Fußball
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Retuschiert: Der Doppelhalter "Verdammt ich lieb' dich" oben links im Bild. bild: screenshot startseite tsv1860.de

1860 München hat offenbar ein Anti-Ismaik-Banner auf der Homepage zensiert

Drittligist 1860 München hat offenbar ein kritisches Fanbanner auf seiner Homepage zensiert. Es handelt sich dabei um einen blau-weißen Doppelhalter, auf dem "Verdammt ich lieb' dich!" neben dem 1860-Wappen steht, sowie "Ich lieb' dich nicht!" nebst einem durchgestrichenen Kopf des umstrittenen jordanischen Investors des Clubs, Hasan Ismaik.

Aber der Reihe nach ...

Die Münchener "Löwen" bezwangen am Montagabend den Tabellenletzten VfR Aalen mit 2:1 (0:0). Erst kurz vor Schluss, in der 88. Minute, schoss Prince Owusu den Siegtreffer für die Bayern. Entsprechend groß war der Jubel. Nach Abpfiff kletterten die 1860-Spieler auf den Zaun und feierten mit den Fans.

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Oberhalb des Kopfes des Spielers mit der Rückennummer 9 (l.) ist es auf diesem Foto aus anderer Perspektive zu erkennen: Das Banner sieht eigentlich anders aus. Bild: imago/foto2press/sven leifer

Das Foto von den feiernden Spielern auf dem Zaun ist aktuell das Aufmacherbild auf der Startseite der 1860-Homepage*. Wenn man auf das Bild klickt, gelangt man zum Spielbericht der Partie gegen Aalen.

Logisch, dass 1860 will, dass die feiernden Fans und Spieler nach dem Sieg prominent auf der Homepage vertreten sind. Logisch auch, dass ein Verein seinen eigenen Investor nicht vergraulen will. Zensur beziehungsweise das Retuschieren von kritischen Fanbannern ist aber auch keine besonders clevere Lösung, und vergrault nur die eigenen Fans.

Die Frage, warum 1860 nicht einfach ein anderes Bild bzw. einen anderen Bildausschnitt gewählt hat, bleibt offen. Der Club hat sich bisher nicht dazu geäußert. Übrigens: In der Bildergalerie zum Spiel ist das gleiche Bild zu sehen – aber unzensiert.

HINTERGRUND

Der langjährige Bundesligist 1860 München wollte ab 2011 als Zweitligist mit Millioneninvestitionen des jordanischen Geschäftmanns Hasan Ismaik in die Champions League, stieg jedoch 2017 aus der zweiten Liga ab. Ismaik verweigerte dann die für eine Lizenz für die 3. Liga erforderlichen Zahlungen. Die Münchner "Löwen" mussten also den Gang in die viertklassige Regionalliga antreten, mittlerweile haben sie sich wieder in die 3. Liga hochgekämpft.

Ismaik will weiterhin Anteilseigner an der Fußballgesellschaft des Clubs bleiben. Er kündigte an, gegen die 50+1-Regel zu klagen, um mehr Mitbestimmung zu erreichen.

*Stand 20. Februar, 14.53 Uhr.

(as)

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