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Wer es nicht gleich erkennt: Dieter Nuhr gibt hier den Bushido. bild: screenshot ard

Nuhr prophezeit: Kemmerich hat der FDP den Rest gegeben

dirk krampitz

Der Politskandal um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen wird bei "Nuhr im Ersten" gleich eingangs satirisch aufgearbeitet. Zum Lachen ist es ja eigentlich nicht, aber Gastgeber Dieter Nuhr versucht sein Bestes.

Thomas Kemmerich? "Den Namen müssen Sie sich nicht merken, ich glaube, seine Karriere war kurz", scherzt der Kabarettist. Einen Tag Ministerpräsident und schon habe er "der FDP den Rest gegeben".

Entweder Kemmerich sei so "doof", dass er gedacht habe: "Passt schon". Oder doof, weil er nicht wusste, dass man sich nicht von Nazis wählen lassen sollte. In seinem Fall käme wohl aber leider beides zusammen.

Zu Gast bei Dieter Nuhr an diesem Abend:

Fremdschämen statt lachen

Als erster Gast des Abends proklamiert Torsten Sträter die "heilsame Kraft des Blamierens". Er erzählt von drei Erlebnissen, die ihm widerfuhren, und empfiehlt, sich selbst nicht so ernst zu nehmen und in Ruhe auch mal zu schämen.

Es geht unter anderem um ein schokoladenverschmiertes Gesicht und eine offene Klotür im Zug (musste mal "Groß"). Er kann das alles zwar mit viel verschmitztem Schmunzeln ganz liebenswürdig und unterhaltsam rüberbringen, es bleibt aber irgendwie alles etwas flach. An einem Abend wie diesem wünscht man sich ein schlaues und pointiertes politisches Kabarett oder sonst vielleicht lieber einen Krimi oder Tierfilm "Tschöö mit Ö" – um es mit seinen Worten abzuschließen.

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Torsten Sträter in der Show von Dieter Nuhr. Bild: ard screenshot

Alfred Dorfer plaudert im Anschluss über verschiedene sprachliche Gepflogenheiten, die ihn aggressiv machen. "Da bin ich ganz bei Ihnen", gesagt von Führungstrainern und Soziologen, findet er zum Beispiel nicht so toll. Verständlich, aber insgesamt alles nicht so witzig.

Özgür Cebe macht sich über Jugendliche lustig, die nur noch googeln könnten und selbst dann nicht das Richtige finden. Der letzte deutsche Kaiser – Beckenbauer, haha. Er würde ihnen gerne das Lesen von Büchern näherbringen. Und damit der Tipp auch fruchtet, würde er diese als "tätowierte Bäume" bezeichnen.

Nuhr knöpft sich den Brexit vor

Etwas lustiger ist da Gastgeber Nuhr, der zwischen den Auftritten seiner Gäste jeweils kurze Einlagen gibt. Er äfft Bushido nach, greift sich dazu auch mal beherzt in den Schritt.

Er macht sich über die aktuellen verpeilten Bauprojekte der Republik lustig und empfiehlt für die Umsiedlung von bedrohten Tierarten, die in Stuttgart zweistellige Millionensummen kosten, doch besser zu versuchen, die Tieren einzeln mit einer Abfindung zum Umzug zu bewegen.

Die Briten bedauert er angesichts des Brexits, da sie nun feststellen müssen, dass England einfach nur noch eine Nordseeinsel ist, auf der es viel regnet und viel Nebel ist. Zum Glück für die anderen, da der die schlimmsten Tattoos ihrer Bewohner verbirgt. Und dergleichen mehr, kein Wort zum Thema Greta und Klimawandel an diesem Abend von ihm.

Witze über "Schlitzaugen" und Greta Thunberg als "Lolita"

Das übernimmt sein letzter Gast für ihn, Lisa Eckhart, die das Publikum noch einmal so richtig aufmischt. Mutter Erde sei halt nicht nett ("benimmt sich unter aller Sau"), da dürfe man sich nichts vormachen. Sie sei außerdem offensichtlich in den Wechseljahren: Hitzewallungen, Trockenheit an zuvor feuchten Stellen und die Pole sitzen auch nicht mehr so straff.

Das Stichwort "Midlifecrisis" führt sie zu dem Schluss, dass man sich da ja typischerweise gerne mit 16-Jährigen trösten würde, eingeblendet wird ein Bild von Greta Thunberg, Überschrift "Lolita".

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Lisa Eckhart in der Show von Dieter Nuhr. Bild: screenshot ard

Das Thema Coronavirus leitet sie ein mit: Da sei "ein Sack Reis umgefallen und alle werden hysterisch". Das würde wohl an der Genetik liegen. Denn Chinesen würden die Welt halt in einer eigenen "Breitbandblockbusteroptik" sehen. Damit das auch alle verstehen, fällt danach zur Sicherheit auch noch das Wort "Schlitzaugen".

Angesichts der Evakuierungen aus den betroffenen Gebieten fragt sie sich, was denn alle bloß immer dort in "Ching Chang Chinaland" zu suchen hätten und wenn es ein Problem gibt, solle man die Leute doch besser da lassen. Als Poetry-Slammerin aus der Steiermark lässt man es ihr vielleicht so durchgehen.

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