Dieses Gefühl, wenn du nach dem shoppen bei H&M nur noch Wasser und Salat zu dir nehmen willst, weil dir mal wieder nichts gepasst hat. 
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Bild: Getty Images/Montage:Watson

H&M ändert in Großbritannien die Größen – aber was ist mit Deutschland?

09.06.2018, 20:0911.06.2018, 11:08

Weil sich immer mehr Frauen über falsch gekennzeichnete Konfektionsgrößen beschwert hatten, hat H&M nun in einer Pressemitteilung angekündigt, die Größen in Großbritannien zu ändern. Das berichtet die  "Teen Vogue"

Warum ausgerechnet jetzt? 

Die Diskussion darüber, ob Konfektionsgrößen bei Kleidung, die wir bei Modeketten kaufen können, der Realität entspricht, ist ein Dauerbrenner. 

Auf dem Bild aus der H&M-Umkleidekabine zeigt sich die Britin Rebecca Parker, wie sie versucht, in eine Jeans mit der Größe 14 hineinzukommen, was einer europäischen Kleidergröße 40 entspricht. (Für alle, die mit Konfektionsgrößen nichts anfangen können, an dieser Stelle der Hinweis: Das ist eine Kleidergröße von sehr vielen Frauen!!!). 

Das Problem lässt sich auf den ersten Blick erkennen:

Parker bekommt die Hose nicht einmal richtig über ihre Wade. Im Post schreibt sie, dass 14 ihre normale Konfektionsgröße sei. 

Auch Gunda ist genervt von der Diskussion um weibliche Körper: 

Auf Facebook schrieb sie, dass sie sehr stolz auf ihren Körper sei, 

"aber als ich eure Jeans probiert habe, war ich verärgert und frustriert. Diese Jeans ist eindeutig nicht für eine Frau mit meiner Figur gemacht. (...). Warum ist es für eine Marke in Ordnung, Kleidung mit einer Größe auszuzeichnen, die sie eindeutig nicht hat"
Rebecca Barker 

Eine Erfahrung, die nicht nur Parker gemacht hat:

  • Auch eine andere Frau sagte der "BBC", dass sie im Geschäft sechs Kleidungsstücke in ihrer Größe anprobiert hatte und ihr keins davon gepasst hatte. Seit diesem Erlebnis habe sie nicht mehr bei der Firma eingekauft. 
  • Der "Independent" zitiert eine Kundin damit, dass sie an einem Tag Klamotten in vier verschiedenen Größen bei H&M gekauft habe. 

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Trudeau, wie er Socken trägt:
quelle: x01320 / christinne muschi
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Was passiert jetzt?

Wie ein H&M-Sprecher der "Teen Vogue" sagte, würden die Konfektionsgrößen in Großbritannien angepasst. Das Unternehmen begründet die bisherigen Unterschiede damit, dass die Umrechnung von europäischen in britische Größen und die damit einhergehende falsche Auszeichnung schuld seien. Dieser "Rechenfehler" soll nun angepasst werden. Konkret soll das heißen: 

  • Bislang war bei H&M in UK eine 14 mit einer 12 gekennzeichnet. Nun sollen Kleidungsstücke, die im Rest von Europa beispielsweise einer 40 entsprechen, auch mit dieser ausgezeichnet werden.
Findest du, dass die Kleidergrößen in Deutschland auch unterschiedlich groß ausfallen?

Was heißt das für mich? 

Erst einmal gar nichts. H&M hat nicht angekündigt, die Größen in anderen Ländern anzupassen. 

Falls du dennoch, wie andere Menschen übrigens auch, das Gefühl hast, dass die Kleidergrößen bei jeder deiner Shoppingtouren eine andere sind, dann muss das auch hier nicht zwingend an dir liegen. Denn: In Deutschland sind die Größentabellen "kann"-Vorschriften, aber keine "muss"-Regeln für die Hersteller, wie das "Hohenstein Institut" in einer Pressemitteilung erklärt. Das heißt: Die Größentabellen sind für die Modeketten nur eine Orientierung. Daran halten müssen sie sich aber nicht. 

Aber was haben die Hersteller davon, wenn die Größen unterschiedlich ausfallen? 

  • Sogenannte "Schmeichelgrößen" fallen bewusst kleiner aus, damit sich die Kunden geschmeichelt fühlen. Weil die Menschen denken, dass ihnen einen kleinere Größe passt, gehen sie gerne wieder bei dieser Modekette einkaufen. (NDR)
  • Wenn Marken hingegen besonders in wirken wollen, dann machen sie genau das Gegenteil, ihre Klamotten fallen bewusst kleiner als die eigentliche Norm aus. So wie im Falle der Britin. Dadurch wollen sie dafür sorgen, dass vor allem junge und schlanke Menschen bei ihnen einkaufen gehen. (NDR)
Hast du das Gefühl, dass H&M seine Größen ändern müsste? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

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