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Bild: Instagram/ Matthias Schweighöfer

"100 Dinge": Schweighöfer und Fitz über Männerfreundschaft und das Ding mit dem Nacktsein

Imke Gerriets
Imke Gerriets

Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer sind zwei Jahre nach ihrem Film "Der geilste Tag" wieder auf der Kinoleinwand vereint. In "100 Dinge" stellen die beiden ihre Männerfreundschaft durch eine verrückte Wette mächtig auf die Probe.

Mit watson.de sprachen die beiden Schauspieler vor dem Filmstart am Donnerstag über die Nacktszenen im Film, ihre kritische Haltung zum Thema Konsum – und ihre spezielle Männerfreundschaft.

Hier gibt es die Video-Highlights des Interviews: 

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Video: watson/Imke Gerriets, Lia Haubner

Die Idee hinter "100 Dinge":

Im Film wetten Toni (Schweighöfer) und Paul (Fitz), dass sie 100 Tage auf alles, wirklich alles, verzichten können. Jeden Tag dürfen sie nur einen Gegenstand zurückholen.

Für Schweighöfer war seine Figur Toni die ideale Rolle, wie er im Gespräch mit watson sagt: "Ich hatte weniger Text zu lernen."

Was die beiden im Interview außerdem verrieten? Ein Überblick.

Über Fitz als Regisseur:

Als Hauptdarsteller und Regisseur zugleich musste Fitz dafür sorgen, dass alle Anweisungen nach Drehbuch umgesetzt werden. Wie macht sich Fitz als Regisseur? Schweighöfer sagt in dessen Richtung: "Harte Anweisungen gibst du nicht, aber du bist dann hart in der Anweisung."

Der 44-Jährige kontert prompt: "Ich bin stur. Wenn ich was brauche, dann brauche ich das." Und weiter: "Wir haben beide echt viele Filme gemacht. Ich habe auch schon richtig harte Regisseure erlebt. Das sieht anders aus, dann wird am Set geheult." Von diesen Erfahrungen sind die beiden also in ihrer eigenen Produktion meilenweit entfernt.

Über die Stimmung am Set:

Kurzum: Es ist harmonisch. Schweighöfer: "Wir sind im Prinzip eine Person, da wir produzieren und Regie führen. Da wäre alles andere kontraproduktiv." Trotz 36 Drehtagen gab es keine dicke Luft zwischen den beiden. 

Über ihre Männerfreundschaft:

Was Schweighöfer im Interview über Fitz sagt, gleicht schon fast einem Liebesgeständnis an seinen guten Freund:

"Das Schöne ist wirklich: Es nervt uns tatsächlich fast nichts am anderen. Ich weiß, er ist einfach ein guter Freund und ich akzeptiere ihn so, wie er ist."

Und das ist auch gut so, denn: "Mich richtig sauer zu sehen, das willst du auch nicht erleben."

Auch im echten Leben verstehen sich die Schauspiel-Stars wie Susi und Strolch.

Und was sagt Fitz über Schweighöfer und dessen Art am Filmset? "Wenn ihn wirklich was nervt, dann verschwindet er, weil es ihm so auf den Sack geht und dann hat er Aggressionen, die er im Auto oder im Wald rauslässt." Er selbst, sagt Fitz, beharre dagegen besonders gerne auf seiner Meinung, was auch mal nervig sein könne.

Über die Nacktszenen im Film:

Es ist die pikanteste Szene im Film: Im Winter mussten die beiden Kino-Stars nackt durch Berlin rennen. Und das nicht irgendwo versteckt, sondern an den bekanntesten Schauplätzen: Oberbaumbrücke, East Side Gallery und Kottbusser Tor. 

So sah das dann aus:

Schweighöfer erinnert sich gern zurück: "Das ist doch cool. Wann kann man schon mal nackt an der der East Side Gallery rennen?" 

Fitz war froh über den Beistand seines Freundes:

"Wenn einer von uns das alleine hätte machen müssen, dann wäre es wahrscheinlich was anderes gewesen, aber so war es nicht schlimm. Es war auch eine Aktion, die wir bei Nacht und Nebel gemacht haben. Wir sind angekommen, zweimal gerannt und weitergefahren. Das haben nur ein paar Betrunkene aus dem Berghain mitbekommen, und die haben schlimmere Sachen gesehen."

Doch so etwas kann ihnen im wahren Leben nicht passieren, denn solche verrückten Wetten würden sie niemals abschließen. Fitz: "Ich mache zwar sehr viel Dreck, aber bei uns hieß es immer: Wetten tun nur die Deppen." 

Über Komplikationen in einer Männerfreundschaft:

Im Film geht es auch um die Konkurrenzsituation von zwei Freunden. Im Mittelpunkt des Streits steht eine Frau. Doch ist den Kino-Stars das auch schon mal passiert? Schweighöfer: "Mir ja, schon sehr oft." 

Regisseur Fitz sagt:

"Bei Jungs passiert das tatsächlich schon sehr oft. Ich kenne das schon, dass Jungsfreundschaften ganz oft von dem Konkurrenzgedanken geprägt sind. Das macht ja auch grundsätzlich Spaß. Sowas kann im Sport sein oder wo auch immer man sich misst. Blöd wird es nur, wenn es immer darum geht, sich größer zu machen als der andere. Das kann natürlich irgendwann anstrengend werden."

Bei einem Date sind drei Personen immer zu viel:

Schweighöfer stellt dazu klar: "Ich bin nicht der Konkurrenzmensch. Das gibt es bei mir nicht."

Über das Thema Konsum:

In "100 Dinge" geht es auch um das Thema Konsum und Überfluss in der Gesellschaft. Hier haben die beiden bereits einen Gang zurückgeschaltet. Fitz sagt: "Mit 44 ist es jetzt nicht meine erste Beschäftigung, dass ich mir einen Hochzeitstisch im Einkaufsladen bestelle und die Leute mich mit diesen Sachen beschenken sollen. Das wird tatsächlich weniger und weniger wichtig."

Schweighöfer hat zwei Kinder, die neunjährige Greta und den fünfjährigen Valentin. Materielle Geschenke haben in dieser Situation einen anderen Stellenwert für ihn:

Ich habe ja zwei Kinder, deswegen ist Weihnachten da noch ein bisschen anders. Wir Erwachsene schenken uns da aber auch nicht so viel. Wir sind froh, dass wir zusammen sind und essen lieber was Schönes zusammen."

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#myvalentinesday

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Dennoch findet Fitz, dass irgendwann mit dem Komsumverhalten Schluss sein muss. "Ich verstehe, warum das für Kinder wichtig ist, ich verstehe, warum das für 20-Jährige wichtig ist. Es ist wirklich schön, sich die ersten Sachen selber zu kaufen und sich darüber zu definieren. Wenn man das mit 50 immer noch geil findet, dann finde ich es schon langweiliger."

Fitz musste erst kürzlich am eigenen Leib erfahren, dass ohne den materiellen Besitz das Leben schnell außer Kontrolle gerät: "Mir wurde gerade mein Geldbeutel geklaut. Dann wird plötzlich alles extrem kompliziert. Wenn du keine Karte und keinen Ausweis hast, um Geld zu holen, merkst du plötzlich, wie kompliziert das Leben sein kann."

"100 Dinge" läuft ab dem 6. Dezember in allen deutschen Kinos.

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Video: watson/Marius Notter, Lia Haubner

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