Eintracht Frankfurt hat einen optimalen Start in die neue Saison erwischt. Die Hessen setzten sich in der ersten Runde des DFB-Pokals letztlich souverän mit 5:0 gegen Oberligist FV Engers 07 durch, in der Bundesliga fegte die hessische Offensivgewalt anschließend über Werder Bremen hinweg. Am Ende stand ein 4:1 auf der Anzeigetafel.
Dabei haben die Frankfurter im Sommer mal wieder ihren wichtigsten Spieler verloren: Hugo Ekitiké ist für 95 Millionen Euro zum FC Liverpool gewechselt. Erst wenige Monate zuvor hatte die Eintracht Omar Marmoush nach Manchester ziehen lassen.
Nun ist es nicht so, als würde in Frankfurt niemand mehr über Ekitiké, Marmoush oder die vielen prominenten wie teuren Vorgänger sprechen. Bei der SGE sind sie stolz darauf, ein Teil der Entwicklung dieser Stars gewesen zu sein. Nachtrauern aber müssen die Hessen den Ex-Spielern nicht unbedingt.
Denn praktisch jede Saison stellt der Bundesligist mindestens einen neuen Shootingstar. Und auch in diesem Sommer scheint alles angerichtet zu sein, denn Can Uzun stach bei dem ohnehin starken Saison-Start heraus.
Im DFB-Pokal bereitete er einen Treffer vor, noch mehr aber glänzte er in der Liga gegen Bremen. Mit seinem Traumtor eröffnete er die Party, butterweich und mit Übersicht legte er anschließend zwei weitere Treffer auf.
"Er hat ein wahnsinniges Talent, um Fußball zu spielen", lobte Dino Toppmöller den Youngster anschließend. "Wir sind froh, dass er da ist, und hoffen, dass er weiter so Fußball spielt."
Noch in der Vorsaison sah die Welt ein wenig anders aus. Uzun, frisch aus Nürnberg verpflichtet, saß bei der Eintracht oftmals nur auf der Bank. Fans und Umfeld wurden ob des großen Talents, das der Deutsch-Türke in der 2. Bundesliga zuvor schon gezeigt hatte, ungeduldig.
"Es ist wie so häufig im Sport: Verfeuer die Jungen nicht ganz so schnell, sondern führe sie behutsam heran. Gib ihnen Spielzeit, und das wird sich am Ende auszahlen. Das ist ja ein absolutes Erfolgsgeheimnis von Eintracht Frankfurt", erklärte TV-Kommentator Marco Hagemann nun im Podcast "Stammplatz".
Beruflich bedingt sei er in den vergangenen Jahren "sehr nah an Eintracht Frankfurt dran gewesen", für RTL kommentierte er etwa zahlreiche Partien in der Europa League. Die entsprechende Vorgehensweise der SGE hat Hagemann dabei immer wieder beobachtet.
Uzun sei dabei ein weiteres Beispiel fürs vorsichtige Heranführen, um sich somit an das höhere Niveau zu gewöhnen:
Diese Taktik scheint nun einmal mehr aufzugehen, Uzun könnte der nächste Frankfurter Shootingstar werden – wenn er denn weiter auf den Rat seines Trainers hört. "Er wird in seinem Leben noch öfter Geduld aufbringen müssen", sagte Toppmöller und ergänzte im Stile eines echten Mentors: "Wie wir alle."