An Münzautomaten kann man nerviges Kleingeld loswerden.
An Münzautomaten kann man nerviges Kleingeld loswerden.
Bild: picture alliance/Christian Charisius/dpa

Nerviges Kleingeld: Diese Lösung wird jetzt in immer mehr Supermärkten eingesetzt

15.04.2021, 10:25

Wer im Supermarkt bar bezahlt und dabei Münzen loswerden will, braucht schon mal etwas länger – Kleingeld hält an Kassen auf. Oder macht das Portemonnaie zu dick. Es gibt Gründe, sich von kleinen Münzen auf andere als die bislang übliche Weise trennen zu wollen. Lebensmittelhändler setzten deshalb immer mehr auf Münzautomaten in den Filialen. Kunden können hier ihr Kleingeld einwerfen – und bekommen einen Wertbon dafür, mit dem sie wiederum an der Kasse zahlen können. Laut der "Lebensmittel Zeitung" gibt es immer mehr solcher Automaten. Edeka und Rewe bauen demnach den Einsatz auf ihren Flächen weiter aus, Kaufland übernimmt bestehende Automaten in den Real-Filialen.

Andreas Spinkler, Managing Director Germany bei der Firma Coinstar, deren Automaten hier verwendet werden, sagt: "Ende 2021 werden laut Plan rund 1300 unserer Geräte bei Lebensmittelhändlern auf der Fläche stehen". Aktuell gebe es 854 Geräte in ganz Deutschland. 258 davon sind in Real-Filialen zu finden, zudem gibt es Geräte in Edeka-Märkten. In Filialen von Budni in Hamburg laufen aktuell Tests.

Im Jahr 2020 rund 66 Millionen Euro eingezahlt

Knapp 450 zusätzliche Münzautomaten sollen im Laufe des Jahres vor allem bei Edeka und Rewe aufgebaut werden. Auch Kaufland möchte den Service weiter anbieten. In allen 92 Filialen, die Kaufland von Real übernimmt, bleiben die Automaten bestehen. "Wir werden die Nachfrage einige Monate beobachten und dann entscheiden, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang wir sie an weiteren Standorten im Bestandsfilialnetz integrieren", sagt Kaufland.

Kunden müssen aufpassen: Transaktionsgebühr von 10 Prozent

Für Kunden ist die Nutzung unkompliziert: Man wirft die Münzen in das Sieb des Automaten, das Gerät zählt sie dann. Die Kunden erhalten anschließend einen Wertbon, abgezogen wird allerdings eine Transaktionsgebühr von 9,9 Prozent.

Der Automat wird von Coinstar betrieben und gewartet. "Von Händlerseite sind keine Investitionen nötig und dank der Umsatzbeteiligung rechnen sich die Automaten auch kaufmännisch", sagt Spinkler von Coinstar.

Im Jahr 2020 zahlten laut ihm 1,6 Millionen Kunden Kleingeld im Wert von 66 Millionen Euro in die Automaten ein. Durchschnittlich werfen Kunden 450 Münzen ein und erhalten so einen Wertbon in Höhe von knapp 42 Euro. Sie nutzen das Angebot also eher für größere Mengen an Münzen.

(pas)

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