Horror-Szenario: Man hat einen Unfall auf der Autobahn und die Rettungskräfte kommen nicht zu einem durch. Entscheidend ist nämlich, dass die anderen Autofahrer:innen die Rettungsgasse richtig bilden. Diese rettet Leben. Verzögert sich die Hilfe am Unfallort, können Unfallopfer im schlimmsten Fall sterben.
Trotzdem halten sich die Autofahrer:innen immer wieder nicht an die Regeln zum Bilden einer korrekten Rettungsgasse. Die Einsatzkräfte stellt das vor große Probleme.
Bei einem Unfall auf der A7 in der Region Hannover, bei dem zwei Autos zusammengestoßen sind, ist die Feuerwehr kaum bis zum Unfallort durchgekommen. Die Rettungsgasse hat in weiten Teilen gefehlt.
Der Unfall ereignete sich am Donnerstagabend zwischen dem Autobahnkreuz Lehrte Ost und dem Autobahnkreuz Kirchhorst. Die Feuerwehr Lehrte beklagt, dass die Rettungsgasse schon bei der Anfahrt der ersten Fahrzeuge zur Einsatzstelle erhebliche Probleme bereitet hätte. Die nachrückenden Einsatzkräfte seien dann gar nicht mehr durchgekommen.
Schließlich sind die Helfenden den Angaben zufolge ausgestiegen, um selbst dafür zu sorgen, dass die Rettungsgasse weiter gebildet wird. Doch auch das soll nicht möglich gewesen sein. "Lediglich das Abfließenlassen des Verkehrs trotz der Vollsperrung führte schließlich zum Erfolg, sodass die Einsatzkräfte mit einer erheblichen Verzögerung an der Einsatzstelle ankamen", hieß es den Angaben der Feuerwehr zufolge.
Trotz der erschwerten Rettungsumstände sei der Unfall für die Beteiligten glücklicherweise glimpflich ausgegangen. Aber es kann auch anders aussehen.
Wenn bei einem Unfall etwa Personen in ihren Autos eingeklemmt werden oder schwer verletzt sind, führe das Fehlen einer Rettungsgasse zu erheblichen Verzögerungen. Diese können über Leben oder Tod entscheiden, erklärt die Feuerwehr noch einmal in aller Deutlichkeit.
Es ist wichtig, dass die Rettungsgasse für den gesamten Zeitraum bestehen bleibt, weil immer mit nachrückenden Einsatzkräften gerechnet werden müsse. So war es auch bei dem Unfall am Donnerstag. Wer sich nicht an die Regeln zum Bilden einer Rettungsgasse hält, muss mit Bußgeldern, Punkten in Flensburg oder Fahrverboten rechnen.
Eine Rettungsgasse wird immer zwischen der linken und den übrigen Spuren gebildet. Das heißt: Wer auf der linken Spur fährt, weicht nach links aus. Wer auf einer der übrigen Spuren unterwegs ist, weicht nach rechts aus.
Eine Rettungsgasse muss nicht erst bei einem Stau gebildet werden, sondern schon dann, wenn der Verkehr anfängt zu stocken beziehungsweise mit Schrittgeschwindigkeit gefahren wird, erklärt der ADAC.