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Anne Will: Die Moderatorin sendet immer sonntags in der ARD. Nun gibt es mit Maybrit Illner Konkurrenz vom ZDF. Bild: Screenshot ARD

Anne Will beschwert sich über Sendeplatz von Maybrit Illner – so reagieren die Sender

Die Polit-Talks werden derzeit von nur einem Thema beherrscht: Markus Lanz, Sandra Maischberger, Anne Will und auch Maybrit Illner sprechen Woche für Woche mit Experten, Betroffenen und auch mit Politikern über den aktuellen Stand der Corona-Pandemie und über die gesundheitlichen sowie wirtschaftlichen Folgen, die damit zusammenhängen.

Anne Will hat für ihren Politik-Talk seit Jahren den gleichen Sendeplatz: Sonntagabends empfängt sie traditionell ihre Gäste im ARD-Studio. Nun hat sie allerdings eine Konkurrentin vom ZDF bekommen: Maybrit Illner. Eigentlich wird die Sendung von Illner immer am Donnerstag ausgestrahlt, doch nun bringt ihr Sender ebenfalls am Sonntagabend das neue Format "Maybrit Illner Corona Spezial".

Anne Will äußert Kritik der Sendezeit

Dies hat Anne Will nun zum Anlass genommen, ihre Meinung dazu auf Twitter zu veröffentlichen. Sie schreibt: "Ich glaube, es braucht kein 'Duell' von Sonntagabend-Talks. Ich bin ein großer Fan des ZDF und deren Nachrichten und Politikformaten und fände es deshalb zuschauer*innenfreundlich, wenn wir nicht zeitgleich sendeten." Dazu kommentiert sie den Beitrag noch mit "Aber hey...".

Anlass ihres Tweets war ein Bericht des Branchendienstes "Meedia", der die Einschaltquoten der beiden Talks veröffentlichte und dazu schrieb: "Im Duell der Sonntagabend-Talks gewann Anne Will zum dritten Mal souverän gegen Maybrit Illners Spezial auf ZDF."

Die ARD unterstützt die Meinung von Anne Will

Der Programmdirektor der ARD teilt die Ansicht von Moderatorin Anne Will und sagt gegenüber watson:

"Die Entscheidung des ZDF sonntagabends ein Spezial mit Maybrit Illner auszustrahlen, wurde mit der ARD/dem Ersten nicht abgesprochen. Die Überschneidung mit 'Anne Will' ist nicht zuschauerfreundlich, aber wir freuen uns über den großen Zuspruch des Publikums, den Anne Will mit ihren Gesprächssendungen Sonntag für Sonntag in diesen außergewöhnlichen Zeiten erzielt."

Die Sendung "Anne Will" laufe in der ARD auf ihrem angestammten Sendeplatz – bedingt durch die verlängerte "Tagesschau" nur etwas später als gewohnt. Bei "Anne Will" hätten laut der ARD 3,93 Millionen Zuschauer eingeschaltet und bei Illner 2,4 Millionen. Will konnte sich über einen Marktanteil von 14 Prozent freuen, Illner schaffte es nur auf 10,4 Prozent.

Das sagt der Sender ZDF dazu

Auf Anfrage von watson hat sich auch das ZDF zur zeitweisen Überschneidung der Sendezeiten von "Anne Will" und "Maybrit Illner Spezial" geäußert. Ein Sendersprecher erklärt:

"Das ZDF hat gestern den dritten Sonntagabend in Folge im Anschluss an das 'Heute Journal' ein 'Maybrit Illner Corona Spezial' gesendet – aus der Erkenntnis heraus, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer in diesen Krisenzeiten ein erhöhtes Bedürfnis nach einordnenden Informationen und kompetenten Erörterungen der vielen Fragen haben, die sich aus der Corona-Krise ergeben."

Das sind die Reaktionen auf Twitter

Die Reaktionen auf Twitter sind gespalten. Ein Nutzer schreibt: "Vom ZDF ist das ausgesprochen dumm, fast zeitgleich mit Anne Will zu senden." Ein anderer meint: "Vielleicht wäre ja der Zeitpunkt gekommen, mal etwas kritisch die eigene Moderation zu hinterfragen an Stelle sich über andere Sendeplattformen auszulassen [sic]!" Ein Follower stimmt zu: "Da hat Anne Will vollkommen recht. Das gleichzeitige Senden am Sonntagabend ist für den Zuschauer kein Gewinn. Entzerrung wäre besser."

Eine weitere Nutzerin gibt zu bedenken: "Die Vielfalt der Formate halte ich für wichtig. Davon abgesehen, ist es sowieso nicht die Zeit für irgendwelche Duelle, sondern für sachliche Information und verantwortungsvolle Debatten." Dennoch wird kritisch angemerkt: "Ich glaube, da können sich ARD und ZDF auch besser absprechen, das geht bei einer Fußball-EM/WM oder Olympia auch."

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