Wissen
Palestinian visitors watch Ahmad Jomaa, a zoo worker, play with two lions inside their cage at the zoo in Rafah refugee camp, southern Gaza Strip, Friday, Jan. 18, 2019. Fathi Jomaa, a zoo owner said that four lion cubs died from the cold storm weather at the small zoo. (AP Photo/Adel Hana)

Der Zoo im Flüchtlingslager Rafah im südlichen Gazastreifen geriet zuletzt im Januar (Foto) in die Kritik. Damals ließ man vier Löwenbabies erfrieren Bild: AP

Unfassbare Tierquälerei - Zoo entfernt Löwen die Krallen "zum Schutz der Besucher"

Ein Zoo im südlichen Gazastreifen hat einem Löwenjungen die Krallen entfernen lassen. Ein Tierarzt habe die Krallen mit einer Baumschere weggeschnitten, bestätigte der Zoobesitzer in Rafah am Freitag. Die schreckliche Tat soll sich im Außenbereich des Tierparks zugetragen haben.

Die scheußliche Begründung: Damit solle sichergestellt werden, dass Zoobesucher nicht verletzt würden, wenn sie mit dem Löwenjungen Fotos machten.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten zeigte sich schockiert von dem Vorgehen bei dem 14 Monate alten Tier. "Krallen sind die Finger und Zehen für Löwen. Ihre Entfernung ist Tierquälerei und weltweit verboten", sagte Tierarzt Amir Chalil.

"Die brutale Prozedur wird oft mit der Amputation aller Finger eines Menschen bis zum ersten Knöchel verglichen."

Natürliches Verhalten, wie das Fassen von Nahrung oder Klettern, sei für das Tier nun kaum noch möglich.

"Auch die Beweggründe sind erschütternd, denn ein Löwe ist ein für Menschen gefährliches Raubtier und kein Spielkamerad", sagte Chalil.

Tierschützer fordern die Schließung des Zoos.

Erst im Januar waren in dem gleichen Zoo vier neugeborene Löwenbabys gestorben. Die Tiere seien an den niedrigen Temperaturen eingegangen, sagte einer der Eigentümer des Zoos damals.

Zoo owner Fathi Jomaa holds the dead bodies of four lion cubs before he buries them at his zoo in Rafah refugee camp, southern Gaza Strip, Friday, Jan. 18, 2019. Jumaa said that he covered the cage of the day-old lions with blankets ahead of Wednesday's winter storm, but found them dead the next morning at the small zoo in the southern Gaza Strip city of Rafah. (AP Photo/Adel Hana)

Um die vier Löwenbabies vor einem Wintersturm zu schützen, habe Zoobesitzer Fathi Jomaa ihren Käfig mit Bettlaken verhüllt. Die Tiere sind in der Nacht erfroren. Bild: AP

REFILE - ADDING INFORMATION A lioness, mother of four lion cubs that died in a Gaza zoo, is seen in its enclosure at a zoo, in the southern Gaza Strip, January 18, 2019. REUTERS/Ibraheem Abu Mustafa

Die Löwenmutter der vier Neugeborenen Bild: rtr

(lj)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0

Best of watson 2018

Tierarzt bittet: Bleib' bei deinem Hund, wenn er stirbt. Auch wenn es hart ist.

Özil geht, der Hambacher Forst bleibt, Chemnitz schreckt auf – 2018 war turbulent. Auch für uns: watson.de startete im März. Auf einige Geschichten sind wir seitdem besonders stolz. Wie auf diese hier:

Menschen leben im Schnitt 79 Jahre. Hunde werden aber nur etwa 12 Jahre alt. Für jeden Hundebesitzer ergibt sich daher eine bittere Wahrheit: Irgendwann musst du deinen felligen besten Freund verabschieden. 

Jeder, der ein Haustier hat, weiß, wie weh das tut. Und weil viele das nicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel