BVB-Trainer Lucien Favre (r.) sollte nach Ansicht vieler Fans einem Talent eine Chance geben.
BVB-Trainer Lucien Favre (r.) sollte nach Ansicht vieler Fans einem Talent eine Chance geben.
bild: Imago images/kirchner media

BVB-Fans fordern den Einsatz eines bislang Verschmähten

24.01.2020, 18:42

Borussia Dortmund hat in der aktuellen Bundesligasaison schon 46 Tore geschossen, nur Bayern München (50) und RB Leipzig (51) haben mehr Treffer erzielt. Doch in der Defensive hakt es, der BVB bekommt zu viele Gegentore, 27 sind es schon. Damit hat Dortmund auf dem Papier die schlechteste Abwehr der Spitzengruppe in der Liga.

Ob Dreier- oder Viererkette: Die BVB-Abwehr wackelt, auch im Jahr 2020. Am vergangenen Wochenende beim Rückrundenauftakt gegen den FC Augsburg zeigten sich wieder mal Licht und Schatten. Beim 5:3-Sieg bei den Schwaben glänzte die Offensive, allen voran Neuzugang Erling Haaland mit drei Toren, während die Defensive Schwächen zeigte.

"Wir können nicht immer fünf Tore schießen, um ein Spiel zu gewinnen", sagte BVB-Trainer Lucien Favre nach dem Augsburg-Spiel. Er muss seine instabile Defensive irgendwie festigen. Keine leichte Aufgabe für den Schweizer.

Zumal für das Spiel gegen den 1. FC Köln am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) mit Dan-Axel Zagadou ein Innenverteidiger weiterhin verletzt ausfällt. Der 34-jährige Lukasz Piszczek, der gegen Augsburg rechts in der Dreierkette spielte, ist zwar fit, hat aber seinen Zenit überschritten und ist gelernter Außenverteidiger. Manuel Akanji, zehn Jahre jünger als Piszczek und eigentlich Stammspieler, ist außer Form. Der Landsmann von Trainer Favre steht mittlerweile sogar auf der Abschussliste. Laut "Sport Bild" soll der BVB nicht abgeneigt sein, Akanji im Sommer sogar zu verkaufen.

BVB: Wer könnte gegen Köln neben Hummels starten?

Der einzige fitte Dortmunder Innenverteidiger, der in Wettbewerbsform ist, heißt aktuell Mats Hummels. Favre könnte daher gegen den "Effzeh" wieder auf eine Viererkette mit zwei Innenverteidigern umstellen. Das tat er auch schon in der zweiten Halbzeit gegen Augsburg. Das ließ er auch am Dienstag trainieren. Doch wer könnte außer dem formschwachen Akanji neben Hummels starten?

Vielleicht bekommt Leonardo Balerdi ja eine Chance. Der im Januar 2019 für rund 15 Millionen Euro von Boca Juniors verpflichtete Argentinier spielte noch gar keine Rolle im Team. Manager Michael Zorc beschrieb das Talent bei seiner Vorstellung vor einem Jahr als intelligenten, zweikampf- sowie kopfballstarken Innenverteidiger mit gutem Aufbauspiel. Bisher hat Balerdi erst zwölf Bundesligaminuten absolviert, als er am 14. Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf (5:0) eingewechselt wurde.

Ziel Bundesliga, Alltag Regionalliga: Leonardo Balerdi (l.) spielt aktuell nur in der 4. Liga eine Rolle.
Ziel Bundesliga, Alltag Regionalliga: Leonardo Balerdi (l.) spielt aktuell nur in der 4. Liga eine Rolle.
bild: imago images / Thomas Bielefeld

Am Dienstag testete Favre den 20-jährigen Innenverteidiger im Training an der Seite von Hummels, wie unter anderem die "Ruhr Nachrichten" berichten. Sollte Favre bei der Dreierkette bleiben, könnte Balerdi auch an der Seite von Hummels und Akanji verteidigen.

BVB-Fans fordern Leonardo Balerdi in der Startelf

Wie auch immer die Grundformation aussehen wird: Die BVB-Fans fordern jedenfalls den ersten Startelfeinsatz des zweimaligen argentinischen Nationalspielers, wie viele Kommentare in den sozialen Medien zeigen:

Doch die Startaufstellung des BVB ist kein Wunschkonzert der Fans. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Kölner machte Favre Andeutungen, dass Balerdi auch am Freitag keine Option für die erste Elf ist: "Wir haben festgestellt, dass der Tempo-Unterschied zwischen den europäischen Ligen und der argentinischen groß ist. Wir müssen weiterhin Geduld haben."

Diese Geduld scheinen die BVB-Fans langsam zu verlieren. Dabei dürfen sie aber auch nicht vergessen, dass die 27 Gegentore nicht nur ein Problem der Abwehr sind. Mats Hummels nahm nach dem 5:3 gegen Augsburg das ganze Team in die Pflicht: "Wir haben Augsburg eingeladen, ein Tor zu schießen, mit einem leichten Ballverlust, wie er typisch ist für uns ist", meinte der Routinier: "Ganz oben auf die Agenda müssen wir packen, leichte Ballverluste zu vermeiden. Die machen den Gegner immer stärker, als er sein müsste."

(as)

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