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"Let's Dance": Ann-Kathrin Bendixen kämpft mit Panik – "es wird so peinlich"

Ann-Kathrin Bendixen

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Ann-Kathrin Bendixen ist eine der diesjährigen Promis in der RTL-Tanzshow.Bild: rtl/ arya shirazi
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"Wird so peinlich für mich": Was Ann-Kathrin Bendixen zu spät von "Let's Dance" erfuhr

01.03.2024, 20:04
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Im vergangenen Jahr schlug sie sich für "7 vs. Wild" 14 Tage durch die Wildnis von Kanada. Nun wagt Ann-Kathrin Bendixen das "Let's Dance"-Abenteuer. Affe auf Bike, wie sie sich nennt, entschloss sich vor mehr als vier Jahren dazu, mit dem Motorrad um die Welt zu reisen. Jetzt legt sie für die Show in Köln einen Zwischenstopp ein.

Im Interview mit watson spricht sie über ihre neue Herausforderung, Zukunftspläne und darüber, warum sie Knossis Rat brauchte.

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watson: Millionen von Menschen haben dich bei "7 vs. Wild" gesehen. Jetzt bist du bei "Let's Dance". Was bedeutet das für dich?

Ann-Kathrin Bendixen: "Let's Dance" ist für meine Oma das Größte, "7 vs. Wild" hat sie nicht richtig verstanden. Das ist für mich nach all den Reisen so schön, denn dort fühlt es sich an, als hätte ich zu wenig für meine Familie getan. Ich kann eine andere, viel größere Gruppe damit erreichen. Ich bin noch nie so aufgeregt gewesen, weil es weg von meiner Komfortzone ist. "7 vs. Wild" ist meine Heimat. Jetzt habe ich Angst davor, was Menschen denken, weil ich sicherlich erst noch lernen muss, wie ich mich bewege.

Möchtest du mehr im TV stattfinden?

Ich bin offen dafür. Früher habe ich gesagt, TV ist nichts für mich. Dann habe ich mit "7 vs. Wild" eine positive Erfahrung gemacht. Sie haben mich so dargestellt, wie ich bin. "Let's Dance" ist auch ein professionelles Format.

Vielleicht sieht man dich in einer Quizshow wie "Wer weiß denn sowas?". Dort war Sophia Thiel zu Gast.

Das ist ganz schlimm. Ich bin immer supernervös, wenn es um Wissensfragen geht. Die Gesellschaft denkt dann: Die ist komplett hohl in der Birne. Ich habe eine große Prüfungsangst. Bei meinem Autoführerschein bin ich das erste Mal durchgefallen, weil meine Beine vor Aufregung so gezittert haben. Jetzt sehe ich, wie das mit meiner Nervosität bei "Let's Dance" wird.

"Das ist alles an mir vorbeigegangen."

Worauf hättest du am meisten Lust?

Ich möchte in der Zukunft eigene Projekte durchsetzen. Mein Traum ist, meine Werte zu vermitteln. In der Social-Media-Welt geht es oft darum, Reichtum, teure Autos und viel Geld zu zeigen. Ich habe Lust, in einem Format das andere Extrem abzubilden: Wie es ist, ohne Geld mit einem Motorrad oder einer Schrottkarre zu reisen?

Deine Teilnahme bei "Let's Dance" war eine große Überraschung.

Die Produktion hat versucht, mich zu kontaktieren, auch über "7 vs. Wild". Das ist alles an mir vorbeigegangen. Wann bin ich mal in Deutschland? Dann bekam ich einen Anruf und dachte mir: "Oh mein Gott, was?" Das war aufregend.

Tanzen war bisher kein Teil deines Lebens. Was reizt dich dennoch an dem Format?

Das ist das Schlimme: Ich dachte, der Sinn der Show wäre, null Ahnung vom Tanzen zu haben. Dann treffe ich Kandidaten und sehe: Es gibt jemanden von "Dancing on Ice" oder einen Hiphop-Tänzer. Das wird so peinlich für mich. In Chile haben mir Tanztrainer mal gesagt: "Das wird nichts mit dem Tanzen." Ich habe richtige Panikattacken und weiß nicht, wie das werden wird.

Wovor hast du dann Angst?

Dass ich einen Tanztrainer habe, der Stress auf mich ausübt. Ich hoffe, er hat Geduld und kann mich als quirligen Menschen annehmen.

"Ich bin eine Persönlichkeit, die polarisiert."

Joachim Llambi ist für sein direktes Feedback bekannt.

Wenn dich jemand persönlich angreift, dann geht mir das nahe. Ich bin mega sensibel, aber wenn das eine Kritik ist, die auf meiner Leistung beruht, kann Llambi mir ruhig sagen: "Das war kompletter Müll." Ich werde kurz schlucken und sagen: "Da hast du recht, ich muss an mir arbeiten."

Du bist viel auf Reisen. Hast du jemals die Sendung geschaut?

Ich habe es nie ganz verfolgt. Als ich kleiner war, dachte ich, das sind alles Tanzprofis. Holy Shit, wie soll das bei mir jemals in diesem Leben so aussehen? Das ist unmöglich. Aber ich hätte das niemals absagen können. Meine Oma ist mit 91 Jahren ausgeflippt.

Siehst du die Teilnahme als große Chance?

Ja, ich würde es bereuen, wenn ich die Erfahrung nicht mache. Ich bin immer im Dreck, habe Lederkleidung an. Ich liebe das, aber jetzt kann ich die andere Seite genießen. Die Fingernägel werden gemacht, du kriegst Extensions. Ich hatte das erste Mal in meinem Leben künstliche Wimpern. Meine Community hat gefragt, wer das ist. Die haben mich gar nicht erkannt.

Die Gage ist bei "Let's Dance" ein schöner Nebeneffekt. Hat das bei deiner Entscheidung eine Rolle gespielt?

Ich kann mich enorm glücklich schätzen. Ich hatte vor zwei, drei Jahren kein Geld, jetzt entwickelt sich das gut. Bei "Let's Dance" bist du acht Stunden im Training. So wie ich meinen Ehrgeiz kenne, bin ich danach noch stundenlang am Trainieren. Wenn ich "Let's Dance" nicht machen würde, würde ich mich um andere Projekte kümmern. Ich mache das, weil ich Bock darauf habe.

Wie haben deine Fans auf deine Teilnahme reagiert?

Ganz viele aus meiner Outdoor-Community haben "Let's Dance" nicht verstanden. Es ist einfach ein ganz anderer Bereich.

"Knossi kann so stolz auf sich sein."

Hat dir Knossi einen wichtigen Tipp für deine Teilnahme gegeben?

Ich liebe Knossi, ich liebe seine Familie. Seine Mama möchte vielleicht ins Studio kommen. Es war so unangenehm, als ich den Einspieler gedreht habe. Es hieß: "Schwing die Hüfte." Ich dachte mir: Ich muss das abbrechen, ich kann das nicht, das wird so peinlich vor ganz Deutschland. Dann habe ich Knossi angerufen.

Was hat Knossi dir gesagt?

Er hat mir Videos geschickt und meinte: "Bei mir war das auch so. Das wird die schlimmste, aber auch die geilste Zeit deines Lebens. Du denkst, dass du in der ersten Runde raus bist und dann kommst du immer weiter." (lacht)

Knossi hat es auf den fünften Platz geschafft.

Knossi kann so stolz auf sich sein. Ich verstehe, dass er ein Publikumsliebling war. Er hat Rhythmusgefühl im Blut, ist ein Entertainer und ein zuckersüßer Mensch. Gegen ihn kann man nichts sagen.

"Das Internet kann so grausam sein."

Du hast betont, dass du nach "7 vs. Wild" weitermachen möchtest wie vorher. Hat sich etwas daran geändert?

Ich widme mich nach "Let's Dance" wieder meinen Abenteuern, werde auf meinem Motorrad kleine Reisen machen. Danach habe ich größere Sachen geplant. Es sind eigene Projekte, in denen ich meine Werte vermitteln kann. Das ist genau die Richtung, in die ich mich immer bewegen wollte.

Auf Tiktok wurde dein Vorstellungs-Video über 200.000 Mal angeklickt. Bist du eine Favoritin?

Das denke ich nicht und entspricht nicht meiner Persönlichkeit. Ich sage immer, dass ich in der ersten Runde fliege. Meine Leute meinen: "Du machst das, bist sympathisch." Ich habe Sorge, dass ich wegen meiner quirligen Art als nervig empfunden werde. Ich bin eine Persönlichkeit, die polarisiert. Entweder man liebt mich oder man hasst mich. Ich kann nicht einschätzen, in was für eine Richtung sich das bewegt.

Im vergangenen Jahr gab es viel Aufregung um dich.

Gerade nach dem Kieling-Thema bei "7 vs. Wild", nach all diesen negativen Kommentaren, dieser Hass-Welle habe ich so eine Angst in mir, dass Leute mich grundlos hassen. Ich habe Sorge vor dem öffentlichen Trubel, weil ich in der Situation gelernt habe, dass Menschen Dinge umdrehen können. Das Internet kann so grausam sein. Ich habe sehr Respekt vor dem, was kommt.

Dein neuer Look kam gut an. Fühlst du dich wohl damit?

Ich finde es schön, weil ich mich noch nie so gesehen habe. Der Suit ist angelehnt an meine Leder-Kombi, erinnert mich an mein Outfit in Afrika. Für mich ist das ein sanfter Einstieg, weil ich noch nie ein krasses Kleid angezogen habe. Ich erinnere mich nur an mein Konfirmationskleid. Wenn sie mir jetzt schon so ein übertrieben heftiges Kleid gegeben hätten, wäre das zu viel.

Sehen dich deine Fans jetzt öfters so?

Privat denke ich nicht. Ich werde mich auch in Zukunft nicht groß schminken, weil sonst mein Helm auf Reisen komplett mit Make-up verklebt. (lacht) Bei "Let's Dance" saß ich drei Stunden in der Maske. Ich werde die Zeit genießen, aber das bin nicht ich.

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