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Mit der gelben Karte beginnt eine Reihe von Strafen im Handball. Bild: imago sportfotodienst

Handball-WM

Rote Karte, Zeitstrafen und "Schritte": Das sind die 10 wichtigsten Handball-Regeln

Gutefrage.net fragt, wir antworten

Die Handball-WM ist im vollen Gange und so langsam wird es schon richtig spannend. Das deutsche Nationalteam spielt am Dienstagabend gegen Titelverteidiger Frankreich und steht nach dem Unentschieden gegen Russland schon ziemlich unter Druck. Es geht um den Einzug in die Hauptrunde.

Du willst das Spiel gegen den Weltmeister ansehen, hast aber wenig Ahnung von den Handballregeln? Kein Problem, du bist da nicht alleine: Wir haben die meistgestellten Handball-Fragen des Online-Portals gutefrage.net herausgesucht und geben euch eine passende Antwort dazu. Klugscheißen an der Kneipentheke steht nichts mehr im Weg.

Ein User fragte:

Kann mir bitte jemand 10 wichtige Handball-Regeln nennen?

watson antwortert: Ja, können wir.

Regel 1: Spielzeit

Beim Handball gibt es zwei Halbzeiten je 30 Minuten. Die Halbzeitpause dauert bei der WM 15 Minuten. Steht es nach 60 Minuten unentschieden, gibt es eine Verlängerung von zweimal fünf Minuten. Steht es dann weiterhin unentschieden, gibt es eine zweite Verlängerung von zweimal fünf Minuten.

Falls dann noch immer kein Sieger feststeht, beginnt das Siebenmeter-Werfen. Dafür stellt jede Mannschaft fünf Spieler, die abwechselnd einen Siebenmeter werfen. Ist das Spiel nach zehn Würfen noch nicht entschieden, kommt pro Team immer ein neuer Werfer zur Siebenmeterlinie. Die werfen dann so lange, bis ein Team ein Tor und das andere keines geworfen hat.

Regel 2: Die Mannschaft

Zur WM 2019 darf jeder Trainer 16 Spieler berufen – nur Deutschlands Auftaktgegner, das vereinte Team aus Nord- und Südkorea, bekam eine Ausnahmegenehmigung und durfte 20 Spieler mit zum Turnier nehmen. Auf dem Feld stehen dann sieben Spieler – also sechs Feldspieler und ein Torwart. 

Regel 3: Der siebte Feldspieler

Diese Regel wird vor allem in den höheren Ligen genutzt. Es geht darum, dass bei einem Angriff der Torwart für einen siebten Feldspieler ausgewechselt werden darf. Bei Ballverlust wird der Torwart wieder ein- und der siebte Feldspieler ausgewechselt.

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Nationalspieler Kohlbacher wird vom Schiedsrichter ermahnt. Bild: imago sportfotodienst

Regel 4: Schritte

Feldspieler dürfen den Ball stehend nie länger als drei Sekunden in den Händen halten und mit dem Ball in der Hand nur drei Schritte gehen. Um also flüssig zu spielen, wird der Ball von den Spielern auf den Boden geprellt.

Läuft ein Spieler unbehindert mehr als diese drei Schritte, kommt es zum "Schrittfehler", fängt ein Spieler den Ball, dribbelt dann, nimmt den Ball wieder auf und beginnt erneut zu dribbeln, kommt es zum "Doppelfang". In beiden Fällen kriegt das gegnerische Team einen Freiwurf.

Regel 5: Balleroberung

Um den Ball zu erobern, darf der Spieler dem Gegenspieler den Ball mit der offenen Hand wegspielen. Schlägt der Spieler dem Gegenspieler den Ball aber aus der Hand, ist das ein Foul.

Das sind die Spielorte der Handball-WM 2019

Regel 6: Foul

Im Handball ist Körperkontakt grundsätzlich erlaubt. Der Sport wurde als körperbetontes Spiel erfunden. So ist es erlaubt, den Ball wegzuspielen oder zu blocken sowie den Gegenspieler zu sperren. Es ist hingegen verboten, den Ball wegzureißen, den Gegenspieler festzuhalten, zu klammern, zu stoßen, anzuspringen oder wegzudrängen.

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Ein Foul bei Bergischer HC gegen HC Erlangen. Bild: imago sportfotodienst

Ein Foul wird in der Regel mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft geahndet.

Regel 7: Strafen

Die erste Gelbe Karte ist eine Verwarnung und hat keinen Einfluss auf das Spielgeschehen. Bei der zweiten Gelben Karte wird die zwei-Minuten-Strafe verhangen. Der foulende Spieler muss das Spielfeld für zwei Minuten verlassen.

Nach der dritten zwei-Minuten-Strafe gibt es Rot und der Spieler darf in diesem Spiel nicht mehr aufs Feld. Die Mannschaft darf nach der Zwei-Minuten-Zeitstrafe aber einen anderen Spieler auf das Feld schicken.

Schiedsrichter mit blauer Karte SC Magdeburg vs MT Melsungen Magdeburg Copyright: xReinelt/xEibner-Pressefotox EP_drt

Referees with blue Card SC Magdeburg vs Mt Melsungen Magdeburg Copyright xReinelt xEibner Pressefotox EP_DRT

Die blaue Karte gibt es bei ganz bösen Aktionen. Bild: imago sportfotodienst

Die blaue Karte gibt es erst seit zwei Jahren und kann nur gezückt werden, wenn vorher die Rote Karte gezeigt wird. Sie bedeutet nicht nur eine Disqualifikation, sondern signalisiert noch zusätzlich einen schriftlichem Bericht als Strafe für schwere Fouls wie Tätlichkeiten oder grob unsportliche Vergehen wie Beleidigungen.

Regel 8: Torraum

Der Torraum ist von einer halbkreisförmigen Torraumlinie getrennt. Dieser Bereich darf nur vom Torwart betreten werden. Übertritt ein Spieler beim Angriff oder Abwurf diese Linie, wird abgepfiffen und ein möglicher Treffer wird nicht gezählt.

Justin Muerkoester (Essen 33) wirft sich in den Torraum und wirft auf das Tor beim Spiel TUSEM Essen vs. TV 1893 Neuhausen, Handball, 2. Bundesliga, 24.02.2017 Essen Copyright: xHommesx/Eibner-Pressefotox EP_mhs

Justin Muerkoester Eat 33 raises to in the Goal and raises on the goal the Game TUSEM Eat vs TV 1893 Neuhausen Handball 2 Bundesliga 24 02 2017 Eat Copyright xHommesx Eibner Pressefotox EP_MHS

So macht man das: Spieler wirft sich in den Torraum, ohne die Linie zu übertreten. Bild: imago sportfotodienst

Regel 9: Passives Spiel

Es ist verboten, den Ball ohne erkennbaren Angriff oder Torversuch im Besitz zu halten. Wird dies versucht, wird vom Schiedsrichter ein Vorwarnzeichen gegeben. Wird dieses nicht wahrgenommen, entscheidet der Schiri auf passives Spiel und die gegnerische Mannschaft bekommt einen Freiwurf. Auch wenn nach maximal sechs Pässen kein Torabschluss versucht wurde, bekommt die gegnerische Mannschaft den Freiwurf.

Regel 10: Wechsel

Anders als beim Fußball darf beim Handball jederzeit und auch zum wiederholten Male ausgewechselt werden. Das Aus- und Einwechseln darf nur über die eigene Auswechsellinie geschehen.

(kre)

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