Feminismus

"Als ein Fotograf mich begrapschte" – Model Teddy Quinlivan über sexuelle Belästigung

Die #MeToo-Bewegung hat in der Filmbranche ein neues Bewusstsein für sexuelle Belästigung geschaffen, jetzt wird in der Fashion-Industrie darüber gesprochen, wie die Arbeitsumgebung für Models sicherer werden kann.

Anlass ist unter anderem der offene Brief des US-Models Teddy Quinlivan. 

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 13:  Teddy Quinlivan walks the runway for Marc Jacobs SS18 fashion show during New York Fashion Week at Park Avenue Armory on September 13, 2017 in New York City.  (Photo by Slaven Vlasic/Getty Images for Marc Jacobs)

Teddy Quinlivan läuft für Marc Jacobs auf der New York Fashion Week im September 2017 Bild: Getty Images North America

"Als ich Model wurde, wusste ich, dass ich lange arbeiten würde und dass Menschen mir gegenüber auch mal gemein oder kritisch sein würden", schreibt die 23-Jährige auf Instagram. Dann erhebt sie schwere Vorwürfe, die Modebranche habe bisher ungenügend auf sexuelle Belästigung und Angriffe reagiert.

"Was ich nicht erwartet hatte war, dass ein Casting Director anbot, mich im Austausch für Sex auf die Titelseiten von Magazinen zu setzen, oder dass ein Stylist seine Finger in einem geschlossenen Set in meine Unterwäsche stecken und versuchen würde, meine Unterwäsche ohne Vorwarnung auszuziehen, oder das Mal, als ein Fotograf mich begrapschte und mir in die Brustwarze zwickte"

Hier kannst du ihren Instagram-Post lesen:

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Quinlivan wurde 2015 von Louis Vuittons Creative Director Nicolas Ghesquière entdeckt. Seitdem läuft sie bei den großen Schauen für Labels von Chloé bis Michael Kors.

Im September 2017 hatte sie ihr Coming-out als Transgender und mahnte in diversen Interviews vor der Stimmung, die gerade in den USA gegen LGBTQ-Community aufkomme. (CNN)

Quinlivan beschreibt in dem Post nicht nur ihre eigenen Erfahrungen, sondern appelliert an die Modeindustrie, mehr darauf zu achten, mit wem sie kooperiert und dass sie in Zukunft nicht mit Sexualstraftätern zusammenarbeitet:

"Wenn es keine Priorität ist, die Modeindustrie für alle sicher zu machen, dann fühle ich mich in zukünftigen Projekten nicht wohl. Ich möchte offiziell ankündigen, dass ich mich weigere, für Marken und Publikationen zu arbeiten, die mit angeklagten Sexualstraftätern kooperieren."

Teddy Quinlivan auf Instagram 

In einem Interview mit "Teen Vogue" prangert die 23-Jährige strukturelle Belästigung in der Branche an. 

"Die Modeindustrie ist der perfekte Ort für sexuelle Übergriffe. Diese Leute beschützen sich gegenseitig. Sie machen es an einem geschlossenen Set. Sie umgehen sich mit Leuten, die sie nicht verraten."

(czn) 

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