In Kenia ist die Population von Elefanten stark gewachsen. Und auch sonst ist die Welt voller guter Nachrichten, man muss nur genau hinschauen. Hier sind zwölf "Gute Nachrichten" aus 2021.
In Kenia ist die Population von Elefanten stark gewachsen. Und auch sonst ist die Welt voller guter Nachrichten, man muss nur genau hinschauen. Hier sind zwölf "Gute Nachrichten" aus 2021. Bild: Zoonar.com/kavram / kavram
Nachhaltig

Der Jahresrückblick der Guten Nachrichten: Zwölf Projekte und Entwicklungen, die Hoffnung machen

31.12.2021, 13:3231.12.2021, 16:18

Wer die Nachrichten rund um die Klimakrise verfolgt, der möchte den Kopf aus lauter Frust und Sorge so manches Mal am liebsten in den Sand stecken. Es ist ein Gefühl der Machtlosigkeit, der Mutlosigkeit.

Ja, die Gletscher schmelzen schneller als gedacht. Und ja, auch die globale Durchschnittstemperatur steigt. Das Gute aber ist: Es gibt Hoffnung. Noch können wir das Ziel des Pariser Klimaabkommens erreichen und die Erderwärmung auf 1,5 Grad beschränken. Und vor allem: Es geht voran – in kleinen Schritten, durch zahlreiche Projekte und Initiativen rund um den Globus.

Um euch einen besseren Überblick über die positiven Meldungen rund um Klima-, Arten- und Naturschutz zu geben, hat watson für euch die besten "Guten Nachrichten" von Januar bis Dezember rausgesucht.

Januar

Berlin plant 13 Fahrrad-Parkhäuser

Nachdem Berlin im Corona-Frühling 2020 bereits zahlreiche Pop-Up-Radwege bekommen hat, sollen nun auch Fahrrad-Parkhäuser folgen. Der Grund: Weil die Plätze vor Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen meist hoffnungslos überfüllt sind, sollen Radfahrer und Radfahrerinnen ihren Drahtesel künftig in den dafür geschaffenen Parkhäusern unterbringen.

Dafür hat die Senatsverkehrsverwaltung eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben, die untersuchen soll, welche Standorte für die Parkhäuser, die zwischen 500 und 2000 Stellplätzen fassen sollen, in Frage kommen. Auch wird ermittelt, wie groß der voraussichtliche Bedarf an neuen Abstellplätzen an den Berliner S- und U-Bahnstationen bis 2030 sein wird.

Zwei Standorte für die Parkhäuser stehen bereits fest: der S-Bahnhof Mahlsdorf sowie der U-Bahnhof Haselhorst in Spandau.

Hier findet ihr die gesamte "Gute Nachricht".

Was in Amsterdam längst Realität ist, soll auch in Berlin kommen: Fahrrad-Parkhäuser (Symbolbild).
Was in Amsterdam längst Realität ist, soll auch in Berlin kommen: Fahrrad-Parkhäuser (Symbolbild). Bild: Geisler-Fotopress / Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

Februar

Bio boomt: Ökologische Lebensmittel erzielen Rekordumsatz

Durch die Corona-Krise mussten viele Menschen zu Hause bleiben – und wieder häufiger den Kochlöffel schwingen. Auf vielen Tellern landeten dabei Bio-Lebensmittel. Im vergangenen Jahr erzielten die ökologischen Lebensmittel einen Rekordumsatz von knapp 15 Milliarden Euro, das ist ein Plus von mehr als 20 Prozent. Nach Angaben des Bunds ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) legte der Sektor damit doppelt so stark zu wie der Lebensmittelmarkt insgesamt.

Die deutlich gestiegene Nachfrage konnte der Bio-Landwirtschaftssektor dem BÖLW zufolge nur dadurch bewältigen, dass viele Höfe im Jahr zuvor auf ökologischen Anbau umstellten. So bewirtschafteten 2020 in Deutschland mehr als 35.000 Höfe knapp 1,7 Millionen Hektar Fläche biologisch. Die Fläche stieg damit im Vergleich zu 2019 um rund fünf Prozent.

Die ganze "Gute Nachricht" findet ihr hier.

Immer mehr Lebensmittel aus biologischem Anbau landen auf unseren Tellern.
Immer mehr Lebensmittel aus biologischem Anbau landen auf unseren Tellern. Bild: dpa-Zentralbild / Kirsten Nijhof

März

Kampf gegen die Klimakrise: EU fordert CO2-Abgabe für klimaschädliche Waren

Bestimmte Importwaren will die EU ab 2023 mit einer CO₂-Abgabe versehen. Damit soll die europäische Industrie auch gegen Produkte bestehen, die unter niedrigen Klimaschutzstandards hergestellt wurden. EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni sagte in einer Plenardebatte im März, ein solches Instrument sei absolut notwendig, um den Wettbewerb zu stärken und den Klimawandel und die Verlagerung von CO₂-Emissionen zu bekämpfen.

Mit einem Grenzausgleich soll verhindert werden, dass europäische Firmen ihre Produktion ins Ausland verlagern, weil sie dort weniger strengen Klimaschutzregeln unterliegen.

Die ganze "Gute Nachricht" gibt es hier.

Damit Länder, die unter klimaschädlichen Bedingungen produzieren, keinen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen in der EU haben, sollen bestimmte Importwaren ab 2023 mit einer CO<sub>2</sub>-Abgabe versehen werden.
Damit Länder, die unter klimaschädlichen Bedingungen produzieren, keinen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen in der EU haben, sollen bestimmte Importwaren ab 2023 mit einer CO2-Abgabe versehen werden.Bild: ZUMA Press Wire / Paul Christian Gordon

April

Deutschland will den Kampf gegen die Verschmutzung der Meere vorantreiben

Es ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit: die Verschmutzung der Weltmeere. "Wir müssen handeln", sagte Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Umweltministerium, im April bei einer digitalen Konferenz der Umweltminister aus Ghana und Ecuador. Flasbarth unterstrich, dass Deutschland im Kampf gegen die Verschmutzung der Meere eine Führungsrolle einnehmen wolle.

Das Ziel: Ein weltweites Abkommen über die UN. Laut dem Umweltministerium gibt es bereits in mehr als 120 Ländern Gesetze, die die Verwendung von Einwegkunststoffen regeln oder verbieten. Dennoch werde sich der "Plastikfluss" in die Ozeane Schätzungen zufolge bis 2040 fast verdreifachen. Derzeit landen jährlich bis zu zwölf Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen. Der Müll in den Meeren sei dabei nicht nur für die Ökosysteme eine Gefahr, sondern auch für die menschliche Gesundheit.

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Unter der Verschmutzung der Weltmeere leidet auch diese Schildkröte.
Unter der Verschmutzung der Weltmeere leidet auch diese Schildkröte.Bild: blickwinkel / AGAMI/V. Legrand

Mai

"Mehr Angebot wird auch exotischere Strecken ermöglichen": Trendforscher erwarten Ausbau der Nachtzüge

Über Nacht mit dem Zug nach Rom, Paris oder Budapest? Trend- und Zukunftsforscher halten das nicht für unmöglich – und attestieren den Nachtzugverbindungen in Europa großes Potenzial. "Wir leben heute, gerade nach Corona, im Zeitalter der Comebacks", sagte Matthias Horx, Gründer des Zukunftsinstituts.

Eine repräsentative YouGov-Befragung, die im Auftrag der Umweltorganisation Germanwatch durchgeführt wurde, zeigte, dass mehr als jeder zweite bereit sei, Flug- durch Zugreisen zu ersetzen. In Polen gaben 37 Prozent der Befragten an, auch Reisezeiten von mehr als sieben Stunden in Kauf zu nehmen, wenn sie zu einem "vernünftigen Preis" mit dem Zug statt dem Flieger reisen könnten. In den Niederlanden, Spanien und Frankreich waren demnach rund 25 Prozent der Befragten dazu bereit. Deutschland bildete mit nur 14 Prozent das Schlusslicht in diesem Aspekt.

Die gesamte "Gute Nachricht" findet ihr hier.

Klimafreundlich mit dem Nachtzug durch Europa reisen – Zukunftsforscher erwarten ein "Comeback".
Klimafreundlich mit dem Nachtzug durch Europa reisen – Zukunftsforscher erwarten ein "Comeback".Bild: ANP

Juni

Afrikanische Regenwälder sind widerstandsfähiger als gedacht

Die afrikanischen Regenwälder haben die historische Dürreperiode der Jahre 2015 und 2016 laut einer Studie aus dem Juni besser überstanden als erwartet. Ein internationales Team von Wissenschaftlern fand heraus, dass Bäume in afrikanischen Wäldern trotz großer Trockenheit und deutlich höherer Temperaturen weiterhin Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre aufnahmen.

Zwar verringerte sich die Menge des aufgenommenen Treibhausgases im untersuchten Zeitraum um 36 Prozent, insgesamt aber hätten die Regenwälder in West- und Zentralafrika immer noch 1,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid absorbiert. Auch hätten die Forscher trotz der extremen Wetterbedingungen kein verlangsamtes Baumwachstum oder ein erhöhtes Baumsterben beobachtet. Im Vergleich zu den Regenwäldern in Amazonien und Südostasien seien die afrikanischen Wälder damit widerstandsfähiger.

Die ganze "Gute Nachricht" könnt ihr hier lesen.

Trotz großer Trockenheit und Hitze ist der afrikanische Regenwald gut davon gekommen – und hat noch immer 1,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid absorbiert.
Trotz großer Trockenheit und Hitze ist der afrikanische Regenwald gut davon gekommen – und hat noch immer 1,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid absorbiert. Bild: Zoonar.com/Alexander Ludwig / Alexander Ludwig

Juli

Bye bye Plastikgeschirr: Deutschland verbietet Kunststoff-Einwegprodukte

Seit Juli gibt es eine EU-weite Regelung, die den Verkauf von Plastikgeschirr verbietet. Das betrifft Wegwerfprodukte wie Einmalbesteck und -teller, aber auch Trinkhalme, Rührstäbchen, kosmetische Wattestäbchen und Luftballonstäbe aus Plastik.

Ziel der Richtlinie ist der Schutz der Umwelt und des Meeres vor Plastikmüll und Mikroplastik. Laut dem Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) gilt das Verbot für die zehn Einweg-Kunststoff-Artikel, die rund 70 Prozent des Meeresmülls ausmachen. Fortan müssen Händler auf nachhaltigere Alternativen aus Glas und Metall umsteigen. Lediglich ihre Restbestände dürfen sie noch aufbrauchen oder verkaufen.

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Seit Juli verbietet eine EU-weite Regelung den Verkauf und die Ausgabe von Einwegplastik-Produkten wie Messer, Gabel, Löffel und Strohhalmen.
Seit Juli verbietet eine EU-weite Regelung den Verkauf und die Ausgabe von Einwegplastik-Produkten wie Messer, Gabel, Löffel und Strohhalmen. Bild: dpa / Alexander Heinl

August

Gut für Luft und Klima: Berlin will Gebäude stärker begrünen

Die Berliner Landesregierung will Gebäude stärker begrünen und ändert dafür die Bauordnung. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde verabschiedet. Demnach soll ab 2024 ein Fünftel jedes neu zu bebauenden Grundstücks begrünt werden. Sollte dies nicht möglich sein, muss die Begrünung über die Fassade oder das Dach erfolgen. Neue Dächer mit einer Neigung von bis zu zehn Grad müssen fortan grundsätzlich begrünt werden.

Das Bauordnungsrecht werde so seinen Teil "zur Verbesserung des Stadtklimas und zum Erreichen der Berliner Klimaschutzziele" beitragen, heißt es in dem Entwurf.

Hier lest ihr die gesamte "Gute Nachricht".

Romantisch verwachsene Fassaden könnten in Berlin bald zum Stadtbild dazugehören.
Romantisch verwachsene Fassaden könnten in Berlin bald zum Stadtbild dazugehören. Bild: blickwinkel / M. Henning

September

Wildtier-Zählung in Kenia: Population von Elefanten und Giraffen hat zugenommen

Die erste landesweite Zählung von Wildtieren in Kenia hat ergeben, dass die Population der im Land lebenden Elefanten und Giraffen zugenommen hat. Demnach wurden insgesamt 36.169 Elefanten gezählt, was zwölf Prozent mehr sind als noch 2014. Die Population der Giraffen stieg seit 2019 um 49 Prozent auf 34.240 Tiere an. Das teilte der Kenya Wildlife Service (KWS) mit.

Der KWS wertet das Wachstum der Populationen als Erfolg der Artenschutzpolitik der vergangenen Jahre. Auch die Zahl der Nashörner, Löwen, Grevy-Zebras und Hirola-Antilopen habe zugenommen. Der KWS hatte im Mai erstmals einen dreimonatigen Wildtier-Zensus durchgeführt, um alle in Kenia lebenden Land- und Meeressäugetiere sowie wichtige Vogelarten und gefährdete Primaten zu erfassen. Die kenianische Regierung hatte die Erhebung in Auftrag gegeben, um die Effektivität bestehender Artenschutzmaßnahmen zu überprüfen.

Die ganze "Gute Nachricht" gibt es hier.

Die Population von Giraffen, Elefanten und auch Antilopen hat in Kenia zugenommen.
Die Population von Giraffen, Elefanten und auch Antilopen hat in Kenia zugenommen.Bild: imageBROKER / Markus Obländer

Oktober

Klimaschutz: Türkisches Parlament stimmt für Pariser Klimaabkommen

Endlich – nur wenige Wochen vor der Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow – hat auch die Türkei das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Klimaschützer fordern die Regierung nun auf, Taten folgen zu lassen.

Über Jahrzehnte habe die Türkei der Kohle mit politischen Entscheidungen den Vorzug gegeben. Die wirtschaftlichen Gewinne wurde vorangestellt, ohne dass sich das Land groß um die Auswirkungen auf Umwelt und Klimaschutz gekümmert hätte. Seit Kurzem aber thematisiert Präsident Recep Tayyip Erdogan immer wieder den Umweltschutz und erklärt, dabei etwa auf Atomkraft setzen zu wollen. Bislang deckt das Land seinen Energiebedarf vor allem mit Kohle, Gas und Öl.

Die vollständige "Gute Nachricht" lest ihr hier.

Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz COP26 hat auch die Türkei das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet (Symbolbild).
Kurz vor Beginn der Weltklimakonferenz COP26 hat auch die Türkei das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet (Symbolbild).Bild: AA / Mustafa Kamaci

November

Helsinki will bei städtischen Veranstaltungen kein Fleisch mehr servieren

Fleisch und Fisch sind ein großer Bestandteil der finnischen Küche. Nun hat sich Helsinki aber dazu entschlossen, bei öffentlichen Veranstaltungen ab 2022 keine Fleischgerichte mehr anzubieten. Stattdessen soll es eine breitere Auswahl an Gemüse- und Ersatzprodukten geben. Einige Ausnahmen soll es aber auch weiterhin geben dürfen. Sollte mal Fisch auf dem Teller landen, dann nur aus heimischen Gewässern und nachhaltiger Zucht.

Unter die neue Regelung fallen Veranstaltungen wie Seminare, Empfänge und Personalsitzungen. Neben dem Fleischverzicht sollen auch andere nachhaltige Maßnahmen, wie beispielsweise Zero Waste-Produkte, Anwendung finden. Das Management von Zu- und Absagen für die Veranstaltungen soll bereits im Vorhinein eine bessere Planung ermöglichen und damit auch die Lebensmittelverschwendung reduzieren.

Die ganze "Gute Nachricht" gibt es hier.

Gesund und lecker geht auch ohne Fleisch: In Helsinki soll auf städtischen Veranstaltungen ab 2022 kein Fleisch mehr serviert werden.
Gesund und lecker geht auch ohne Fleisch: In Helsinki soll auf städtischen Veranstaltungen ab 2022 kein Fleisch mehr serviert werden. Bild: Zoonar.com/NATALIIA ZHEKOVA / NATALIIA ZHEKOVA

Dezember

Madeira schafft größtes Meeresschutzgebiet im Nordatlantik

Wilde Felsformationen, türkisfarbenes Wasser, mediterrane Vegetation: Madeira – eine Insel, die im Atlantik vor der Nordwestküste Afrikas liegt und zu Portugal gehört – hat nach eigenen Angaben das größte Meeresschutzgebiet in Europa und dem Nordatlantik geschaffen.

Das Schutzgebiet liegt zwischen Madeira und den spanischen Kanaren und umfasst eine Gesamtfläche von 2.677 Quadratkilometern. Das Gebiet gilt als wichtiger Korridor für wandernde Fische und Säugetiere. Um diese zu schützen, ist jede Art des Fischfangs und auch die Gewinnung von Rohstoffen verboten.

Hier lest ihr die gesamte "Gute Nachricht".

Zwischen Madeira und den spanischen Kanaren liegt das größte Meeresschutzgebiet Europas.
Zwischen Madeira und den spanischen Kanaren liegt das größte Meeresschutzgebiet Europas. Bild: Zoonar.com/kavram / kavram
Jimi Blue Ochsenknecht über nachhaltiges Leben, seine eigene Veganuary-Kreation und wie sich seine Generation immer mehr verändert: "Die Lust auf ungesundes Fast Food nimmt ab"

Als einer der "Wilden Kerle" wurde Jimi Blue Ochsenknecht in Deutschland Anfang der 2000er berühmt und entwickelte sich schnell zu dem Teenieschwarm seiner Generation. Seitdem ist viel passiert: Film, Musik, Mode und Theater prägten seine Karriere und auch mit seinem sozialen Engagement stand Jimi immer wieder in der Öffentlichkeit.

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