FC Barcelona: Hansi Flick hadert trotz Sieg – Raphinha tröstet
Der FC Barcelona hat am Samstag drei wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen der spanischen La Liga geholt. Das 3:1 gegen Deportivo Alavés ließ das Stadion jubeln, zumal der Erfolg die Katalanen zumindest vorübergehend an die Tabellenspitze brachte.
Doch einer wirkte, als hätte er gerade eine herbe Schlappe kassiert: Hansi Flick.
Während die Fans feierten, saß der Barça-Trainer nach Abpfiff fast regungslos auf der Bank. Leer, abwesend, den Blick ins Nichts gerichtet – Bilder, die sofort Aufmerksamkeit erregten.
Als sich Raphinha zu ihm beugte, Stirn an Stirn, schüttelte Flick mehrfach den Kopf. Die Szene wirkte wie ein stummes Eingeständnis: Irgendwas stimmt nicht.
"Das harte Bild, das Flick vor den Kameras hinterlässt, gibt Anlass zur Sorge um die Zukunft der katalanischen Mannschaft", schrieb die spanische Zeitung "Marca" und bezeichnete das Gespräch als "besorgniserregend".
Hansi Flick und Raphinha bemängeln fehlende Intensität
Während auf Social Media bereits spekuliert wurde, was mit Flick los sein könnte, lieferte Raphinha die Erklärung. "Der Trainer hat gespürt, dass wir auf dem Platz viel mehr hätten leisten können", sagte der Brasilianer bei Dazn.
Und weiter: "Auch wir wissen, dass wir es viel besser können. Sein Gefühl ist, dass die Mannschaft nicht in ihrer besten Form ist, und da stimme ich zu."
Auf der anschließenden Pressekonferenz wurde Flick etwas deutlicher und ging auf die Szene näher ein. Raphinha habe ihm "das Gleiche gesagt", was Flick ständig erkläre. Nämlich, "dass wir uns weiterentwickeln und von Spiel zu Spiel besser werden".
Trotz der aufbauenden Worte ließ Flick keinen Zweifel daran, wie ernst er die Lage derzeit einschätzt. "Wir haben im Moment nicht die Kontrolle, nicht die Intensität wie in der letzten Saison."
Zwar gelte es, die vielen Ausfälle zu berücksichtigen – ein Problem, das im Vorjahr weit weniger gravierend war. Trotzdem, so Flick, könne und müsse sich sein Team verbessern.
FC Barcelona: Sportliche Schieflage unter finanziellem Druck
Barças Probleme reichen längst nicht nur bis zur Mittellinie. Noch immer kämpft der Klub gegen einen Schuldenberg, der laut Vereinsführung immerhin auf etwa 550 Millionen Euro "reduziert" wurde – eine Zahl, die zeigt, wie tief der Abgrund zuvor war.
Die wirtschaftliche Erholung ist fragil, und sportliche Wackler sind in diesem Umfeld besonders teuer. Und genau diese Wackler nehmen zu.
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Die 0:3-Niederlage in der Champions League bei Chelsea war bereits die zweite deutliche Pleite innerhalb weniger Wochen, nach dem 1:4 in Sevilla. Flicks Ruf, ohnehin seit seiner Zeit als Deutschlands Bundestrainer angeschlagen, bröckelt weiter. International wird der Stil des Trainers zunehmend infragegestellt.
Ex-Profis üben Kritik an Hansi Flick
Nach dem 3:3 in der Champions League gegen Brügge attackierte Thierry Henry Flicks taktische Ausrichtung scharf. Der Ex-Barça-Profi warf dem Trainer vor, an einem "zum Scheitern verurteilten Plan" festzuhalten.
Vor allem die hochstehende Abwehrkette bereitete den Gegnern ein Fest. "Sie haben das längst durchschaut und kontern Barça nach Belieben aus", sagte Henry.
Auch nach der 0:3-Pleite in London blieb Kritik nicht aus. Alan Shearer, Rekordtorschütze der Premier League, zeigte sich konsterniert über Barças defensive Organisation. "Ich habe in meinem Leben einige Abseitsfallen gesehen, aber das hier ist absolut verrückt", sagte er bei Amazon Prime Video.
Und weiter: "Es ist, als stünden da vier Dummys, die fragen: 'Wie hättet ihr’s denn gern, Jungs?' Wie einfach es für Chelsea war, sich da durchzuspielen – mir fehlen die Worte."
