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"Ist heute schon Deadline Day?" Peter Odemwingie sieht etwas verschlafen aus...  Bild: screenshot/sky/mirror

6 bekloppte Geschichten, die der Deadline Day schrieb

Dominik Sliskovic
Dominik Sliskovic

An diesem Donnerstagabend schließt das Fußball-Transferfenster. Bis 18 Uhr können Bundesligisten noch ihre Flops loswerden und neue Wunderstürmer verpflichten. Danach ist der Spuk vorbei. Keine lauwarmen Gerüchte mehr, die ganze Sportredaktionen in Schnappatmung versetzen. Keine nichtigen Schaltungen an die Geschäftsstellen deutscher Mittelklasseclubs. Keine Ungewissheit mehr, mit wessen Namen man sein Trikot denn jetzt beflocken lässt.

Doch bevor es soweit ist, wird noch das ein oder andere Faxgerät heiß laufen, der ein oder andere Außenreporter von Schaulustigen belästigt und der ein oder andere schon seit Wochen als sicher geltender Transfer platzen – denn es ist Deadline Day!

Eine Gesellschaft, die wirklich alles eventisiert, macht nämlich auch nicht vor dem letzten Tag des Transferfensters halt. Die Engländer haben den Deadline Day bereits seit einigen Jahren als den nach dem Boxing Day zweitgrößten Fanfeiertag etabliert – da muss Deutschland natürlich mitziehen.

Also hyperventilieren Sky-Reporter auch hierzulande mit gelben Atommüllwarnkrawatten im Minutentakt von München bis Meppen über die kleinste Regung des Fenstervorhangs und überbieten sich mit "exklusiven Informationen aus dem Clubumfeld". Dass es sich dabei oftmals um nicht mehr als ein Schulterzucken des dritten Greenkeepers handelt: geschenkt. Denn am Deadline Day werden Legenden geschrieben – und die will man als allwetterjacketragende Karla Kolumna natürlich selbst schreiben. Man hofft ja doch noch auf die große Beförderung.

Trotz aller Abscheu gegenüber der konstruierten Aufregung, müssen wir sagen: Der Deadline Day hat uns in den vergangenen Jahren nicht enttäuscht. Denn er hat Geschichten geschrieben. Bekloppte. Solche, die so dumm gelaufen sind, das man sie fast nicht für wahr halten kann.

Wir haben für euch die 6 beklopptesten Deadline-Day-Geschichten gesammelt:

Peter Odemwingies Parkplatzinterview

Die Mutter aller Deadline-Day-Debakel: Peter Odemwingie ist Spieler von West Bromwich Albion, als er sich am 31. Januar 2013 in sein Auto setzt und nach London fährt. Er glaubt, an der Loftus Road angekommen, werde er einen Vertrag bei den Queens Park Rangers unterschreiben.

Stattdessen steht der nigerianische Stürmer geschlagene vier Stunden auf dem Stadionparkplatz, gibt aus seinem Auto heraus Interviews und erfährt schlussendlich von einem Reporter, dass QPR nicht sein neuer Verein werden wird. Sein ungläubiges Gesicht im Moment der Entscheidung landete später in West Broms Fan-Kalender.

Von DIESEM Blick sprechen wir:

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Bild: screenshot/sky/mirror

Carlton Cole randaliert im Cateringraum

Einer dieser Momente, den man eigentlich nur aus Filmen kennt: Januar 2015. Carlton Cole hält den Stift in der Hand, will freudestrahlend zur Unterschrift ansetzen – als sein Handy klingelt. Am anderen Ende: Sam Allardyce, Teammanager von West Ham United, der Cole erklärt, dass nichts aus seinem Wechsel zu West Bromwich Albion wird. 

"Ich war komplett in Rage, habe im Cateringraum randaliert", erinnert sich der Mittelstürmer Jahre später in Interviews. Doch auch seine Wut hilft ihm nicht weiter: Cole tritt noch am selben Abend den Weg zurück nach East London an.

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So ungläubig dürfte Carlton Cole auch in West Broms Cateringraum geblickt haben. Bild: imago sportfotodienst

Robinho in: "London oder Manchester – Hauptsache Italien"

Drei Jahre hatte Robinho bei Real Madrid damit verbracht zu beweisen, dass er NICHT der "neue Pelé" ist. Nichtsdestotrotz buhlten im Sommer 2008 gleich mehrere Premier-League-Clubs um die Dienste des Brasilianers – unter anderem Vizemeister Chelsea und das neureiche Manchester City.

Die neuen katarischen Eigner der "Citizens" gönnten sich dann auch direkt als erste Amtshandlung eine Machtdemonstration und schnappten Chelsea Robinho vor der Nase weg.

Der brasilianische Stürmer war offensichtlich nicht auf diesen Plot Twist in seinem Transferkrimi vorbereitet und entgegnete wartenden Medienvertretern: "Chelsea hat ein tolles Angebot gemacht, das ich nur annehmen konnte." Erst der Hinweis, dass er wohl Man City meint, korrigierte er seine Aussage.

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Da half auch kein Stoßgebet: Bei Man City wurde Robinho einfach nicht glücklich. Bild: imago sportfotodienst

Kaputtes Faxgerät seines Vaters kostet Eric Maxim Choupo-Moting Wechsel

Als sie ihn einfach nicht mehr spielen lassen, entschließt sich Eric Maxim Choupo-Moting Im Januar 2011 den HSV zu verlassen. Es wird sogar auf den letzten Drücker ein Abnehmer für den damals 21-Jährigen gefunden: Der 1. FC Köln.

Um keine Zeit zu verlieren, faxte der Effzeh den Vertrag an Choupo-Motings Vater Just. Der ließ seinen Filius um 17:49 Uhr unterschreiben, packte das unterzeichnete Arbeitspapier zurück ins Gerät. Blöd nur: Das Faxgerät streikte, in Köln kam nur eine Seite an – ausgerechnet die, auf der "Choupo" nicht unterschrieben hatte.

Nach hektischem Hickhack kamen der restliche Vertrag erst nach der Sperrfrist von 18 Uhr bei den Kölnern an, die ihn wiederum erst um 18:13 Uhr an die DFL weiterleiten konnten – 13 Minuten zu spät. Der Ligaverband blieb hart, lehnte einen Ausnahmeantrag ab. Choupo-Moting blieb noch ein halbes Jahr in Hamburg, bevor er im Sommer 2011 nach Mainz ging und den Durchbruch schaffte.

Bildnummer: 07311884  Datum: 21.01.2011  Copyright: imago/Baering
Maxim Choupo Moting (HSV) - Hamburger SV (HSV) vs. Eintracht Frankfurt; Fussball Herren GER 1 BL 2010 2011 Hamburg Einzelbild vdig xcb 2011 quer 

Image number 07311884 date 21 01 2011 Copyright imago Baering Maxim Choupo Moting HSV Hamburg SV HSV vs Eintracht Frankfurt Football men ger 1 BL 2010 2011 Hamburg Single Vdig  2011 horizontal

Zum Naserümpfen: Choupo-Moting musste wegen Geräteversagen beim HSV bleiben. Bild: imago sportfotodienst

Wenn Engländer auch ihre letzten Hemmungen verlieren

Engländer sind ja schon generell für ihre niedrige Hemmschwelle bekannt, denken wir nur an die Bilder besoffener Hutträgerinnen in Ascot oder krebsroter Pauschaltouristen im Mallorca-Urlaub. 

Oder an dieses zum Meme mutierte Bild der Neujahrsnacht in Manchester von 2016:

Deadline Day, das ist für den fußballbegeisterten und kameraaffinen Engländer wie Ascot, Mallorca und Neujahr in komprimierter Form. Da lässt man das gute Benehmen zu Hause, packt die vulgäre Humorkeule aus und macht dem lackaffigen Sky-Sports-Reporter das Leben zur Hölle. 

Und weil Bilder mehr als tausend Wörter sprechen, eine kleine Auswahl mit Videos aufgeregter Engländer am Deadline Day:

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Fast wie zuhause: Der, der am lautesten schreit, hat Recht. Video: YouTube/Bballbunny10

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Achtet auf den Witzbold an der rechten Schulter des Reporters. Video: YouTube/Brad Sell

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Eltons älterer Bruder wollte auch mal ins Fernsehen. Video: YouTube/Dave O'Neill

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Achtet einfach auf den rechten Bildausschnitt... Video: YouTube/Judgement Dave

Coventry City hat einfach keinen Bock auf den Hype

Der englischen Fußballlandschaft verdanken wir nicht nur den Begriff Deadline Day, sondern auch das "Bantern" – das nicht zu ernstgemeinte Veräppeln von Freund und Feind.

Die Media-Abteilung von Coventry City hatte im Winter 2016 wohl überhaupt keinen Bock mehr auf all die Gerüchte, die so ein Deadline Day mit sich bringt und gab den Fans, was sie wollten: eine Verpflichtung. Nur, dass es sich dabei um keinen Spieler, sondern um das Mittagessen der Mitarbeiter handelte, das für ein "kurzfristiges Engagement" bei den "Skyblues" landete. Definitiv ein Transfer, der die Mannschaft "direkt stärkt".

Keinen Transfer verpassen: Unser Ticker

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