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Neue App kann Demenz frühzeitig erkennen

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Nicht erst im Alter: Mithilfe von kognitiven Tests per App können Anzeichen für Demenz offenbar früh erkannt werden.Bild: iStockphoto / PIKSEL
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Studie zeigt: Neue App kann Demenz frühzeitig erkennen

03.04.2024, 14:20
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Reiseführer, Wocheneinkauf-Planer oder Haushaltsbudget-Manager: Smartphone-Apps erleichtern uns mittlerweile in vielen Bereichen den Alltag. Die mobilen Geräte haben sich einen festen Platz in unseren täglichen Abläufen gesichert.

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Auch im medizinischen Sektor haben sich zahlreiche Apps bereits etabliert. Im Appstore- und Playstore-Dschungel gibt es etwa zahlreiche Gesundheits- und Fitness-Apps, die beim Training und bei der Ernährung hilfreich sein können.

Smartphones als Hilfsmittel zur Diagnose von Parkinson und der Huntington-Krankheit sind bereits hoch im Kurs. Mit einer neuen App werden jetzt kognitive Tests umgesetzt, die frühe Anzeichen einer frontotemporalen Demenz erfassen. Diese sollen mindestens genauso feinfühlig zu sein, wie medizinische Untersuchungen in Kliniken.

Was ist Frontotemporale Demenz?
Die frontotemporale Demenz wird auch Pick-Krankheit genannt und ist eine neurologische Erkrankung, die häufig bei Menschen vor dem 60. Lebensjahr auftritt. Der Teil des Gehirns, der beispielsweise für vorausschauendes Planen, Aufgaben priorisieren oder Impulse kontrollieren zuständig ist, wird im Verlauf der Krankheit immer kleiner.

Die Erforschung der Demenz erwies sich bisher als herausfordernd

Bei ungefähr einem Drittel der betroffenen Menschen von Demenz wird die Krankheit durch Genetik verursacht. Jedoch ist die Erforschung schwierig: Es gibt häufig Probleme bei der Frühdiagnose. Dadurch ist es mitunter schwierig, die Wirksamkeit von Behandlungen nachzuweisen, da sie möglicherweise nur in früheren Stadien wirksam sein könnten.

Prof. Adam Boxer von der University of California und Hauptautor der entsprechenden Studie geht davon aus, dass das junge Alter der Patienten bei der späten Diagnose eine Rolle spielt. Weil die erkrankten Personen noch relativ jung sind, wird irrtümlich von einer psychiatrischen Störung ausgegangen und nicht von einer Demenz.

"Wir haben auch Tests zum Gehen, zum Gleichgewicht und zu verlangsamten Bewegungen sowie zu verschiedenen Aspekten der Sprache entwickelt".
Dr. Adam Staffaroni

So hilft die App bei der Erforschung und Diagnose von Demenz

Das US-amerikanische Softwareunternehmen Datacubed Health, Boxer und seine Kollegen entwickelten aus diesem Grund die App. Diese nimmt die Sprache von Menschen auf, während sie unterschiedliche kognitive Tests ablegen. Dabei sollen Menschen das eigene Verhalten steuern und die Bedingungen der Umwelt berücksichtigen – zum Beispiel beim Setzen von Zielen.

Dr. Adam Staffaroni, klinischer Neuropsychologe an der University of California und Erstautor der Studie betont: "Wir haben auch Tests zum Gehen, zum Gleichgewicht und zu verlangsamten Bewegungen sowie zu verschiedenen Aspekten der Sprache entwickelt".

Die neue App wurde laut der britischen Zeitung "The Guardian" an 360 Erwachsenen getestet, die ein hohes Risiko tragen, von der Pick-Krankheit (frontotemporale Demenz), betroffen zu sein. Dazu zählen auch viele Personen, bei denen noch keine offensichtlichen Symptome erkennbar sind.

Die Studie zeigt: Die App kann Demenz bei diesen Menschen exakt registrieren. Womöglich kann sie demnach die frühesten Stadien der Krankheit sogar besser auffassen als neuropsychologische Beurteilungen aus Kliniken. Aktuell gibt es noch keine Pläne, die App der breiten Masse zugänglich zu machen. Jedoch kann sie bei der zukünftigen Erforschung der Krankheit unterstützen.

Zukunftspläne: Das verspricht die App

Über 30 Studien dazu sind derzeit in Planung oder bereits in der Umsetzung. Es sollen auch Therapien entwickelt werden, die das Voranschreiten der Demenz bei manchen Genträgern:innen verlangsamen soll.

Durch die App sollen Patient:innen, Pflegekräfte und Kliniken entlastet werden: Durch die Überwachung der Behandlungseffekte über die App können die persönlichen Besuche in den Zentren für klinische Studien reduziert werden. Das kommt den Erkrankten und dem Personal zugute – und spart außerdem Zeit und Geld.

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