Das Spiel ist harmlos, doch die Strafe ist brutal: Das ist das Konzept von "Squid Game".
Das Spiel ist harmlos, doch die Strafe ist brutal: Das ist das Konzept von "Squid Game".
bild: netflix

"Squid Game" bald im Ausland zensiert? Polizei schlägt Alarm

12.10.2021, 14:57

Der Hype um die südkoreanische Netflix-Serie "Squid Game" ist ungebrochen. Auch in Thailand ist sie äußerst erfolgreich und seit Wochen in den Top 10 des Landes. Die thailändische Polizei sieht dies jedoch mit Sorge und schlägt nun Alarm: Sie befürchtet, dass "Squid Game" die Bürger zu Gewalttaten anstiften könne. Der Sprecher der thailändischen Polizei, Kissana Phattanacharoen, gab an, dass besonders jüngere Menschen zu Nachahmern der Serie werden könnten.

In "Squid Game" geht es darum, wie hunderte hochverschuldete Menschen gegeneinander antreten, um ein Preisgeld in Millionenhöhe zu gewinnen. Die Wettkämpfe sind dabei meist simplen Kinderspielen nachempfunden. Begeht ein Kandidat jedoch einen Fehler, hat dies meist tödliche Folgen.

Die Serie habe zum Inhalt, wie Menschen Gewalt anwenden, um miteinander zu konkurrieren und zu überleben, so der Polizeisprecher. Dies könne zu Imitationen führen, da die Menschen annähmen, sich in einer ähnlichen Situation zu befinden. Kinder und Jugendliche seien besonders leicht zu beeinflussen, deshalb sollten die Eltern genau darauf schauen, welche Medien die Kinder konsumieren.

Bald sogar Zensur?

In Thailand gibt es bereits eine Altersempfehlung ab 18 Jahren, während sie in den meisten anderen Ländern, so unter anderem auch in Deutschland, bei 16 liegt. Die Behörden überlegen nun sogar, die Serie teilweise oder ganz zu zensieren. Denn: Es sei die Pflicht der Polizei, Verbrechen zu verhindern, stellt Polizeisprecher Kissana Phattanacharoen klar.

Ji-yeong und Sae-byeok spielen zwar nur um Murmeln – doch die Verliererin muss sterben.
Ji-yeong und Sae-byeok spielen zwar nur um Murmeln – doch die Verliererin muss sterben.
Bild: Netflix

Schüler spielten "Squid Game" bereits nach

Auf einer belgischen Schule ist kürzlich bereits das eingetreten, was die thailändischen Behörden befürchten: Die dortigen Kinder haben das erste Spiel in der Serie, "Rotes Licht, grünes Licht" nachgespielt. Die Verlierer wurden verprügelt. Die Schule musste daraufhin einschreiten, sie kündigte Strafen für Schüler an, die das Spiel weiterhin so gewalttätig spielten. Das Spiel "Rotes Licht, grünes Licht" an sich wurde nicht verboten.

Auch in London sah sich eine Schule gezwungen, Elternbriefe zu verschicken: Darin bittet die Schulleitung die Erziehungsberechtigen, ihre Kinder nicht mehr "Squid Game" schauen zu lassen, wenn sie dafür zu jung seien. Auch hier wird befürchtet, dass die Kids von der gezeigten Gewalt in der Serie negativ beeinflusst werden könnten. Die Schule hat extra Kurse eingerichtet, um Gewalt und Online-Übergriffen entgegenzuwirken.

(si)

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