Thomas Müller absolvierte bisher 130 Champions-League-Spiele für den FC Bayern.
Thomas Müller absolvierte bisher 130 Champions-League-Spiele für den FC Bayern. foto: fcbayern/screenshot watson

"Mehr mit inhaltlichen Themen beschäftigen": Thomas Müller kontert Hoeneß-Kritik

16.02.2022, 15:32

Für Uli Hoeneß ist klar, warum es immer wieder zu Leistungsaussetzern beim FC Bayern kommt, die zu Niederlagen wie gegen Bochum (2:4), Gladbach (0:5) und den FC Augsburg (1:2) führten. "Ich glaube, das Problem ist, dass unsere Spieler, wenn sie die Zeitung aufschlagen, immer lesen, dass sie unschlagbar sind. Ich habe gehört, dass die Stimmung in der Mannschaft sehr gut ist – vielleicht zu gut, es gibt zu wenig Reibung", sagte er beim TV-Sender ServusTV.

Thomas Müller sieht das jedoch anders. Zwar verstehe er Hoeneß' Ansatzpunkt, aber "grundsätzlich haben wir schon Reibungspunkte in der Mannschaft. Wir sollten uns mehr mit inhaltlichen Dingen beschäftigen. Da haben wir Ansatzpunkte", sagte er auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen RB Salzburg.

Dass sich die Spieler gut verstehen und es nicht an allen Ecken und Enden kracht, würde "auf lange Strecke mehr Kräfte freisetzen."

Und diese lange Strecke soll bestmöglich erst mit dem Champions-League-Finale am 28. Mai in St. Petersburg enden. "Es ist jetzt der Startschuss für eine Phase, die für uns sehr wichtig ist. Wir waren in den vergangenen Wochen ein wenig im Wartestand und auf der Suche nach der heißen Phase", sagt Müller. Mit der Achtelfinalpartie in der Königsklasse am Mittwoch beginnt sie offiziell.

"Wir wollen alle im Sinne des Erfolgs handeln. Wir haben Dinge, die wir beherzigen müssen, aber ich sehe uns auf einem guten Weg."

Nagelsmann fordert Gier und stimmt Hoeneß zu

Eine Sache, die die Münchner gegen die schnellen Angreifer von RB Salzburg beherzigen müssen, ist eine konzentrierte Arbeit in der Defensive. "Du kannst viele Dinge vorwegnehmen, wenn du die Gier hast", erklärte Trainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz vor der Partie.

Diese Gier könne vor allem durch die von Hoeneß angesprochene Reibung entstehen. Diese könne entweder hergestellt werden, indem man auf dem Transfermarkt aktiv wird oder indem man eine einheitliche Leistungsdichte über den kompletten Kader hat. Dies sei durch die aktuellen Ausfälle von Jamal Musiala, Alphonso Davies und Leon Goretzka aber nicht gegeben.

"Das heißt, dass sich der ein oder andere Spieler sicher fühlen kann, dass er spielt, weil seine Qualität einfach ein Tick höher ist, als von einem Spieler auf der Bank und dann entsteht nicht immer die nötige Reibung", sagt Nagelsmann.

Was den Bayern-Coach trotz der Defensivanfälligkeit jedoch etwas beruhigt, ist, dass "wir meistens in der Lage sind, mehr Tore zu schießen als wir kassieren."

Geht es nach Thomas Müller, muss es so weit gar nicht kommen. "Wir werden schon noch davon profitieren, dass wir eine hohe Qualität in der Defensive haben." Es komme nun vor allem darauf an, "dass wir uns selbst quälen und dafür nicht den Druck von uns außen brauchen."

(lgr)

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