Reinhard Grindel, Chefgrindler beim DFB, reagierte extrem dünnhäutig in einem Interview mit der "Deutschen Welle".
Reinhard Grindel, Chefgrindler beim DFB, reagierte extrem dünnhäutig in einem Interview mit der "Deutschen Welle".Bild: imago sportfotodienst

"Aber Herr Grindel" – DFB-Boss bricht Interview vor laufender Kamera ab

13.03.2019, 14:3313.03.2019, 16:39

Es geht heiß her im Weltfußball. An diesem Freitag könnte sich der internationale Fußball weitgehend selbst verkaufen. Beim Treffen des so genannten Fifa-Councils in Miami beraten Fifa-Präsident Gianni Infantino und seine Schergen unter anderem über Zukunftsthemen des internationalen Fußballs, zu denen auch die mögliche Aufstockung der WM 2022 in Katar von 32 auf 48 Mannschaften gehört. Der Fifa-Boss erzählte vor ziemlich genau einem Jahr, dass für große Teile der Vermarktungs- und Marken-Rechte an diesen Events Investoren aus der arabischen Welt und Asien um die 25 Milliarden Dollar bezahlen wollten.

Weil auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bunds, Reinhard Grindel, Mitglied des Gremiums ist, stellte ihm Florian Bauer, Reporter der "Deutschen Welle", einige kritische Fragen zu den Plänen. Diese wollte er aber nicht beantworten – und brach das Interview ab.

Grindel hatte sich zuvor beklagt, der Reporter wolle ihm irgendwelche Äußerungen in den Mund legen. Er sagte: "Ich weiche Ihnen seit zehn Minuten aus. Jetzt machen Sie doch vernünftige Fragen, auf die ich vernünftig antworte." Als der Journalist noch einmal – mit sanfter Ankündigung inklusive – nachhaken wollte, entledigte sich Grindel seines Ansteck-Mikrofons, stand auf und brach das Interview abrupt ab.

Souverän war das nicht. Vom DFB gab es bis zum Mittwochnachmittag keine Stellungnahme zu dem Vorfall.

Hat jemand mitgezählt, wie oft der Journalist "Herr Grindel" sagt?

(bn/as/dpa)

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