Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Darauf ein Kraneberger! Angst vor Mikroplastik im Trinkwasser ist Quatsch, sagen Forscher

05.07.18, 19:18 06.07.18, 11:15

Mikroplastik ist eins DER Reizthemen unserer Zeit. Bis in die Arktis und die Tiefsee haben sich die Partikel inzwischen verschleppt. Zahlreiche Kosmetikprodukte tragen dazu bei, dass immer mehr davon im Wasser landet. Und auch größere Müllteile leisten ihren Beitrag: Landet etwa eine Plastikflasche im Meer, bröckelt sie unter Sonneneinwirkung Stück für Stück auseinander, bis ihre Fitzel zum Meeresboden rieseln, wo sie dann Jahrhunderte lang verbleiben.

Wer sich auch vor Mikroplastik im Trinkwasser fürchtet, den wollen Forscher aus Berlin nun beruhigen. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk sagen die Wissenschaftler: US-amerikanische Studien, die Plastikpartikel im Trinkwasser gefunden haben wollen, haben falsche Messmethoden benutzt und deshalb fehlerhafte Ergebnisse hervorgebracht.

Guck dir das Debakel an:

"Diese früheren Studien sind alle falsch aus unserer Sicht, weil sie nur das reine Lichtmikroskop verwendet haben, um die Partikel zu identifizieren. Und das ist hochproblematisch. Bei Vergleichsuntersuchungen zum Beispiel vom Alfred-Wegener-Institut stellte sich heraus, dass mit dem Lichtmikroskop um den Faktor 60 bis 100 mehr Teilchen als Plastik identifiziert wurden, obwohl es gar kein Plastik war."

Martin Jenkel, Professor für Wasserreinhaltung an der TU Berlin  deutschlandfunk

Was haben die Berliner Forscher anders gemacht?

Sie haben Trinkwasser-Proben mit der Raman-Spektroskopie untersucht. Das ist ein Messmethode, bei der ein Laser zum Einsatz kommt. Außerdem haben sie die Proben in Boxen untersucht, in die nur gefilterte Luft gelangte – um zu verhindern, dass Partikel von außen die Proben verunreinigten.

Zwar fanden die Forscher immer noch geringe Mengen Mikroplastik im Wasser, aber die Konzentrationen seien "extrem niedrig" gewesen. Laut Martin Jekel liege dies im Bereich der Blindwerte, die man in jeder Probe hätte. Plastikteilchen seien heute eben allgegenwärtig – etwa in Laborapparaturen und -materialien. Grundsätzlich gelte:

"Trinkwasser muss immer frei sein von Feststoffen. Zu Feststoffen gehören auch Bakterien, Viren und so weiter."

Martin Jekel deutschlandfunk

Eine gute Wasseraufbereitung entferne praktisch alle Feststoffe komplett. Eine großangelegte Analyse von deutschen Trinkwasser-Proben steht noch aus. Das Team um Jekel rechnet allerdings mit keinen kritischen Befunden.

(sg)

Plastik ist vor allem für Tiere gefährlich:

Umweltthemen sind dir wichtig? Dann haben wir hier was für dich:

Richtige Männerfreundschaft: Männliche Delfine kennen sich beim Namen

Dieser Käfer braucht Alkohol, um seine Kinder großzuziehen

Wal stirbt, weil er mehr als 80 Plastiktüten im Magen hat 😢

Schon wieder! Holländisches Insektengift in deutschen Bio-Eiern

Süüüüüüüüüüß. Und gefährdet. 10 Tiere, die wir lieben und töten

Von wegen "natürlich" –Verbraucherschützer wollen irreführende Etiketten abschaffen

Sumpfkrebs-Fang in Berlin boomt – ein Fischer fing 8500 Tiere im 1. Monat

Mehr als 1000 Demonstranten fordern schnellen Kohleausstieg 

An den Balearen schwimmt ein Weißer Hai herum – erste Sichtung seit 30 Jahren

So tötet der Klimawandel die Korallen des Great Barrier Reef

In diesen 7 Ländern und Städten herrschen bereits Plastikverbote

Touristin findet in einem Wald (!!!) in Russland (!!!) einen toten Delfin 🤔

Kragenbär Mike wurde heute erschossen – das ist seine Geschichte 

Dieser Pottwal kämpft in der Nordsee gerade ums Überleben

Wale stranden zu Dutzenden – 6 Erklärungen für das Tierdrama

Ausgebrochene Zootiere in Rheinland-Pfalz waren doch nicht ausgebrochen ¯\_(ツ)_/¯

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Aus Gewissensgründen" – Diese Apothekerin aus Bayern verbannt Homöopathie aus Regalen

Wer die Bahnhof-Apotheke in Weilheim betritt und nach homöopathischen Mitteln fragt, wird erstmal vertröstet. Iris Hundertmark, der die Apotheke gehört, hat sich zu einem drastischen Schritt entschieden. Sie hat Homöopathie aus ihren Regalen verbannt und ist damit die erste Apothekerin, die öffentlich darüber spricht.

Frau Hundertmark, warum haben Sie sich dazu entschieden, homöopathische Medikamente nicht mehr anzubieten?Iris Hundertmark: Aus Gewissensgründen – ich möchte absolut ehrlich …

Artikel lesen