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getty/montage

Der Sommer des bedeutungslosen Sex ist vorbei. Ich brauche eine Tinderpause...

Lea ist mit Anfang 30 Witwe geworden. Jetzt beginnt sie wieder mit dem Dating. Folge 8 ihrer Kolumne. Du willst von vorne anfangen? Hier sind alle Folgen. 

lea laufer

Der Sommer war intensiv und aufreibend. Ich habe aufgehört, Halt zu suchen und mich treiben lassen in einer Serie von vollkommen bedeutungslosem Sex, etwas, das ich noch nie zuvor erlebt habe.

Die Männer waren durchgängig interessant, charmant und gutaussehend, manche habe ich mehrmals getroffen, aber niemand hat Interesse daran geäußert, mich tatsächlich kennenzulernen.

Ich habe das hingenommen, nicht mehr darüber nachgedacht, mich hineinbegeben und irgendwann alle alten Vorstellungen von Zweisamkeit in Frage gestellt.

Ich war ein Teenager in der Provinz, als ich mit meinem Freund zusammen kam, von diesem Zeitpunkt an folgte eine ziemlich geradlinige Entwicklung einer Paarbeziehung inklusive Kindern und Bausparvertrag.

Wäre mein Freund nicht mit Anfang 30 verstorben, würde ich jetzt vielleicht schon den Vorgarten des Reihenhauses am Stadtrand bepflanzen. 

Hier erzählt Lea, wie sie zum ersten Mal wieder Gefühle spürte:

15 Jahre später, in der hippen Großstadt scheint es mir wie ein (zugegebenermaßen spießiger) Film, den ich auf den ersten Programmen gesehen habe.

Hier herrscht das absolute Kontrastprogramm: jemanden kennenlernen, mehr, als nur Körperlichkeit zu teilen, ist anstrengend und schränkt potentiell ein.

Oder vielleicht liegt es an mir? Bin ich nicht schön/witzig/cool genug? Vielleicht ist das Paket mit den Kindern zu groß?

Als die Tage wieder kühler werden fühle ich mich ausgelaugt. So sehr ich auch versuche, mir zu sagen, dass ich auch so leben kann und dass die große sexuelle Freiheit jetzt das Richtige für mich ist, ich fühle mich beschissen.

Also beschließe ich, eine Pause einzulegen.

Tinderfasten.

Ich konzentriere mich auf Kinder und Arbeit und treffe mich ab und an mit guten Freunden. Ich lese ein Buch über Minimalismus und miste meine Wohnung aus. Ich backe und koche, schaue mir Reisedokumentationen an, versuche, die Paul-Simon-Stimme von "sound of silence" zu lernen und hole Kisten mit CDs aus meiner Teenager Zeit aus dem Keller.

Ich schreibe eine Email an meine alte Lehrerin, nähe eine gigantisch große Patchwork-Decke und fange an, online Italienisch zu lernen. Vor dem Schlafengehen trinke ich Tee.

So ziehen die Wochen und Monate ins Land und irgendwann merke ich, dass ich ruhiger werde. Zwar bin ich immer noch einsam, aber irgendwie lerne ich, mit mir alleine zurecht zu kommen. Ende November sind die Tage grau dann kommt die Weihnachtszeit, quasi die Passionszeit der Verwitweten.

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Ich reaktivere Tinder, mit der Prämisse, nur mal so zu gucken. Ich swipe vollkommen unmotiviert durch die Gegend, treffen will ich mich nicht. Aber ein bißsshen schreiben vielleicht.

Irgendwann meldet sich Tommaso.

Ein Typ, den ich maßgeblich gematcht habe, weil er Italiener ist und ich noch immer versuche, Italienisch zu lernen. Ich vergesse zu antworten und als er ein paar Tage später nochmal schreibt, schaue ich mir das Profil an.

Seine Fotos finde ich fast durchgängig bescheuert, aber der Text ist kurz und lustig und ich hänge sowieso gerade in der S-Bahn fest, also antworte ich. Nach dem üblichen Geplänkel fragt er, ob wir uns treffen können. Bald fliegt er für die Weihnachtsfeiertage nach Hause. Ich habe gerade Besuch da und sowieso keine Lust, jemanden zu treffen. Also nein.

Am Silvesterabend sendet er Grüße aus Italien. Ich liege alleine im Bett, meine große Tochter schläft bei einer Freundin, mein Sohn schläft nebenan. 21:30 Uhr im Schlafanzug, und ich tue mir selber leid. Tommaso geht erst später aus, wir schreiben ein bißchen.

Ich schicke ihm ein Bild von mir im Schlafanzug.

Er macht ein paar Komplimente. Das ist nett, ein bißchen flirty, aber unverfänglich und passt in meine abendliche Teestimmung.

Auf meine Bitte schickt er ein Bild von sich. Darauf sitzt er mit einem Clint-Eastwood-artigen Nicht-Gesichtsausdruck auf einem Bett und trägt etwas, das wie die grauen Jogginganzüge von Gefängnisinsassen aussieht. Im Hintergrund an der pastellfarbenen Wand hängen Poster; auf einem sitzen ein paar flauschige Katzenbabys nebeneinander und schauen putzig in die Kamera. Wäre das andere nicht ein Guns n’ Roses Poster würde ich ihn sofort blockieren. Aber so kann man zumindest von einem guten Musikgeschmack ausgehen. Im Zweifel für den Angeklagten. Von da an schreiben wir jeden Abend, immer ein bißchen smalltalk über alles mögliche. Bis sich plötzlich der Ton ändert…

Was bisher geschah...

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