Wirtschaft
Plastic Bag adrift in Ocean, Indo Pacific, Indonesia | Verwendung weltweit

Bild: Prisma

EU geht gegen Plastikmüll vor – was neben Wattestäbchen noch alles aus dem Regal fliegt

Die EU-Kommission will am Montag in Brüssel ihre Strategie zur Verringerung von Plastikmüll in Europa vorlegen. 

Der Plan der EU-Kommission

Nach ersten Angaben plant die EU ein Verbot von Einwegartikeln aus Plastik wie:

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Auch Wattestäbchen aus Plastik sollen verboten werden. Bild: picture-alliance

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger plant zudem eine Plastikmüll-Steuer, die seinen Angaben zufolge aber nicht direkt die Verbraucher belasten soll: "Unser Vorschlag ist, dass jeder Mitgliedstaat pro Kilogramm nicht recyceltem Plastikmüll einen bestimmten Betrag an den EU-Haushalt abführt", sagte Oettinger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Geplant ist demnach ein nationaler Beitrag von 80 Cent pro Kilogramm Plastikmüll.

"Damit entsteht ein Anreiz für die nationale Politik zu prüfen, wie Plastikmüll reduziert werden kann – über Verbote, Aufklärung, eine nationale Steuer oder eine Gebühr etwa auf Plastik-Tragetaschen", sagte Oettinger.

EU-Staaten und EU-Parlament müssen den Vorschlägen noch zustimmen.

Das Ziel

Die EU-Kommission verweist darauf, dass 85 Prozent des gesamten Mülls in den Meeren weltweit aus Plastik bestehe. Dieser Müll belaste die Ökosysteme und sei kaum biologisch abbaubar.

Ziel soll es jetzt sein, dass 2025 in der EU zehn Millionen Tonnen Plastikabfälle in neuen Produkten wieder verwertet werden. Derzeit sind es nur zwei bis drei Millionen Tonnen jährlich.

Plastikflaschen sollen demnach zu 90 Prozent recycelt werden.Anfang des Jahres hatte die EU-Kommission bereits eine Plastikmüll-Strategie vorgelegt, nach der ab 2030 alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig sein sollen und der Verbrauch von Einwegkunststoffen reduziert werden soll.

Das sind die ersten Reaktionen

Oettingers Plastiksteuer wird von mehreren Mitgliedstaaten abgelehnt, in Deutschland hat sich Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) dagegen ausgesprochen.

Auch aus dem Europaparlament kommt Widerstand. Das geplante Verbot einzelner Produkte wie Plastikgeschirr oder Strohhalme greife aus Sicht der Grünen zu kurz. Helfen könne nur eine systematische Sammlung und Wiederverwertung des Abfalls, sagte der Europa-Abgeordnete Martin Häusling, Grüne.

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In Hessen Bio-Bauer, in Brüssel Europaabgeordneter: Martin Häusling, Grüne. Bild: dpa

Systematisches Recycling ist auch aus Sicht der Grünen die eigentliche Antwort auf das Plastikmüll-Problem – weniger das von der Kommission geplante Verbot einzelner Gegenstände. "Das ist auch Symbolpolitik nach dem Motto: Ich verbiete die Strohhalme und denke, ich hätte etwas getan", sagte Häusling.

Entscheidend für höhere Recyclingquoten sei eine möglichst sortenreine Sammlung sowie der Verzicht auf Schadstoffe, die die Wiederverwertung von Kunststoffen erschweren.

Häusling kritisierte auch die massenweise Verpackung von Biogemüse in Plastik. Das sei keineswegs Vorschrift, sondern für Supermärkte oft lediglich die einfachste Möglichkeit, Verunreinigungen durch Pflanzenschutzmittel auf konventionell angebautem Gemüse im selben Regal zu vermeiden. "Das ginge auch anders", sagte der Grünen-Politiker. "Wenn man den Plastikmüll angehen will, muss man die Produktionsketten ändern."

(per, dpa, afp)

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