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Diese 12 Außenseiter schafften es ins Pokalfinale – 3 holten den Titel

Der FC Bayern galt vor der Saison auf Jahre unschlagbar. Die Bayern waren so weit weg wie nie zuvor. Immerhin sechs Meistertitel in Folge hatten sie geholt. Doch es kam anders. Zumindest ein bisschen.

Kurz vor Saisonende kann der Rekordmeister zwar immer noch seinen siebten Meistertitel in Folge klar machen, doch ganz so einfach ist das diesmal nicht. Der BVB führt die Bundesliga-Tabelle mit zwei Punkten vor den Bayern an. Beim 1:1 gegen den SC Freiburg zeigten die Bayern-Profis, dass sie so schlagbar sind wie lange nicht.

Und jetzt kommt ausgerechnet der Zweitligist FC Heidenheim im DFB-Pokal.

Der DFB-Pokal ist der Wettbewerb in Deutschland, bei dem noch große Überraschungen möglich sind. Wo die Kleinen sich mit den Großen messen. Wo hochmotivierte Dorfvereine hochbezahlte Champions-League-Teilnehmer blamieren können. Wo in einem alles entscheidenden K.o.-Spiel alles passieren kann. Und manchmal schaffen es die Außenseiter sogar bis ins Finale – zweimal war es sogar eine Amateurmannschaft...

Hier kommen die 12 größten Außenseiter, die es sogar bis ins Finale des DFB-Pokals schafften:

1965: Alemannia Aachen (Regionalliga)

Zwei Jahre nach der Einführung der Bundesliga zieht 1965 zum ersten Mal ein Klub ins DFB-Pokalfinale ein, der nicht in der neuen deutschen Profi-Liga spielt. Alemannia Aachen schafft es als zweitklassiger Regionalligist ins Finale um den DFB-Pokal.

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Shakehands der Kapitäne vor dem Anpfiff: Dortmunds Alfred Schmidt (.) begrüßt Christian Breuer von Alemannia Aachen. imago/Kicker/Metelmann

Die Aachener schalteten auf dem Weg ins Endspiel den VfL Osnabrück, Rot-Weiß Oberhausen, Hannover 96 und Schalke 04 aus. Der BVB war dann im Finale eine Nummer zu groß für die Alemannia, das Spiel endete im Niedersachsen-Stadion Hannover 2:0 für die Dortmunder.

1968: VfL Bochum (Regionalliga)

Drei Jahre nach dem Coup der Aachener schaffte der VfL Bochum als zweitklassiger Regionalligist die große Sensation. Die Bochumer bezwangen große Namen wie den Karlsruher SC, VfB Stuttgart und Borussia Mönchengladbach. Sogar der amtierende Titelverteidiger und Europapokal-Sieger Bayern München musste im Halbfinale dran glauben.

DFB-Pokal Endspiel VFL Bochum - 1. FC Koeln 1:4 in Ludwigshafen am 09.06.1968 / Tor (Eigentor) 0:1 durch Werner Jablonski (nicht auf dem Bild),Torwart Horst Christopeit (VFL) ist geschlagen. *** DFB Cup final VFL Bochum 1 FC Cologne 1 4 in Ludwigshafen on 09 06 1968 goal goal 0 1 by Werner Jablonski not on the image is beaten goalkeeper Horst Christopeit VFL HM

Durch ein Eigentor durch Werner Jablonski (nicht auf dem Bild) geriet Bochum in der 22. Minute mit 0:1 in Rückstand. Torwart Horst Christopeit kann dem Ball nur noch hinterher sehen. imago/HORSTMUELLER GmbH

Im Endspiel vor 60.000 Zuschauern im Ludwigshafener Südweststadion unterlagen die Bochumer dann dem damaligen Topklub 1. FC Köln mit 1:4.

1970: Kickers Offenbach (2. Liga)

Die Kickers Offenbach wurden 1970 als erster Zweitligist Pokalsieger. Wobei die Kickers zum Zeitpunkt des Pokalfinals strenggenommen bereits Bundesligist waren, da sie in der Saison 1969/70 in die erste Liga aufgestiegen waren.

Warum? Wegen der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko, die schon Ende Mai begonnen hatte, pausierte der DFB-Pokal nämlich nach der 1. Hauptrunde. Die Austragung des Wettbewerbs ab dem Achtelfinale wurde nach der WM fortgesetzt.

Apropos WM 1970. Hier könnt ihr euch die Maskottchen der Weltmeisterschaften ansehen:

Als Zweitligist gewann Offenbach in der 1. Hauptrunde gegen 1860 München. Als frischgebackener Bundesliga-Aufsteiger setzte der OFC seinen erfolgreichen Weg dann weiter fort und kegelte Dortmund, Nürnberg und Frankfurt raus. Im Endspiel schlug man den 1. FC Köln mit 2:1.

Fun-Fact: Durch die WM-bedingte Pokalpause wurde Winfried Schäfer 1970 zweimal Pokalsieger. Im Mai mit Mönchengladbach, im August mit Offenbach.

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Winfried Schäfer reckt den Pokal in die Höhe. imago

1985: Bayer 05 Uerdingen (Bundesliga)

1983 war Bayer 05 Uerdingen gerade in die Bundesliga aufgestiegen, zwei Jahre später stand die Elf aus Krefeld im Pokalfinale – und holte im Endspiel gegen Meister Bayern München den Titel.

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Alle wollen mal anfassen: Die Uerdinger Spieler können's kaum glauben. Der zweite von rechts ist übrigens Friedhelm Funkel. Das Finale fand 1985 zum ersten Mal im Berliner Olympiastadion statt, wo es bis heute jedes Jahr ausgetragen wird. imago

Die Bayern gingen zwar durch ein Tor von Dieter Hoeneß (8.) mit 1:0 in Führung, doch Uerdingens Horst Feilzer (9.) hatte die direkte Antwort darauf. Der Münchner Wolfgang Dremmler sah in der 68. Minute die Rote Karte und so schaffte Bayer Uerdingen in Überzahl noch den 2:1-Siegtreffer durch Wolfgang Schäfer (68.).

Im Europapokal der Pokalsieger folgte die nächste Sensation

Im Europapokal der Pokalsieger ging es für die Uerdinger in der Folgesaison sensationell weiter. Erst im Halbfinale flogen sie gegen Spaniens Pokalsieger Atlético Madrid raus. Im Viertelfinale schrieben sie zuvor Geschichte, als sie den DDR-Pokalsieger SG Dynamo Dresden ausschalteten: Das Hinspiel verlor Uerdingen 0:2, im Rückspiel lagen sie zur Halbzeit 1:3 hinten und gewannen trotzdem noch mit 7:3. Das Spiel ging als Wunder von der Grotenburg in die Geschichte ein.

1987: Stuttgarter Kickers (2. Liga)

Während der große Lokalrivale VfB Stuttgart bereits in der 1. Runde gegen Bayer 05 Uerdingen im Elfmeterschießen ausschied, zogen die Kickers bis ins Finale. Auf dem Weg ins Endspiel räumten sie Tennis Borussia Berlin, Borussia Neunkirchen, Hannover 96, Eintracht Frankfurt und Fortuna Düsseldorf aus dem Weg.

DFB-Pokal Finale, Hamburger SV - Stuttgarter Kickers: Beide Mannschaften vor dem Spiel

DFB Cup Final Hamburg SV Stuttgart Kickers both Teams before the Game

DFB-Pokalfinale 1987: 76.000 Zuschauer, 22 Spieler, 2 Linienrichter, ein Schiri. imago/Sportfoto Rudel

Im Finale wartete der Hamburger SV. Und auch den HSV knipsten die Stuttgarter Kickers fast aus: Sie gingen schon nach einer Viertelstunde in Führung, kassierten aber noch in der gleichen Minute den Ausgleich. Der HSV vergab in der Folge Chance um Chance. Die Kickers hielten das 1:1 bis zur 88. Minute, am Ende stand es 3:1 für den Favoriten – bis heute ist der Pokalsieg 1986 der letzte Titel für die Hamburger.

1992: Hannover 96 (2. Liga)

Im Pokalfinale 1992 trafen mit Borussia Mönchengladbach und Hannover 96 zwei Teams aufeinander, die das Halbfinale jeweils im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnten. Gladbach schlug Leverkusen mit 2:0 (i. E.), Zweitligist Hannover bezwang Werder Bremen mit 6:5 (i. E.).

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Der Held und der Pokal. Jörg Sievers ist bis heute bei Hannover 96 tätig, trainiert seit 2003 die Torhüter der Niedersachsen. imago

Großen Anteil am Pokalsieg hatte Hannovers Torwart Jörg Sievers. Bereits im Elferschießen im Halbfinale verwandelte er den letzten Elfmeter für 96 und hielt anschließend den von Marco Bode. Und auch im Finale hielt Sievers zweimal, sodass Hannover nach einem torlosen Remis nach 90 Minuten als Sieger vom Platz ging.

1993: Hertha BSC Amateure (Oberliga Nordost Staffel Mitte)

Dieser Finaleinzug ist wahrscheinlich der sensationellste, den es im DFB-Pokal je gegeben hat. Die Amateure von Hertha BSC spielten damals in der Oberliga Nordost Staffel Mitte, damals die dritthöchste Spielklasse in Deutschland. Sie zogen als erste Amateurmannschaft überhaupt ins deutsche Pokalfinale ein.

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Frisurentechnisch hätten sie den Titel verdient gehabt. imago/Camera 4

Die Feierabend-Truppe, gespickt mit Talenten wie Carsten Ramelow und Torwart Christian Fiedler, verzückte ganz Deutschland. Und auch die Weltöffentlichkeit interessierte sich plötzlich für die "Hertha-Bubis":

"'Deutschlands Fußball kann den größten Schock seiner Geschichte vermelden', war nach dem 2:1-Halbfinalsieg gegen Chemnitz in der malaysischen Tageszeitung 'New Straits Times' zu lesen, in der die 'Bande von Mechanikern, Studenten und Schuljungen' mit Lobgesängen überschüttet wurde."

herthabsc.de

Im Finale wartete dann Bayer 04 Leverkusen auf die Hertha Amateure. Die letzten Worte von Hertha-Coach Jochem Ziegert in der Kabine sollen gewesen sein: "Ihr habt keine Chance, also geht raus und nutzt sie!" Sie nutzten sie nicht, schlugen sich aber lange wacker. Ulf Kirsten erlöste die Leverkusener erst in der 77. Minute mit dem Siegtreffer.

1994: Rot-Weiss Essen (2. Liga)

1994 war das dritte Jahr in Folge, in dem ein Nicht-Bundesligist ins Pokalfinale einzog. Diesmal war es Zweitliga-Absteiger Rot-Weiss Essen, der es bis ins Endspiel nach Berlin schaffte.

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Es hat sich nicht viel verändert: Auch in der Neunzigern schiss man schon auf den deutschen Fußballverband. imago/Schumann

Zugegebenermaßen gelang den Essenern dieser Erfolg mit etwas Losglück. Die Gegner hießen Bocholt, St. Pauli, Duisburg, Carl Zeiss Jena sowie Tennis Borussia Berlin und waren keine Schwergewichte.

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Ein Essener versucht einen Schuss von Werders Neuseeländer Wynton "Kiwi" Rufer abzublocken. imago

Der erste Brocken hieß im Finale Werder Bremen. Das Ergebnis war deutlich: Die Bremer gewannen mit 3:1 und sicherten sich ihren fünften Pokal.

1995: VfL Wolfsburg (2. Liga)

1995 stand schon wieder ein Zweitligist im Finale: der VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen fuhren allerdings geknickt vom Nichtaufstieg nach Berlin. Zuvor vergeigten sie den Aufstieg in die Bundesliga – obwohl sie bis zum 22. Spieltag Spitzenreiter der 2. Liga waren.

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Nix zu holen für frustrierte Wolfsburger: Siegfried Reich (r.) im Zweikampf mit Michael Klinkert. imago

Im Pokal-Endspiel setzte es eine 0:3-Klatsche gegen Mönchengladbach. Martin Dahlin, Stefan Effenberg und Heiko Herrlich trafen für die Fohlen.

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Dahlin, Herrlich und Effenberg beim Torjubel. imago/Uwe Kraft

1997: Energie Cottbus (Regionalliga)

Unter Trainer Eduard Geyer gelang Energie Cottbus ein kometenhafter Aufstieg. Als Regionalligameister blieb man in 57 Pflichtspielen in Folge unbesiegt und schaffte daraufhin in den Entscheidungsspielen gegen Hannover 96 den Aufstieg in die 2. Liga.

Bildnummer: 09476574  Datum: 15.06.1997  Copyright: imago/Pressefoto Baumann
DFB-Pokalfinale 1997 VFB Stuttgart - Energie Cottbus 2-0 Balakov Krassimir ; 1996 1997 1997 quer 

Image number 09476574 date 15 06 1997 Copyright imago  Baumann DFB Cup finals 1997 VfB Stuttgart Energy Cottbus 2 0 Balakov Krassimir 1996 1997 1997 horizontal

Cottbusser Amateure versuchen Stuttgarts Superstar Krassimir Balakow zu stoppen. imago

Eine Woche später stand Energie im Pokalfinale im Berliner Olympiastadion. Dort verloren die Cottbusser aber 0:2 gegen den VfB Stuttgart mit dem "magischen Dreieck" Balakow-Bobic-Elber.

Auch in der Bundesliga sorgte Energie unter Ede Geyer für Furore:

2001: Union Berlin (Regionalliga)

Die Saison 2000/01 war eine der erfolgreichsten in Union Berlins Historie. In der Regionalliga Nord wurden die Köpenicker Meister und stiegen damit zum ersten Mal in die 2. Bundesliga auf. Und dann zog Union auch noch ins Pokalfinale gegen den FC Schalke 04 ein. Die Gelsenkirchener gewannen standesgemäß mit 2:0, Jörg Böhme schoss beide Tore.

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Unions Steffen Menze gegen Ebbe Sand (l.). imago

Trotz der Niederlage freute sich Union Berlin aber über eine Uefa-Pokal-Teilnahme. Schalke war für die Champions League qualifiziert und so rückte Union in den Uefa-Pokal. Dort ging es bis in die zweite Runde: In der ersten Runde besiegten die Berliner den FC Haka aus Finnland. Dann war gegen den bulgarischen Pokalsieger Litex Lowetsch Schluss.

2004: Alemannia Aachen (2. Liga)

Zweitligist Alemannia Aachen war damals hoch verschuldet, kämpfte gegen Insolvenz und Lizenzentzug. Der Einzug ins Pokalfinale war ein kleines Wunder. Die Aachener schlugen Bayern und Gladbach, nur Meister Bremen mit Ailton, Micoud und Co. waren zu stark für die tapfere Alemannia.

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Captain Karlheinz Pflipsen (r.) im Anflug auf Ailton. imago

Aber auch im Finale kämpfte Aachen ohne Ende. Nach einer 2:0-Führung verkürzte Stefan Blank auf 1:2. Tim Borowski erhöhte auf 3:1 für den deutschen Meister. In der Nachspielzeit traf Erik Meijer noch zum erneuten Anschlusstreffer. Für Aachen blieb durch Werders Sieg das Trostpflaster Uefa-Pokal. Dort schaffte es die Alemannia bis ins Sechzehntelfinale gegen AZ Alkmaar.

2011: MSV Duisburg (2. Liga)

Mit Lübeck und Halle schaltete Zweitligist 2011 erst zwei Viertligisten aus. Dann scheiterten die Erstligisten Köln und Kaiserslautern an den Zebras. Im Halbfinale schlug der MSV Energie Cottbus.

Das Finale gegen Schalke 04 wurde dann aber zum Desaster. Raúl, Huntelaar, Metzelder, und wie sie alle hießen, waren eine Nummer zu groß und knallten den MSV mit 5:0 aus dem Olympiastadion.

Julian Draxler schoss damals ein Traumtor zum 1:0:

abspielen

Video: YouTube/FootballGoals2011

Für Duisburg war dies die vierte Finalniederlage nach 1966, 1975 und 1998. Der MSV ist der am wenigsten erfolgreiche Finalteilnehmer der DFB-Pokal-Geschichte.

Und jetzt ab nach Europa: 12 dramatische Finals der Champions League

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