnahme.

"Die rote Karte kann man geben"

Das bekannteste Gesicht des DHB-Teams konnte also Sekunden nach seiner Einwechslung schon wieder duschen gehen.

"Die Rote Karte kann man geben", räumte Gensheimer im Anschluss an das Spiel ein. Schon bei der Auftaktniederlage gegen Spanien (27:28) hatte er viel Zeit auf der Bank verbringen müssen. Auch weil der zweite Linksaußen im Team, Marcel Schiller, in Tokio zu Topform aufläuft.

Die rote Karte tat dem Spielfluss der Deutschen indes keinen Abbruch. Souverän löste man die Pflichtaufgabe gegen den Südamerika-Meister. Am Ende stand ein 33:25 Sieg zu Buche. Erfolgreichste Torschützen für das deutsche Team waren Timo Kastening und Marcel Schiller (beide sieben Treffer).

Vor dem Kracher-Spiel gegen Rekord-Weltmeister Frankreich herrscht bei der Nationalmannschaft nach dem Sieg gegen die Südamerikaner jetzt Optimismus. Es habe, so Gislason, nach der unglücklichen Niederlage gegen Spanien "viel Druck" auf der Mannschaft gelastet.

"Jetzt wollen wir gegen Frankreich gewinnen", sagte Gensheimer-Vertreter Schiller. Für die anvisierte Medaille muss sich die deutsche Mannschaft allerdings noch steigern. Vor allem die Chancenauswertung ließ am Montag erneut zu wünschen übrig.

Schwankende Gensheimer-Form setzt sich fort

Die rote Karte für Gensheimer lässt die Diskussion um Deutschlands Kapitän wieder einmal auflodern. Die wechselhaften Darbietungen des 34-Jährigen standen bereits bei der Weltmeisterschaft in Ägypten im Frühjahr im Fokus. Zu fahrig in den Abschlüssen, teils schon genervt und enttäuscht von der eigenen Leistung wirkte Gensheimer.

Gegen Frankreich braucht Bundestrainer Gislason jetzt einen Weltklasse-Gensheimer. Einen, der auch die entscheidenden Treffer wieder versenkt. Der Bundestrainer glaubt an ihn, eine Sperre wegen der roten Karte sei nicht zu erwarten: "Er wird spielen können", so der Bundestrainer.

Die rote Karte ist für Gensheimer nach eigenen Worten abgehackt: "Klar, es ist unglücklich. Wenn es im 199. Spiel passiert wäre, hätte es mich aber genauso aufgeregt", sagte der Linksaußen nach seinem frustrierenden Kurzauftritt.

Für den Kapitän der DHB-Auswahl zählt aber nur die Leistung der Mannschaft: "Wir haben das Spiel gewonnen, deswegen bin ich jetzt auch glücklich."

Dennoch ist klar: Um bis in die Medaillenränge vordringen zu können, braucht das Team Anführer Gensheimer in Topform.

Und wann gibt es einen besseren Zeitpunkt, als diese am Mittwoch gegen Frankreich (14.30 Uhr/ZDF) abzurufen?

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