Nick Woltemade steht im Zentrum eines Transfersommers, der noch gar nicht richtig begonnen hat. Der FC Bayern will den Stürmer verpflichten, ist sich mit dem Nationalspieler offenbar bereits einig, aber nicht mit dessen Klub.
Wie jüngst bekannt wurde, hat der VfB Stuttgart ein erstes Angebot aus München abgelehnt. Sein Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle stellt nun öffentlich klar: So einfach werden die Schwaben ihr Toptalent nicht ziehen lassen.
Auf einer Veranstaltung äußerte sich Wehrle jetzt selbst zu den laufenden Gesprächen. "Wir geben ihn ja nicht her. Er wird auch in der kommenden Saison Fußball spielen bei uns", wird der 50-Jährige von den "Stuttgarter Nachrichten" zitiert. Woltemade, so viel steht fest, hat beim VfB noch Vertrag bis 2028. Eine Ausstiegsklausel gibt es nicht.
Dass die Bayern aber ernstes Interesse haben, ist auch in Stuttgart angekommen. Alexander Wehrle kennt die personelle Lage in München. Nach dem Abschied von Thomas Müller und der Langzeitverletzung (Wadenbeinbruch) von Jamal Musiala fehlen Spieler im Sturm. Entsprechend wählt der VfB-Boss seine Worte mit Bedacht.
Er wäre verhandlungsbereit, "wenn die Bayern wirklich etwas Außergewöhnliches machen". Man sei, so Wehrle, professionell genug, um darüber zu sprechen. Es ist ein Satz, der Offenheit signalisiert, aber vor allem eines deutlich macht: Der Preis ist hoch, höher als das erste Angebot.
Das erste Angebot des FC Bayern lag laut Sky bei 40 Millionen Euro als fester Sockelbetrag, ergänzt um fünf Millionen Euro an erfolgsabhängigen Bonuszahlungen. Für Stuttgart ist das nicht verhandelbar und das hat Wehrle den Münchnern auch mitgeteilt.
Laut "Kicker" liegt die Schmerzgrenze in Stuttgart bei rund 80 Millionen Euro. Ein Wert, der aus Münchner Sicht derzeit kaum realistisch erscheint, zumindest nicht auf Anhieb.
Die Aussagen von Wehrle sind bemerkenswert. Auch, weil er erstmals Einblicke in laufende Gespräche gibt. Wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet, hat er persönliche Treffen, wie sie in solchen Konstellationen üblich wären, bislang vermieden. Er habe sie sogar "kategorisch abgelehnt", erklärte der Vorstandschef.
Ein Signal, das man in München verstehen wird. Der FC Bayern strebt zwar einen personellen Umbruch an, doch auf Erpressbarkeit will man sich nicht einlassen.
Auf der anderen Seite zeigt sich, wie ernst es dem VfB ist. Bereits beim Trainingsauftakt hatte Trainer Sebastian Hoeneß angekündigt: "Ich plane fest mit ihm." Auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth stellte klar, dass der Klub mit Woltemade in die neue Saison gehen will.