Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Diese Frau will die Welt verändern – mit Wikipedia-Einträgen

"Das Lieblingsfach meiner Tochter ist Mathe. Und sie ist auch richtig gut darin," erzählt mir eine Freundin, "aber ihre Lehrerin hat vor der gesamten Klasse erklärt, dass das zwar gut, aber nicht normal sei. Mädchen würden ja eigentlich kein Mathe können."

Die Tatsache, dass Frauen in Mathematik und den Naturwissenschaften nach wie vor stark unterrepräsentiert sind, hat viele Gründe. Längst überwunden geglaubte, aber hartnäckige Gender-Stereotype sind einer davon.

Ein anderer ist: Uns fehlen die Vorbilder. 

Eine junge Wissenschaftlerin aus England will das ändern.

Wir dürfen vorstellen: Jess Wade!

Jess Wade ist Post-Doktorandin an einem Labor des Imperial College London. Ihre Mission: Wissenschaftlerinnen endlich zu der Anerkennung verhelfen, die ihnen zusteht.

Denn es ist nicht so, dass die weiblichen Vorbilder fehlen, weil keine da sind. Sie sind nur nicht sichtbar. 

"So viel Geld, Enthusiasmus und Energie wird in Kampagnen gesteckt, um Mädchen an die Naturwissenschaften heranzuführen", sagte Wade dem britischen "Guardian", nur diese Initiativen funktionierten nicht. Sie seien viel zu negativ.

Oder verstärken Stereotype. Wie dieses von der EU-Kommission veröffentlichte Video, in dem Frauen auf hohen Schuhen die wissenschaftliche Zusammenstellung von Nagellack erklären.

Wovon Frauen etwas verstehen: Nagellack!!! 🤦‍♀️

Play Icon

Video: YouTube/marsartists

Jess Wade will positive Botschaften senden. Und sie hat sich dafür ein besonderes Sprachrohr ausgesucht: Wikipedia.

"Wikipedia ist ein toller Weg um Menschen zu engagieren, denn je mehr man von diesen weiblichen Vorbildern liest, desto mehr wird man motiviert und von ihnen inspiriert."

Jess Wade zu "Guardian"

Und so hat Jess Wade mittlerweile schon 270 Wikipedia-Einträge zu Naturwissenschaftlerinnen erstellt. Darunter sind so profilierte Forscherinnen wie Kim Cobb, eine preisgekrönte US-amerikanische Klimaforscherin, und Susan Goldberg, die erste Chefredakteurin des prestigeträchtigen Magazins "National Geographic".

Kritik hat sie natürlich dabei auch einstecken müssen. So beschwerte sich ein Wissenschaftler, sie würde Wikipedia damit kaputt machen. Jess' Antwort: "Sorry, vielleicht sollten wir dann also einfach alle Wikipedia-Einträge nach wie vor weißen Männern überlassen."

Auch die Wikipedia-Unterstützer-Plattform ist auf Jess' Seite. Wikimedia schrieb: "Wir unterstützen Jess und finden ihre Arbeit fantastisch und wertvoll. Niemand muss ihr die Regeln erklären."

"Professorinnen fühlen sich bestärkt, wenn sie einen Eintrag bekommen," erklärt Jess, Akzeptanz führe eben über Anerkennung. Und je inklusiver die Naturwissenschaften werden, desto besser für alle: "Dann werden die Mädchen nämlich kommen, und sie werden in ein viel besseres Umfeld aufgenommen."

Was meint ihr? Wie kann man mehr Mädchen für die Naturwissenschaften begeistern?

Schlechte Vorbilder gibt's überall: Die lächerlichsten Stockfotos zum Thema Frauen und BH's

Frauen und Feminismus – da könnten wir ewig drüber reden

5 Frauen, die in Deutschland muslimischen Feminismus prägen

Link to Article

5 Lügen, die Abtreibungsgegner im Netz verbreiten

Link to Article

Lasst Barbie in Ruhe! Verteidigung einer unterschätzten Frauenikone

Link to Article

Hab ich das nicht gerade gesagt? Wie "Hepeater" sich mit Ideen der Kolleginnen schmücken

Link to Article

80-Jährige verklagt Sparkasse und zeigt, wie Feminismus geht

Link to Article

Perioden-Shaming im Ramadan – junge Muslimas haben keine Lust mehr drauf

Link to Article

Ich bin keine Angeberin. Ich bin gut! Warum Frauen nicht bescheiden sein müssen

Link to Article

Die Serie "Ku'Damm 59" verharmlost Vergewaltigung

Link to Article

Und wie würde ein männlicher Autor dich beschreiben?

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Arebs Yakumo 30.07.2018 09:37
    Highlight Highlight Wie diese Artikel Wikipedia schaden sollen versteh ich nicht ganz - Wikiepdia ist dazu da, wissen zu teilen. Ihr Ziel, auf die weiblichen Wissenschaftlerinin aufmerksam zu machen, passt doch perfekt dazu: Sie gibt wissen darüber weiter und zeigt der Welt so, dass es auch viele Frauen in solchen Jobs gibt die sehr gute Arbeit leisten. Eindeutig eine Win-Win Situation :)

Der Mythos Menstruation: Die ewige Angst der Männer vor dem bisschen Blut

Die Menstruation war den Menschen lange ein Rätsel. Seit Urzeiten erfuhr die menstruierende Frau eine Sonderbehandlung. Nicht, weil man sie schonen wollte, sondern weil man sie fürchtete.

Die Frau ist für den Mann ein zwiespältiges Wesen. Heilsbringerin und Verderberin. Eva und Jungfrau Maria. Quell des Lebens und Macht der Finsternis: In den Mythen tritt sie in Gestalt der fruchtbaren Erde auf, doch auch der Tod ist ihr Werk – wird irdisches Leben geschaffen, birgt es immer auch schon dessen Ende in sich.

Deshalb graust es den mythischen Mann vor seiner eigenen Entstehung und vor der Frau, in deren düsterem Mutterleib er seinem sicheren Tode entgegenwächst. Er projiziert das …

Artikel lesen
Link to Article