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Rapperin Juju: Beef mit Katja Krasavice, SXTN-Trennung, Hoffnung auf neues Album

Stuttgart, HipHop Open 2023, 29.07.2023 Die deutsche Rapperin JUJU auf dem HipHop Open in Stuttgart. *** Stuttgart, HipHop Open 2023, 29 07 2023 The German rapper JUJU at the HipHop Open in Stuttgart. ...
Rapperin Juju hat in ihrer Karriere einige Höhe- aber auch Tiefpunkte erlebt.Bild: www.imago-images.de / imago images
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Rapperin Juju: Vom Beef mit Katja Krasavice bis zur Hoffnung auf ein neues Album

04.09.2023, 09:47
Leon Schäfers
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Seit Jahren zählt Juju zu den erfolgreichsten und größten Rapperinnen Deutschlands. Ein respektables Standing, das zuletzt sogar dazu führte, dass die legendäre US-Rap-Gruppe Cypress Hill ihr Props für ihre Live-Show gegeben hat. Trotz diverser Erfolge ist ihr erstes und einziges Solo-Album bereits lange her – 2019 ferite sie mit "Bling Bling" ihr Debüt alleine. Könnte sich das bald ändern?

Wie Juju zum Rappen gekommen ist

Im November 1992 wurde die heute 30-jährige Juju als Judith Wessendorf geboren. Sie wuchs mit ihrer alleinerziehenden Mutter in Berlin-Neukölln auf, die Lebensverhältnisse waren bescheiden. Ihr Weg zur späteren Rap-Karriere wurde schon früh geebnet. Denn spätestens als das berüchtigte Deutschrap-Label Aggro Berlin Anfang der 2000er groß wurde und die Musik überall im schulischen Umfeld gehört wurde, hat sich Rap zu Jujus Leidenschaft entwickelt. In einem Interview mit dem Youtuber Leon Lovelock aus dem Jahr 2019 erklärt sie, dass der harte Sound aus den Straßen Berlins die erste deutschsprachige Musik war, der sie etwas abgewinnen konnte. Vor allem, weil sie sich damals durch die örtliche Nähe und die darauf aufbauenden Texte mit den Songs identifizieren konnte.

Der Entschluss, selbst rappen zu wollen, wurde schon bald gefasst: Etwa im Alter von 14 Jahren hat sie bei einem Kumpel aus der Schule, ebenfalls Hobbyrapper, ihre ersten Songs aufgenommen. Was zuerst nur innerhalb des Freundeskreises bleiben sollte, wurde wenig später auf Myspace hochgeladen. Jujus früheste Gehversuche in Sachen Rap lassen sich online heute nicht mehr finden. Was sich sehr wohl noch finden lässt, sind ihre RBA-Runden. RBA steht für "Reimliga Battle Arena" – eine bis 2020 aktive Online-Plattform, über die Rap-Battles im Audioformat veranstaltet wurden. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen müsste sie etwa 17 Jahre alt gewesen sein. Qualitativ natürlich kein Vergleich zu heute. Dass in ihr großes Rap-Talent schlummert, ließ sich aber schon damals zweifellos heraushören.

Juju feiert kommerzielle Erfolge mit SXTN

Bis Juju mit ihrer Musik durch die Decke gehen sollte, vergingen noch einige Jahre. Laut eigener Aussagen hangelte sie sich bis dahin von Job zu Job, hat lange Zeit "in den Tag hineingelebt". Unter anderem fing sie mit dem Tätowieren an und konnte eine in einem Tattoo-Studio arbeiten. Doch vermutlich stünde Juju heute nicht an dem Punkt, an dem sie jetzt ist, wenn sie Nura nie kennengelernt hätte – die hatte nämlich einen guten Draht zu Claus Capek, späterer Manager der beiden. Da Nura als Tänzerin der Band "The toten Crackhuren im Kofferraum" und als Teil des Berliner Kneipenchors bereits Bühnenerfahrung sammeln konnte, habe Claus ihr nach Aussagen von Juju versprochen, sie groß herauszubringen.

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Ein Angebot, das Nura nur unter der Bedingung angenommen habe, diesen Weg mit ihrer engen Freundin Juju gehen zu können. Und so entstand mit SXTN im Jahre 2014 einer der relevantesten Duos des deutschen Raps. Bis zur Veröffentlichung ihrer ersten EP "Asozialisierungsprogramm" im April 2016 sind die beiden aber noch etwas unter dem Radar geflogen.

Zwar hat Juju mit einem Feature-Part auf Saids "Berliner Schnauze" schon 2015 etwas Aufmerksamkeit auf sich lenken können, jedoch war es definitiv das erste SXTN-Projekt, das Juju und Nura in den Mainstream befördert hat. Insbesondere, weil sie mit Songs wie "Deine Mutter" mit allerhand Klischees gespielt haben, die bis dato eigentlich der männlichen Rap-Szene vorbehalten waren – Zitat: "Ich f*cke deine Mutter ohne Schwanz". Ein frischer Wind im Deutschrap, der durchaus polarisierte.

Wer bis hierhin noch immer nichts von SXTN mitbekommen hat, wird das wohl spätestens 2017 nachgeholt haben. In diesem Jahr veröffentlichten die beiden Rapperinnen ihr Debütalbum "Leben am Limit", was immerhin auf Platz 8 der deutschen Charts landen konnte. Die beiden Singles "Bongzimmer" und "Von Party zu Party" wurden mittlerweile mit dem Platin-Status ausgezeichnet und sind bis heute für die immer noch knapp anderthalb Millionen monatlichen Hörer:innen auf Spotify mitverantwortlich. "Leben am Limit" sollte jedoch gleichzeitig das erste und letzte Album des Duos bleiben.

SXTN-Trennung und Solo-Karriere

Im Oktober 2018 bestätigte sich das, was SXTN-Fans in den vorangegangenen Monaten bereits befürchteten: Die beiden Rapperinnen haben sich auseinandergelebt. "Nura und ich haben schon länger keinen Kontakt mehr", erklärte Juju in ihrer Instagram-Story, "auch im Sommer waren wir nur noch auf den Festivals zusammen und in der Woche hat jeder sein eigenes Ding gemacht". Im darauffolgenden Frühling wurde die Trennung von SXTN offiziell gemacht. Ob die beiden jemals wieder zusammenfinden werden? Nura hat das im Interview mit watson vor gut drei Jahren jedenfalls nicht ausgeschlossen.

Juju hat sich in der Zwischenzeit verstärkt auf ihre Solo-Karriere fokussiert. Quasi parallel zur SXTN-Trennung hat sie ihre bis heute erfolgreichste Single "Vermissen" zusammen mit Henning May releast. Der Song konnte sogar den Diamant-Status erreichen, da er insgesamt über eine Million Mal verkauft wurde. Die perfekte Promo für Jujus anstehendes Solo-Album "Bling Bling", was nur wenig später, im Juni 2019, auf den Markt gekommen ist. Platz 3 der Album-Charts und Gold-Status belegen ihren Erfolg.

Seitdem müssen sich Fans jedoch in Geduld üben. Denn Songs von und mit Juju lassen sich seit dem letzten Album-Release vor über vier Jahren an zwei Händen abzählen. FeatureParts auf RAF Camoras "Wenn du mich siehst", dem "Wildberry Lillet"-Remix und badmómzjays "Mh Mh"haben Juju in zeitlich großen Abständen immer mal wieder als Gastmusikerin in Erscheinung treten lassen, "Nie wieder sehen" aus dem vergangenen November stellt ihre bis dato letzte Solo-Single dar.

In diesem Video erfährst du mehr über Juju, Loredana und ihre Freundschaft:

Aber was hat Juju seitdem gemacht? Sich jedenfalls nicht tatenlos zurückgelehnt. Juju hat ihr Business abseits der Musik vorangebracht. Beispielsweise mit ihrer eigenen Bekleidungsmarke "Viervier", eine Anspielung auf die ehemalige Neuköllner Postleitzahl 1000 Berlin 44. In Zusammenarbeit mit About You bringt Juju wechselnde Kollektionen unter dem Motto "Futuristischer Streetstyle" heraus. Dazu konnte sie 2021 mit ihrem eigenen Pfirsich-Secco vom großen Getränke-Hype in der Deutschrap-Welt profitieren. "Hardcore High" heißt das alkoholhaltige Getränk, das sich den Namen mit einem ihrer "Bling Bling"-Songs teilt.

Neben Festival-Auftritten konnte Juju im letzten Jahr außerdem nach einigen coronabedingten Verschiebungen eine Live-Tour spielen. Anfang 2023 war dann schließlich ihr Schauspiel-Debüt auf der großen Leinwand zu sehen – sie spielte eine kleine Rolle im Felix Lobrecht-Film "Sonne und Beton". Und auch zwischen all den Business-Moves hat Juju sich immer mal wieder ins Gespräch gebracht. Mal mehr, mal weniger freiwillig. 2022 musste sie sich zum Beispiel öffentlich gegen Ghostwriting-Vorwürfe verteidigen und diese klar abstreiten. Deutschrapper Animus hatte sie in seiner Insta-Story gefragt, ob sie ihre Texte überhaupt selbst schreiben würde. Im selben Jahr hatte sie einen ausufernden Beef mit Katja Krasavice. Diesen haben sie sowohl auf Instagram als auch live bei Konzerten ausgetragen.

Juju: Neues Album noch 2023?

Konkrete Infos, ob und wann Fans mit einem zweiten Solo-Album von Juju rechnen können, gibt es noch nicht. Spekulationen über (sowie Hoffnungen auf) einen baldigen Release halten sich seit Jahren und nehmen immer dann an Fahrt auf, wenn Juju eine neue Solo-Single droppt. Doch ein neues Projekt steht nach wie vor aus. Aktuell befindet Juju sich noch in den letzten Zügen ihres Festival-Sommers. Am 8. September können Fans sie auf dem FAB Festival in Friedrichshafen sehen, am Tag darauf tritt sie auf dem Heroes Festival in Freiburg im Breisgau auf. Und vielleicht ist die Albumankündigung danach ja nicht mehr allzu fern. Schließlich heißt es nicht umsonst: "Gut Ding will Weile haben"!

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