Sport

Handball-WM

Deutschland schlägt Spanien und spielt im WM-Halbfinale gegen Norwegen

Mit Rückenwind ins Halbfinale: Die deutschen Handballer haben sich bei der Heim-WM den Gruppensieg gesichert und für das Duell mit Norwegen warmgeworfen. Die weiterhin ungeschlagene Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop feierte bei der Hauptrunden-Abschiedsparty in ihrem "Wohnzimmer" Kölnarena einen 31:30 (17:16)-Erfolg gegen Europameister Spanien und geht mit breiter Brust in den Kampf um den Finaleinzug am Freitag in Hamburg gegen den Vize-Weltmeister.

Bester Werfer beim sechsten Sieg im achten Spiel war Fabian Böhm mit fünf Toren.

Prokop gönnte vor 19.250 Zuschauern Stammspielern wie Kapitän Uwe Gensheimer und Abwehr-Ass Patrick Wiencek einige Ruhepausen für das wichtigste Spiel der Nationalmannschaft seit dem EM-Finale vor drei Jahren. Zuletzt hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) beim goldenen Wintermärchen 2007 im WM-Halbfinale gestanden.

Prokop hatte vor dem Duell der Ex-Weltmeister angekündigt, die Kräfte angesichts der hohen Belastungen "gut zu verteilen". So kam der für den schwer am Knie verletzten Spielmacher Martin Strobel (Kreuzband- und Innenbandriss) nachnominierte Lemgoer Tim Suton zu einem überzeugenden Einstand, der Bundestrainer wechselte zudem schon in der ersten Halbzeit munter durch.

In der Neuauflage des EM-Finals von 2016 merkte man beiden Teams an, dass der sportliche Wert des Spiels nicht mehr allzu groß war. In den Abwehrreihen mangelte es an der letzten Konsequenz, zudem schlichen sich kleinere Unkonzentriertheiten ins Spiel des Gastgebers ein. Das Torhüter-Duo Andreas Wolff und Silvio Heinevetter bekam in den ersten 30 Minuten nur wenige Bälle zu fassen. Die 16 Gegentore zur Pause bedeuteten den Höchstwert für das DHB-Team bei diesem Turnier.

Der deutsche Kader bei der Handball-WM: 

Dass es dennoch mit einer Führung in die Kabinen ging, war den Spielern aus der zweiten Reihe und dem effektiven Angriff zu verdanken. Suton und Böhm agierten selbstbewusst und erzielten bis zur Pause jeweils drei Treffer. Darüber hinaus zeigte sich der zuletzt verunsichert wirkende Patrick Groetzki verbessert. Der Rechtsaußen verwandelte seine beiden Würfe im ersten Durchgang eiskalt.

Teammanager Oliver Roggisch in der Halbzeitpause:

"Wir spielen nach vorne ein gutes Tempo. In der Abwehr haben wir noch Luft nach oben. Da müssen wir den Torhütern mehr helfen."

Angetrieben vom sich steigernden Heinevetter und einer deutlich verbesserten Abwehr zog das DHB-Team nach einem Treffer von Kai Häfner beim 20:17 erstmals auf drei Tore davon (36.). Durch Finn Lemkes erstes Turniertor und Sutons vierten Treffer hieß es in der 41. Minute 23:19 - die Zuschauer feierten auf den Tribünen die nächste Party, auch wenn Spanien am Ende noch einmal verkürzte. Heinevetter verhinderte eine Minute vor dem Ende mit einer starken Parade den Ausgleich.

(hd/afp)

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