Viele Süßigkeiten sind ganz zufällig vegan.
Viele Süßigkeiten sind ganz zufällig vegan.
Bild: Westend61 / Westend61
watson-Kolumne

Schokolade, Gummibärchen, Energy Balls: Veganerin verrät, welche Süßigkeiten ihr am besten schmecken

11.08.2021, 15:4711.08.2021, 15:59
Theresa Schwab
Theresa Schwab
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"As vegan as possible" – die watson-Kolumne zu vegetarischem und veganem Leben

"Ich könnte nie auf Schokolade verzichten" lautet eines der Argumente, das ich schon häufiger zu hören bekommen habe, wenn es darum geht, vegan zu leben. Davon abgesehen, dass die Verhältnismäßigkeit zwischen dem Verlangen nach Süßigkeiten und Tierleid, Klimabelastung und so weiter schwierig zu diskutieren wäre, ist es auch gar nicht nötig, denn die Schokoladen-Problematik lässt sich meiner Meinung nach wunderbar lösen.

Vier persönliche Punkte zum Thema vegane Süßigkeiten:

1. Es sind mehr Schokoladen vegan, als du denkst!

Ich liebe die Kombination aus Zartbitter-Schokolade und Meersalz. Und ich bin im Laufe der Jahre sehr wählerisch geworden, was die Qualität betrifft. Ich habe mich durch zahlreiche Manufakturen, Klassiker und Chocolate Hypes gegessen und bin am Ende bei diesen zwei Sorten gelandet: die Zartbitterschokolade "Fleur de Sel" mit 70% Kakaoanteil von Gmeiner sowie die Zartbitterschokolade Mandel-Meersalz mit 51% Kakao von Tony’s Chocolonely.

Die gute Nachricht? Ich muss auch als Veganerin auf keine der beiden verzichten! Denn sie sind aufgrund ihres hohen Kakoanteils vegan – ohne einer reinen Vegan-Marke anzugehören. Lediglich Vollmilchschokoladen beinhalten Milchpulver, Süßmolkenpulver oder Butterreinfett. Netter Nebeneffekt: Je höher der Kakaoanteil, desto gesünder!

2. Leckere Alternativen zur klassischen Schokoladentafel

Wer im Biomarkt die Schokoladenabteilung durchforstet, wird einige vegane Schokoladen finden. Neben Marken wie ichoc, die sich auf vegane Schokolade spezialisiert hat, bringen auch immer mehr herkömmliche Hersteller, wie beispielsweise Lindt, Vegan-Varianten heraus. Die Riegel oder Tafeln werden meistens auf Hafermilch- oder Reismilch-Basis hergestellt. Mir schmeckt keine davon, weil der ursprüngliche Schokoladengeschmack somit verloren geht.

Stattdessen habe ich den veganen Snack-Onlineshop pausenfudder.de entdeckt, der leckere Alternativen aus aller Welt verkauft. Gerade Großbritannien und die skandinavischen Länder sind in süßen Vegan-Kreationen häufig viel experimentierfreudiger. Für mich muss es also schon lange nicht mehr die klassische Tafel Schokolade sein. Stattdessen genieße ich Riegel, Balls und Cups, die meistens mit Schokolade überzogen und innen gefüllt sind.

Drei bisherige Highlights: der "Swedish Cinnamon Bun Ball" von Dig/Get Raw, die "Salted Almond Butter Nugglets" von Livia's sowie die Riegel von Lini's Bites, zum Beispiel "Salted Peanut Caramel". Und dann blieb ich auf Instagram bei den veganen Dattel-Pralinen "Djoon" hängen, hinter denen ein Münchner Start-up steht, das gerade per Crowdfunding die erste Lieferung produziert hat. Ich bestellte das Probier-Set und "Salted Peanut" schmeckt einfach himmlisch: eine Dattel, umhüllt von einer Nusscreme und mit Schokolade aus 100 Prozent Kakao überzogen.

3. Süß, vegan und gesund? Energy Balls machen's möglich

Je näher ich mich mit veganer Ernährungsweise beschäftigt habe, desto wichtiger wurde mir die Zutatenliste auf Verpackungen. Und in den meisten, herkömmlichen Süßigkeiten – Schokolade oder Gummibärchen – ist nun mal häufig viel Mist. Daher liebe ich inzwischen selbstgemachte Energy Balls.

"In den meisten, herkömmlichen Süßigkeiten – Schokolade oder Gummibärchen – ist nun mal häufig viel Mist. Daher liebe ich inzwischen selbstgemachte Energy Balls."

Jaja, die Zeit ist dabei das größte Problem. Doch wenn ich mich an die Herstellung wage, produziere ich gleich größere Mengen, die ich im Kühlschrank über zwei Wochen aufbewahre. Ein einfaches Rezept stammt von Lynn Hoefer. Die Kugeln werden aus gemixten Cashewkernen, Datteln, Kokosöl, Kokosraspeln, Limettenabrieb und Limettensaft geformt. Datteln liefern dabei Vitamin B und C, Eisen, Kalium, Magnesium und Kalzium. Und die in Cashewkernen enthaltenen B-Vitamine dienen als Nervennahrung. Das Gute daran: Nach zwei nahrhaften Kugeln ist mein Verlangen meistens schon gestillt und größere Süßigkeiten-Attacken bleiben aus.

4. Gummibärchen – aber bitte mit fester Konsistenz

Ich habe eine Schwäche für Saures und die muss ab und zu befriedigt werden, meistens dann, wenn ich vor dem Laptop sitze und eine Serie sehe. Auf der Suche nach Fruchtgummis ohne Gelatine landete ich vor einigen Jahren noch im Reformhaus, denn das Geliermittel aus tierischem Bindegewebe war bei fast allen üblichen Marken enthalten. Doch die dermaßen weiche Konsistenz dieser Öko-Bärchen, die nahezu im Mund zerflossen, war so unerträglich, dass mir direkt der Appetit verging.

bild: emmy lupin studio
Über die Autorin
As vegan as possible – das beschreibt Theresa Schwab am besten. In ihrer Kolumne berichtet die freie Journalistin über positive Erkenntnisse, über Anstrengungen und darüber, warum es okay ist, manchmal im Alltag an einem nicht-tierischen Lebensstil zu scheitern.

Inzwischen hat die Industrie das Problem erkannt und ein paar künstliche, vegane, sicher ungesunde Stoffe hinzugefügt, sodass ich im Supermarkt von den Marken Trolli ("Bizzl Mix"), Haribo ("Grüne Krokodile Sauer") und Katjes ("Wunderland Sauer") wunderbar beliefert werde, wenn es mal wieder so weit ist. Übrigens: Der Unterschied, wieso manche Gummibärchentüten das gelb-grüne Label Vegan und manche nur Veggie vorweisen? Bei Ersteren wird neben Gelatine auch auf Bienenwachsüberzug verzichtet.

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