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 Commmorations du 11 novembre : l armistice clbr  l Abbaye de Westminster. PAP11182049 The Queen, accompanied by members of the Royal Family, attend a service at Westminster Abbey for the centenary of the Armistice. Here, Prince William, Duke of Cambridge, Catherine, Duchess of Cambridge, Prince Harry, Duke of Sussex, Meghan, Duchess of Sussex11 November 2018. HThe Queen, accompanied by members of the Royal Family, attend a service at Westminster Abbey for the centenary of the Armistice. Here, Prince William, Duke of Cambridge, Catherine, Duchess of Cambridge, Prince Harry, Duke of Sussex, Meghan, Duchess of Sussex No UK Sales Until 28 Days After Create Date 232267 2018-11-11 Londres Royaume Uni Prince Harry de Galles Angleterre Prince William Duc de Cambridge Angleterre Duchesse Catherine Kate de Cambridge Middleton An PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY Copyright: xPapixsx/xStarfacex STAR232267001

Harry (2.v.l.) und Meghan (2.v.r.) stehen in der Kritik. Aber auch Kate und William werde in den neuesten Enthüllungsbüchern thematisiert. Bild: imago images / Papixs / Starface

Interview

Adelsexperte erklärt: So gehen die Royals mit den neuesten Enthüllungen um

Die letzten Monate waren für das britische Königshaus nicht leicht. Der "Megxit", also der Rücktritt von Herzogin Meghan und Prinz Harry als Senior Royals, dominierte wochenlang die Medien. Und auch jetzt, noch Monate nach dem Abschied der beiden, dreht sich vor allem in den britischen Zeitungen noch immer alles um die Aussteiger-Royals und ihre vermeintlichen Verfehlungen. Zusätzlichen Zündstoff lieferten nun außerdem zwei Enthüllungsbücher.

Die umstrittene Autorin Lady Colin Campbell hat sich in ihrem Werk "The real story" genauso über Meghan und Harry ausgelassen wie die Journalisten Dylan Howard und Andy Tillett in "Royals at War". Die Autoren berichten von zahlreichen Verfehlungen – vor allem von Meghan. So wird sie als "ruhmsüchtig" und "als Royal ungeeignet" beschrieben und auch der Zeitpunkt ihrer Schwangerschaftsverkündung auf der Hochzeit von Harrys Cousine hart kritisiert.

Jürgen Worlitz: "Es kann vieles stimmen, aber nicht alles"

Nur wie viel Wahrheit steckt in solchen Enthüllungen und wie geht das Königshaus mit derlei Behauptungen um? Watson sprach dazu mit TV-Adelsexperte Jürgen Worlitz.

watson: Die Bücher "Royals at War" oder auch "The real story" von Lady Colin Campbell gehen vor allem mit Herzogin Meghan hart ins Gericht. Wie geht das Königshaus mit solchen Enthüllungen um?

Jürgen Worlitz: Das Königshaus wird sich so verhalten, wie es sich auch früher verhalten hat. Es wird nämlich einfach die Sache an sich abperlen lassen, denn auf Enthüllungsbücher einzugehen, das ist ein Niveau, auf das sich Royals nicht begeben sollten. Und das wissen sie auch. Das ist etwas anderes, als wenn ein seriöses Medium – eine Fernseh-Doku oder eine Zeitung – mal etwas veröffentlicht. Aber diese Enthüllungsbücher sind meist ein Konglomerat – eine Sammlung von Leuten, die alle irgendetwas gehört haben, aber in der Regel nicht an erster Stelle dabeiwaren.

"Ein Enthüllungsbuch ist amüsant zu lesen, es ist Klatsch und es will eigentlich auch nicht mehr sein."

Wie ist der Wahrheitsgehalt dieser Bücher zu bewerten?

In jedem Enthüllungsbuch steckt natürlich ein Körnchen Wahrheit. Weil ich selbst an Enthüllungsbüchern mitgearbeitet habe, weiß ich: Es kann vieles stimmen, aber nicht alles. Wenn ein Buch auf dem Titel proklamiert, die wahre Geschichte, die wahren, intimen Geständnisse zu beinhalten, dann kann man davon ausgehen, dass die Wahrheit dort nicht ganz so großgeschrieben wird, wie sie draußen propagiert wird. Denn das würde ja umgekehrt auch bedeuten, dass wir alle bisher die Unwahrheit gewusst haben und das wird nicht der Fall gewesen sein. Aus diesem Grund würde ich sagen, ein Enthüllungsbuch ist amüsant zu lesen, es ist Klatsch und es will eigentlich auch nicht mehr sein. Und natürlich steht der kommerzielle Erfolg ganz oben – auch bei den Verlagen.

Jürgen Worlitz

TV-Adelsexperte Jürgen Worlitz nimmt den Wahrheitsgehalt der Enthüllungsbücher unter die Lupe. Bild: Jürgen Worlitz

Auf Enthüllungsbücher reagieren die Royals also nicht, aber auf bestimmte Zeitungsartikel beispielsweise schon, auch mit Klagen. Warum?

Die Enthüllungsbücher bewegen sich auf einem ganz anderen Level. Es wird natürlich durchaus von Hof-Juristen geprüft, ob beispielsweise schwere, beleidigende Anschuldigungen drinstehen. Wenn es einfach Fantasie oder eine Einschätzung ist, dann kann man gegen so etwas nichts machen und wird es auch nicht machen, weil man es nicht widerlegen kann. Es wird nur geprüft, ob gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen wurde.

"Da sieht Harry Feinde, wo gar keine sind. Daher will er Meghan und seinen Sohn Archie vor allem Möglichen beschützen, dabei tut ihm keiner was."

Wie bewerten Sie die Enthüllungen?

Wenn es in "Royals at War" beispielsweise darum geht, dass Kate Harry gewarnt haben soll, nicht zu voreilig zum Standesamt oder in die Kirche zu gehen, dann ist das etwas, bei dem ich denke, da wird so mancher Brite wohl zustimmen können. Denn was ist daran so schlimm? Natürlich ist er voreilig hingerannt, natürlich hat er sich in ein Tempo verstrickt, bei dem er irgendwann vielleicht mal sagt, das war ein wenig schnell.

Und wenn von Verschwendung der Steuergelder wegen der Hausrenovierung geschrieben wird, die den Briten nicht gefallen hat, dann ist das ebenfalls eine berechtigte Kritik – auch wenn sie im Königshaus geäußert worden ist. Wo ist da die große Enthüllung?

Und dass Harry eine Beschützer-Manie entwickelt hat, liegt vor allem an seiner Vergangenheit, daran, dass er von Dianas Tod beeinflusst ist. Da sieht er Feinde, wo gar keine sind. Daher will er Meghan und seinen Sohn Archie vor allem Möglichen beschützen, dabei tut ihm keiner was. Außer, dass einige vielleicht mit Recht sagen: Da drängt sich eine Frau in die Medien, da denkt eine Frau, sie geht nach Hollywood als Herzogin von Sussex oder als Royal Sussex und die Türen öffnen sich und die Millionen fließen und alles klatscht.

"Dann begeben sie sich auf ähnlich dünnes Eis wie es Prinz Andrew getan hat."

Wie bewerten sie die Kritik an Meghan?

Erst einmal ist die Kritik an Meghan gar keine richtige Kritik, sondern netter Klatsch, bei dem man eigene Beobachtungen mit dem, was man liest, mischt und zustimmt oder eben nicht zustimmt. Aus diesem Grund sehe ich die Kritik auch nicht so, dass sie jemanden zerreißen soll. Denn Kritik an der Kleidung oder an einem zu forschen Auftritt kann man doch abtun. Schlimmer ist es, wenn von Unredlichkeiten die Rede ist, wenn Meghan und Harry beispielsweise ihre Stiftung in sogenannte Steuerparadiese verlegen oder wenn sie sich in eine Gesellschaft begeben, bei der später herauskommt, dass es eben nicht die feine Gesellschaft war, wenn sie sich ihr Haus sponsern lassen. Dann begeben sie sich auf ähnlich dünnes Eis wie es Prinz Andrew getan hat.

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