imago

Der Blutmond kommt wieder! 5 Fragen und Antworten zur totalen Mondfinsternis

20.01.2019, 12:11
daniel huber, lea senn / watson.ch

Vielleicht haben wir diesmal mehr Glück und sehen sogar was von ihm: Der Blutmond. In der Nacht auf Montag wird es am Himmel wieder eine totale Mondfinsternis und einen Blutmond geben. 

  • Wer das astronomische Ereignis sehen möchte, muss früh aufstehen. Um 4.34 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten der Erde. Über eine Stunde später um 5.41 Uhr beginnt die Totalität – der Mond ist vollständig vom Erdschatten bedeckt. Die totale Mondfinsternis dauert bis 6.44 Uhr.
  • In dieser Zeit könnt Ihr den sonst so strahlenden Vollmond zwischen den Sternbildern Zwillinge und Krebs in ein glutrotes Licht getaucht sehen. Danach wandert der Mond aus dem Schatten. Um 7.51 Uhr hat er ihn schließlich ganz verlassen.

Wir erinnern uns: Den letzten gab es im Sommer 2018:

Aber warum heißt er Blutmond und was genau passiert da? Wir beantworten die 5 wichtigsten Fragen. 

Wie kommt es überhaupt zu einer Mondfinsternis?

Im All dreht sich eine ganze Menge. Die Erde dreht sich um sich selbst, zugleich umkreist sie die Sonne, während sie selber vom Mond umkreist wird. Dieses komplexe Zusammenspiel von Drehungen bestimmt, welcher Himmelskörper wann und wo vom Licht der Sonne beschienen wird. Der Mond leuchtet selber nicht; was wir als Mondschein wahrnehmen, ist reflektiertes Sonnenlicht.

Nur reflektiertes Sonnenlicht: Vollmond über Remsek
Nur reflektiertes Sonnenlicht: Vollmond über RemsekBild: imago/ hartenfelser

Wenn die gesamte Mondscheibe hell und rund als Vollmond am Himmel steht, blicken wir aus der gleichen Richtung auf unseren Trabanten, aus der das Sonnenlicht kommt. In dieser Konstellation, die man Opposition nennt, stehen Sonne, Erde und Mond auf einer Linie; das heißt, Sonne und Mond befinden sich auf gegenüberliegenden Seiten der Erde. Eigentlich müsste in diesem Fall die Erde dem Sonnenlicht im Weg stehen und den Mond mit ihrem Schatten verdunkeln. Das geschieht tatsächlich, allerdings nur selten – dann aber liegt eine Mondfinsternis vor.

Der kegelförmige Erdschatten, der naturgemäß immer von der Sonne wegzeigt, läuft in rund 1,4 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde in einer Spitze aus. Die Mondbahn verläuft weit näher an der Erde, der Kernschatten (Umbra) der Erde ist in Mondentfernung allerdings schon rund achtmal kleiner. Gleichwohl übertrifft der Durchmesser des Kernschattens jenen des Mondes um beinahe das Dreifache. Der Halbschatten (Penumbra), der den Kernschatten wie ein Ring umgibt, ist in dieser Entfernung etwa so breit wie ein Monddurchmesser (knapp 3500 Kilometer).

Dass der Mond normalerweise nicht in den Kernschatten der Erde gelangt, liegt daran, dass seine Bahn nicht genau auf der gleichen Ebene wie die Erdumlaufbahn (Ekliptik) liegt, sondern ihr gegenüber um etwa 5 Grad geneigt ist. Im Extremfall ist der Mond 37.000 Kilometer von der Ekliptik entfernt und zieht ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei.

Nur in zwei Punkten (den sogenannten Knoten) schneidet seine Bahn bei jedem Umlauf die Ekliptikebene. Zu einer Mondfinsternis kommt es immer dann, wenn ein Vollmond nahe genug an einen dieser beiden Schnittpunkte kommt. Diese Konstellation tritt pro Jahr etwa zweimal ein.

Die Mondbahn ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Bei 1 und 4 befindet sich der Vollmond in der Nähe der Ekliptikebene, bei 2 und 3 der Neumond. Dieser steht dann von der Erde aus gesehen vor der Sonne. (Die Grafik ist nicht maßstabsgetreu und die Neigung der Mondbahn ist vergrößert dargestellt.)
Die Mondbahn ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Bei 1 und 4 befindet sich der Vollmond in der Nähe der Ekliptikebene, bei 2 und 3 der Neumond. Dieser steht dann von der Erde aus gesehen vor der Sonne. (Die Grafik ist nicht maßstabsgetreu und die Neigung der Mondbahn ist vergrößert dargestellt.)watson.ch

Gibt es verschiedene Mondfinsternisse?

Es gibt unterschiedliche Typen von Mondfinsternissen – je nachdem, durch welche Teile des Erdschattens der Mond zieht:

  • Partielle Halbschattenfinsternis: Der Mond passiert lediglich den Halbschatten der Erde. Bei diesen relativ häufigen Ereignissen trübt sich die Mondscheibe nur unmerklich ein.
  • Totale Halbschattenfinsternis: In diesen seltenen Fällen tritt der Mond vollständig in den Halbschatten der Erde ein, berührt aber den Kernschatten nie. Der Teil des Mondes, der dem Kernschatten näher ist, wird dabei deutlich stärker verdunkelt.
  • Partielle Kernschattenfinsternis: In gut einem Drittel der Fälle passiert der Mond mit einem mehr oder weniger großen Teil seines Durchmessers den Kernschatten der Erde, der auf der Mondoberfläche als stark abgedunkelter Kreisbogen sichtbar wird.
  • Totale Kernschattenfinsternis: In fast 30 Prozent aller Mondfinsternisse tritt der Trabant vollständig in den Erdschatten ein; die Mondscheibe trübt sich dann stark ein.

Bei der Mondfinsternis in der Nacht zu Montag handelt es sich um eine totale Kernschattenfinsternis. Die letzte war am 27. Juli 2018. 

Was passiert am 21. Januar? 

Es ist die erste totale Mondfinsternis des Jahres . Allerdings ist das Ereignis etwas für Frühaufsteher: Um 5:41 Uhr verdunkelt sich der Mond. 

Wo sieht man die Finsternis am besten?

Die totale Phase, in der sich der Mond vollständig im Kernschatten befindet, kann bei guten Wetterverhältnissen überall in Deutschland beobachtet werden.

Am besten suchst du dir im Freien einen etwas erhöhten Standort mit möglichst freier Sicht auf den Horizont aus. Am besten eignet sich ein Hügel, indessen Nähe möglichst wenige Lichtquellen sind.

Wenn das Wetter nicht mitspielt, nützt auch der beste Standort nicht viel. Wolken könnten den Beobachtern einen dicken Strich durch die Rechnung machen.

Und warum spricht man von einem "Blutmond"?

Auch wenn der Mond vollständig im Erdschatten steht, bleibt er in aller Regel sichtbar, nimmt aber eine dunklere Färbung an. Diese kann von dunkelgelb über orange bis rötlich-braun reichen. Dieses Phänomen wird "Blutmond" genannt.

Es entsteht durch das Streulicht der Sonne, das durch die Erdatmosphäre in den Schattenkegel hinein gebrochen wird. Die Moleküle in der Atmosphäre filtern zudem die kurzwelligen blauen Anteile des Lichts stärker, sodass vor allem langwelliges rotes Licht den Mond erreicht und beleuchtet.

(mit Material von dpa)

Was Astro-Alex im Weltall sah:

1 / 21
Was Astro-Alex im Weltall sieht
quelle: twitter.com/astro_alex
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
Chemie-Nobelpreis geht an zwei Genforscherinnen

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an die derzeit in Deutschland arbeitende Genforscherin Emmanuelle Charpentier (Frankreich) sowie an Jennifer A. Doudna (USA) für die Entwicklung von Methoden zur Erbgut-Veränderung. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Sie haben die Genschere Crispr/Cas9 maßgeblich entwickelt. Crispr/Cas9 habe die molekularen Lebenswissenschaften revolutioniert, neue Möglichkeiten für die Pflanzenzüchtung gebracht, trage zu innovativen Krebstherapien bei und könne den Traum von der Heilung vererbter Krankheiten wahr werden lassen.

Zur Story