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Zwei Schülerinnen trauern um die Getöteten vom Germanwings-Absturz. Bild: imago/ Reichwein

Mit Trauer leben: Der 5. Jahrestag des Germanwings Absturzes

Vor fünf Jahren zerschellte der Germanwings-Airbus mit der Flugnummer 4U9525 an einem Berg in den Alpen. 150 Menschen starben - heute erinnern 149 Metallstäbe mit kleinen Fahnen am Unglücksort an die Opfer. Auch im westfälischen Haltern lebt die Erinnerung.

Sie fehlen. So wie ihre Namen aus der dicken Stahlplatte geschnitten wurden, die unübersehbar auf dem Schulhof des Joseph-König-Gymnasiums im westfälischen Haltern steht. Immer brennt dort eine Kerze. Sie erinnert an die 16 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrerinnen, die vor fünf Jahren bei dem Absturz der Germanwings-Maschine in den südfranzösischen Alpen starben. Sie kamen von einem Schüleraustausch in Spanien. Die Schüler hätten längst ihr Abitur gemacht – würden sie noch leben.

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Die Gedenktafel vor dem Gymnasium Bild: imago/Revierfoto

Schulleiter Ulrich Wessel aus Haltern sagt:

"Die Verstorbenen sind selbstverständlicher Teil des Schullebens."

Joseph-König-Gymnasium

Wessel legt Wert auf eine "würdige Erinnerungskultur". Dazu gehört etwa eine Wand mit fröhlichen Porträtfotos aller Getöteten im Foyer.

Der psychisch kranke Copilot hat die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht, davon sind die französischen Ermittler überzeugt. Die Opfer stammen aus 17 Nationen, die meisten aus Deutschland und Spanien. Bei den Landgerichten Essen und Frankfurt am Main laufen weiterhin Verfahren, in denen Angehörige von der Lufthansa ein höheres Schmerzensgeld erstreiten wollen. Auch bei der Staatsanwaltschaft Marseille laufen immer noch Ermittlungen.

Die Gemeinde am Unfallort gedenkt der Toten

Der Bürgermeister der kleinen, in einem Tal gelegenen Gemeinde Prads Haute-Bléone, Bernard Bartolini, ist ergriffen, als er über das Flugzeugunglück und dessen Folgen spricht. Die Worte kommen ihm nicht leicht über die Lippen."Das hat uns in den ersten sechs Monaten nach dem Absturz so geprägt, dass ich Schwierigkeiten habe, wieder darüber zu sprechen."

Die Absturzstelle im Bergmassiv "Trois Evêchés" liegt zwar noch auf dem Gebiet von Bartolinis Kommune, ist aber abgelegen und schlecht zu erreichen. Auf einer Höhe von gut 1400 Metern gibt es auf dem Weg zum Unfallgebiet am Rande einer Schotterstraße ein Denkmal.

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Auch hier sind die Getöteten nicht vergessen. Bild: imago/ Peter Seyfferth

Bartolini sagt über den Absturz:

"Es gab aber eine große Rauchsäule. Wir wussten nicht, was los war."

Er gehörte nach eigener Erinnerung zu denjenigen, die sehr rasch an der Unfallstelle waren. Dort lagen Flugzeugtrümmer und Leichenteile verstreut – ein Ort des Grauens. In der Gemeinde gibt es das Gemeinschaftsgrab, in dem die sterblichen Überreste bestattet wurden, die keinem der Opfer mehr zugeordnet werden konnten, und eine Gedenkstele. Vor der Tafel mit Inschriften in vier Sprachen liegen Bilder der Opfer, Steine, Blumen, Kreuze oder Kerzen.

Wie geht es den Familien der Getöteten?

Eine Antwort auf die Frage, wie es den Angehörigen in Haltern geht, fällt Schulleiter Wessel nicht leicht: "Es heißt ja immer: Die Zeit heilt alle Wunden. Wenn Sie sich aber die liebevoll gestalteten Gräber ansehen, dann wissen Sie, dass der Spruch hier nicht gilt."Angehörige bestätigen seinen Eindruck: "Die Trauer ist nach wie vor da und genauso intensiv, aber wir haben gelernt, damit zu leben", sagt eine Mutter aus Haltern.

(joey/dpa)

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