Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Es geht nicht ums Geld – warum Krankenkassen Tampons bezahlen sollten

Alle 28 Tage bekommt eine Frau im Schnitt ihre Tage. Zum ersten Mal üblicherweise in den frühen Teenagerjahren, zum letzten Mal mit ungefähr Anfang 50, wenn sie in die Wechseljahre kommt. Man kann also sagen, dass eine Frau 40 Jahre lang einmal im Monat rund sieben Tage blutet.

Das kostet nicht nur Nerven, sondern auch Geld. Um ihre Periode in Schach zu halten, wird eine Frau in ihrem ganzen Leben Tausende Tampons, Binden und Slipeinlagen benutzen, vermutlich Hunderte Schmerztabletten schlucken und Dutzende Unterhosen wegschmeißen (manche Flecken gehen halt nicht mehr raus).

Ganz abgesehen vom ganzen Krampf, dass es einem immer irgendwie unangenehm ist, dass man kaum offen über die Periode spricht und dass immer was daneben gehen kann.

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: giphy.com

Was viele ungerecht finden: In Deutschland sind Tampons und Binden mit 19 Prozent besteuert. So betrachtet sind das also Luxusartikel, sie gelten als nicht unbedingt notwendig (Vergleich: Toilettenpapier wird mit 7 Prozent besteuert, weil es zu den "Gütern des lebensnotwendigen Bedarfs" zählt).

Witzig, was sollen wir denn machen? Binden aus Klopapier bauen? Oder mit vollgebluteten Hosen rumlaufen?

In Deutschland gibt es deswegen zurecht immer wieder die Diskussion darüber, Hygieneartikel für die Periode günstiger zu besteuern (taz). Gerade ist wieder eine Petition im Umlauf, bei der schon Zehntausende unterschrieben haben (bento).

Aber:

Ich finde, man sollte noch weiter gehen. Krankenkassen sollten Frauen unterstützen und die Kosten übernehmen, die durch die Periode entstehen.

Und zwar aus drei Gründen:

1. Die Kosten

Ich habe das mal an meinem eigenen Verbrauch ausgerechnet:

Natürlich gibt es Frauen, die weniger verbrauchen – oder auch wesentlich mehr.

A hygienic tampon with red glitters instead of blood.

Bild: iStockphoto

Ich habe ein gesichertes Einkommen, finanziell kann ich das stemmen. Ich weiß, dass meine Situation bequem ist. Viele andere aber haben weniger Geld und auch 50 Euro im Jahr (oder mehr) sind dann ein Problem. Ganz zu schweigen von Frauen, die auf der Straße leben.

2. Das Signal

Für mich ist die Signalwirkung wichtig, die Krankenkassen senden könnten, wenn sie die Kosten für Tampons und andere Produkte erstatten würden.

Aus zwei Gründen:

Zum einen medizinisch: Es geht nicht darum, die Periode als Krankheit abzustempeln, aber schon als gesundheitliche Belastung anzuerkennen.

Und hey, im Grunde können alle froh sein, dass Frauen sie regelmäßig durchmachen – anderenfalls wären wir schon ausgestorben.

In den Tagen vor und zu Beginn der Periode haben viele Unterleibsschmerzen. Die gipfeln bei einigen in so heftigen Krämpfen, dass sie samt Wärmflasche ans Bett gefesselt sind. Häufig kommen Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit dazu. Die Folge: Ausfälle auf der Arbeit, an der Uni oder in der Schule.

Mit dem Chef darüber sprechen? Nicht jeder hat Verständnis. Die Periode ist für viele kein Grund, zuhause zu bleiben – weder für Chefs noch für Mitarbeiterinnen, die lieber Deals eingehen wie: An anderen Tagen länger arbeiten, um sich während der Periode frei nehmen zu können. Noch dazu mag nicht jede Frau mit ihrem Vorgesetzten über ihre Menstruation sprechen.

Zum anderen gibt es das Stigma. Frauen müssen offen damit umgehen können, dass die Periode eine Belastung sein kann.

Es kann nicht sein, dass etwas so natürliches immer noch stigmatisiert ist, weil Frauen über Jahrhunderte eingeredet wurde, sie seien unrein, wenn sie ihre Tage haben.

Es ist höchste Zeit, jeder Frau zu zeigen: Wir nehmen dich und deine Beschwerden ernst. Sprich offen darüber. Du musst dir keine Ausreden einfallen lassen, wenn deine Tage dich mal wieder auseinandernehmen.

Und 3.? Einfach aus Prinzip.

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: giphy.com

Wollen wir Freunde sein?

Stolz sein! Immer! Hier ein bisschen Inspiration:

abspielen

Video: watson/Felix Huesmann, Lia Haubner

Frauen und Feminismus – da könnten wir ewig drüber reden:

Und wie würde ein männlicher Autor dich beschreiben?

Link zum Artikel

Perioden-Shaming im Ramadan – junge Muslimas haben keine Lust mehr drauf

Link zum Artikel

5 Frauen, die in Deutschland muslimischen Feminismus prägen

Link zum Artikel

Die Serie "Ku'Damm 59" verharmlost Vergewaltigung

Link zum Artikel

"Frauen sind genauso wissenschaftlich begabt wie Männer"

Link zum Artikel

Warum Frauen untereinander netzwerken müssen, um beruflichen Erfolg zu haben

Link zum Artikel

Ich habe mich mit Mama & Oma über Emanzipation unterhalten – es lief anders, als erwartet

Link zum Artikel

Ich bin keine Angeberin. Ich bin gut! Warum Frauen nicht bescheiden sein müssen

Link zum Artikel

"Nimm dir doch ein Schaumbad" – Warum Selbstliebe Frauen auch nicht weiterbringt

Link zum Artikel

5 Lügen, die Abtreibungsgegner im Netz verbreiten

Link zum Artikel

Hab ich das nicht gerade gesagt? Wie "Hepeater" sich mit Ideen der Kolleginnen schmücken

Link zum Artikel

In diesen Ländern haben die Frauen das Sagen (es sind immer noch zu wenige)

Link zum Artikel

watson wird zur Frau! Ja, du hast richtig gelesen

Link zum Artikel

Warum Frauen an der Gitarre unterschätzt werden – Spoiler: Es hat mit Männern zu tun

Link zum Artikel

Virgin Atlantic hebt Make-up-Vorgaben auf – aber wieso gibt es die überhaupt noch?

Link zum Artikel

Lasst Barbie in Ruhe! Verteidigung einer unterschätzten Frauenikone

Link zum Artikel

"Frauen der Mauer" von strengreligiösen Juden in Jerusalem bespuckt und beschimpft

Link zum Artikel

Wo Frauen Fotzen sind – ich bin im Fußballstadion noch immer nicht willkommen

Link zum Artikel

80-Jährige verklagt Sparkasse und zeigt, wie Feminismus geht

Link zum Artikel

Wir waren mit Deutschlands bester Skaterin unterwegs. Sie ist 11 Jahre alt.

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Geht am Sonntag wählen, weil wir nicht dürfen – fordern junge Klima-Demonstranten

Link zum Artikel

Dagi Bee, Alexi Bexi und Unge: Mehr als 80 Youtube-Stars fordern Boykott von Union und SPD

Link zum Artikel

Hier sind alle Retro-Referenzen, die ihr in Rins "Vintage" verpasst habt

Link zum Artikel

Live-Hochzeit bei "GNTM": Das Peinlichste, was Prosieben je gezeigt hat

Link zum Artikel

Das "GNTM"-Finale war ein Feuerwerk der Absurditäten. 13 spektakuläre Highlights

Link zum Artikel

Youtuber Rezo greift die CDU an – so wehrt sich die Partei

Link zum Artikel

"Grenze überschritten": GNTM-Vanessa wehrt sich gegen ProSieben – Simone schaltet sich ein

Link zum Artikel

Im "GNTM"-Finale trifft Heidi Klum auf Tom Kaulitz – und es gibt feuchte Küsse

Link zum Artikel

Capital Bra versucht sein Glück bei Helene Fischer – das ist ihre Reaktion

Link zum Artikel

Daenerys wer? Die 17 fatalen Probleme des "Game of Thrones"-Finales

Link zum Artikel

Oops, they did it again: Fans entdecken peinlichen Fehler im "GoT"-Finale

Link zum Artikel

"GoT": Doku zeigt, wie Kit Harington am Set in Tränen ausbrach – jetzt wissen wir, warum

Link zum Artikel

Diese 13 Memes über Bran in "Game of Thrones" bringen dich trotz allem zum Lachen

Link zum Artikel

Das "GoT"-Finale war meine allererste Folge der Show – das habe ich über die Serie gelernt

Link zum Artikel

ESC: Peinlich! Sisters geben zu, wo sie bei der Punktevergabe waren

Link zum Artikel

Herzzerreißende "GoT"-Szene mit Daenerys und Jon – Fans sind erschüttert

Link zum Artikel

So emotional nehmen die "GoT"-Stars nach dem Finale Abschied von der Serie

Link zum Artikel

"GoT": 8 Fehler, die dir genauso entgangen sind wie der Kaffeebecher

Link zum Artikel

Achtung, Spoiler! Die besten Reaktionen zum "Game of Thrones"–Finale

Link zum Artikel

Vanessa rechnet nach "GNTM"-Aus mit ProSieben ab – jetzt antwortet der Sender

Link zum Artikel

So sehen BTS als alte Männer aus – und wir haben Fragen

Link zum Artikel

Darum ist das neue Album nur zu 80 Prozent Rammstein – eine (kleine) Enttäuschung

Link zum Artikel

ESC 2019: Dieter Bohlen über Luca Hänni: "Ich hätte den Mut dazu nie gehabt"

Link zum Artikel

Der neue Song von Shirin David ist eine Abrechnung mit ihrem Vater

Link zum Artikel

Samra und Capital Bra: Neuer Song Wieder Lila ist schon jetzt ein Hit

Link zum Artikel

16 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Strache-Skandal in Österreich – Kanzler Kurz soll Neuwahlen wollen

Link zum Artikel

"Zweifel, Ängste, schlaflose Nächte" – Das sagen "die Lochis" zu ihrem Aus

Link zum Artikel

Lena Meyer-Landrut macht Fan mit Post bei Instagram glücklich

Link zum Artikel

Falscher Professor? Vorwürfe gegen einen AfD-Europakandidaten

Link zum Artikel

Pressekonferenz in Sonnenbrille: Loredana streitet Betrug ab und wird laut

Link zum Artikel

Warum sind wir manchmal traurig nach dem Sex?

Link zum Artikel

Ed Sheeran und Justin Bieber: "I Don't Care" kann der Song des Sommers werden

Link zum Artikel

16 peinlichen Instagram-Werbungen, die nach hinten losgegangen sind

Link zum Artikel

180 Staaten bekämpfen jetzt den Plastikmüll – mit einem globalen Pakt

Link zum Artikel

Dieser seltsame Vogel ist ausgestorben ... kommt aber immer wieder zurück von den Toten

Link zum Artikel

Ariana Grande und BTS: Insider verrät, dass gemeinsamer Song "nur eine Frage der Zeit" ist

Link zum Artikel

Sie soll ein Paar um 614.000 Euro betrogen haben – Rapperin Loredana festgenommen

Link zum Artikel

Helene Fischer lief weg und schrie: Luxus-Makler plaudert über den Hauskauf mit Flori

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Junge Mädchen werden hier kaputtgefickt" – Ex-Prostituierte will Sexkaufverbot erreichen

Sie nennen sich "Überlebende". Frauen, die den Absprung aus der Prostitution geschafft haben. Marie Merklinger ist eine von ihnen. Drei Jahre lang bekam Merklinger Geld gegen Sex. Damals war sie schon über 40, arbeitslos, alleinerziehend, ihr stand das Wasser bis zum Hals.

Diese Zeit hat Spuren hinterlassen. Narben, wie Merklinger sagt. Seit acht Jahren kämpft sie für die Rechte von Prostituierten. In der vergangenen Woche traf sie andere "Überlebende" beim Weltkongress gegen sexuelle …

Artikel lesen
Link zum Artikel